Wasser im Kofferraum
Text und Fotos: Klaus Wagner (CR38/S84)
Im Mai hatte ich, bei noch schönem Wetter, meinen R129 300 SL, Baujahr 1990 in blauschwarzmetallic (199), auf meiner schrägen Garagenauffahrt geparkt. Durch ein kräftiges Unwetter wurde mein sauber geputztes Fahrzeug mit sehr viel Wasser, das wie aus Badewannen ausgegossen vom Himmel fiel, vom Staub befreit. Da ich kurz nach dem Regen meinen Kofferraum öffnen musste, stellte ich etwas später auf der linken Seite am Kofferraumboden zur Rückwand Feuchtigkeit fest. Nun ja, mein erster Gedanke – Kofferraum zu früh aufgemacht und das ganze Wasser, das auf dem Kofferraumdeckel war, durch das Öffnen desselben in den Kofferraum befördert. Also unter Zuhilfenahme von Handtüchern die größte Feuchtigkeit entfernt, einen Entfeuchter in den Kofferraum gelegt und dann den SL in der Garage abgestellt.
Bei meinem Glück hatte ich dasselbe Erlebnis circa zehn Tage später nochmals. Im Kofferraum war es schon wieder feucht, nur hatte ich den Kofferraum da erst aufgemacht, als alles auf dem Fahrzeug schon abgetrocknet war. Fazit: Wieder alles trockenlegen und mich auf die Suche machen, wie das Wasser auf den Kofferraumboden kommt.
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Der erste Verdächtige war für mich die Heckdeckeldichtung, also leerte ich soviel Wasser in den Spalt zwischen Dichtung und Karosserie, dass das Wasser beinahe über die Dichtung schwappte. Auch nach langem Warten gelangte kein Wasser in den Kofferraum. Nun war die Kontrolle des Verdeckkastens dran. Also machte ich das Verdeck auf, so konnte ich aber nicht viel sehen. Wieder so weit geschlossen, dass ich das Fensterteil mit der Hand nach oben öffnen konnte. Da sah ich in der Höhe der B-Säule auf der Fahrerseite ein kleines Loch am Boden des Kastens. Auf dieser und auch auf der rechten Seite ließ ich circa 300 ml Wasser reinlaufen, aber wo blieb das Wasser? Auf die Straße tropfte kein Wasser. Nun blies ich mit circa drei Bar Druckluft in die Löcher; das war ohne Probleme möglich, da diese nicht verstopft waren.
Ratlosigkeit und die große Frage, wo gibt es noch Ablauflöcher? Also machte ich mich im EPC und im WIS auf die Suche; im WIS zu dem Thema nichts gefunden. Im EPC entdeckte ich die Zeichnung (Ablauf) mit den Schläuchen Nr. 182 und dem Y-Verbinder mit der Nr. 179. Also machte ich mich auf die Suche, wo diese Teile wohl verbaut sind. Im WIS nichts gefunden und im Fahrzeug auch nicht, wo diese verbaut sein könnten. Also begab ich mich auf die Suche im weltweiten Netz. Hier bekam ich immer nur den Hinweis: Wenn der Ablauf verstopft ist, gelangt das Wasser in den Innenraum hinter den Sitzen.
Zu guter Letzt leitete ich mein Problem und die Bitte um Hilfe ans R129 Roadster-Forum und zu den Technikversierten des R129 Clubs. Hier bekam ich dann Hilfe in Text und Bildern, dass die Schläuche mit dem Y-Verbinder unter dem „Ohr“ des Verdecksystems (Ohr 1 mit Schlauch; Ohr 2 mit Schlauch) befestigt sind und werden. Da mir sowas in meinem SL nicht aufgefallen und in Erinnerung war, musste ich sogleich die Stelle nochmals in Augenschein nehmen, um zu kontrollieren, ob die da angebracht sind. Kontrolle NEGATIV! Das Schlauchgebinde war weder rechts noch links verbaut (meine Ohrenschläuche). Was ist da passiert – was wurde da gemacht?
Auf jeden Fall sollte ich diese dann selber einbauen. Teilenummer von den Schläuchen und Y-Verbinder rausgesucht und versucht, beim FREUNDLICHEN zu bestellen. Mist, Y-Verbinder NML – keine Nachricht mehr, nicht mehr am Lager, bekam ich als Antwort von dem Mann am Tresen. Bei Ebay bekam ich dann zwei Teile (Y-Schläuche), die leider etwas mehr kosteten als beim FREUNDLICHEN.
Der Einbau war problemlos und in Minutenschnelle erledigt.
Da ich ja der vierte Besitzer dieses SL bin, schaute ich in den mir überlassenen Rechnungen der Vorbesitzer mal nach. Dabei musste ich feststellen, dass bei einem der Vorbesitzer zweimal der SL zur Reparatur des Cabriodachs und der Hydraulik in einer MB-Niederlassung und Werkstatt war. Da kann man nur von Glück reden, dass der Wagen in den zurückliegenden Jahren nie so viel Wasser abbekommen hat wie bei mir, denn ich konnte keine Altlasten feststellen.
Da stellt sich mir halt erneut die Frage: Wie arbeiten die Werkstätten, wer arbeitet an den Fahrzeugen und findet überhaupt eine Kontrolle statt? Kann man denn keiner Werkstatt mehr vertrauen?
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