Kombiinstrument

Aus Technikwiki R129
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Kombiinstrument oder die Tachoeinheit


Text und Fotos: Karl-Heinz Hollas † (G2/S22)

Wer kennt es nicht, da wird die erste Fahrt mit dem R129 im Dunkeln unternommen, das Licht eingeschaltet, aber Teile des Kombiinstrumentes bleiben dunkel. Und jetzt? Zum Wechsel der Glühlampen muss das Kombiinstrument aus der Armaturentafel entnommen werden. Kein Problem, Ausziehhaken (A 140 589 02 33 00) beim Händler besorgt, angesetzt, gezogen und uups … Sprung im Glas des Kombiinstrumentes!

Was ist passiert? Beim „Ziehen“ ist man aus der Rastung abgerutscht und ist an der Scheibe hängengeblieben. Dieses Problem wurde erkannt und es wurde das Bauteil geändert. Die erste Änderung war leider nur als Teilerfolg anzusehen, da es immer noch zu Beschädigungen der Scheibe kam. Erst die letzte Evolutionsstufe brachte den gewünschten Erfolg. Auf den folgenden Fotos weitere Infos zu diesem Thema.

Haken ansetzen
Haken ansetzen

Ausziehhaken rechts und links am Kombiinstrument in diesen Bereichen ansetzen

Bild 2 zwischen Haken und KI ein Kunststoffstück
Haken und KI zweite Ausführung

Ist am Kombiinstrument diese Leiste zu erkennen, handelt es sich um die letzte Evolutionsstufe

Bei Fahrzeugen mit starrem Mantelrohr muss das Lenkrad demontiert werden. !! Hierbei muss der Airbag raus… das ist nur etwas für den Fachmann!! Ausziehhaken mit der Krümmung nach unten seitlich zwischen Kombiinstrument und Instrumententafel vorsichtig circa 8 cm einführen und um 90° nach innen zum Kombiinstrument drehen. Ausziehhaken vorsichtig herausziehen, bis sie an den Ausziehrippen des Kombiinstrumentes einrasten. Kombiinstrument abwechselnd mit dem rechten und dem linken Ausziehhaken jeweils circa 5 mm herausziehen. Um ein Abrutschen beim Ziehen zu verhindern, Ausziehhaken im Winkel von circa 120° nach außen drücken.

Niemals beide Ausziehhaken gleichzeitig belasten!

KI erste Ausführung
KI erste Ausführung
KI zweite Ausführung
KI zweite Ausführung
KI dritte Ausführung
KI dritte Ausführung

Erste, zweite und dritte Ausführung

Haken falsch angesetzt
Haken falsch angesetzt

Ausziehhaken falsch angesetzt – Tachoglas beschädigt

Haken korrekt angesetzt
Haken korrekt angesetzt

Ausziehhaken korrekt angesetzt

Frühe Ausführung
Frühe Ausführung

Früher Konstruktionsstand, nur ganz frühe R129 wurden mit dieser Ausführung ausgeliefert

verbesserte zweite Ausführung
verbesserte zweite Ausführung

Verbesserte Ausführung, noch ohne Schutzleiste im Seitenbereich

Letzte dritte Ausführung
letzte dritte Ausführung

Letzte Ausführung mit der Schutzleiste

Anmerkung HL: Da auch die KI Scheibe gesprungen ist - am besten die untere Armaturenverkleidung demontieren und das KI von hinten herausdrücken!


Fotos ergänzt 05/2024: Roland Frank
Bilder der Demontage der unteren Armaturenverkleidung (Mopf 1)

Untere Armaturenbrettverkleidung mit Schrauben
Blick unter Armaturbenbrett ohne Verkleidung
Blick unter Armaturbenbrett ohne Verkleidung


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Reparatur des mechanischen Wegstreckenzählers

Text & Fotos: Konrad Engelhardt

Anfangs war der Kilometerzähler im Kombiinstrument als mechanisches Rollenzählwerk ausgeführt, das über einen Schrittmotor betätigt wird. Zwischen Schrittmotor und dem eigentlichen Zählwerk befindet sich ein einfaches Planetengetriebe. Wegen ungeeigneter Schmiermittel kommt es irgendwann dazu, dass das kleine Planetenrad bricht oder auf seiner Achse verklebt. Firmen wie https://partworks.de/ bieten die für eine Reparatur erforderlichen Teile an. Beim Kauf wird eine allgemein gehaltene Reparaturanleitung mitgeschickt. Deshalb sollen hier zusätzliche Hinweise für die Reparatur beim R129 gegeben werden. Zunächst muss das Kombiinstrument ausgebaut werden. Das ist unter Kombiinstrument oder die Tachoeinheit beschrieben. Ergänzend sei gesagt, dass auch bei starrer Lenksäule der Ausbau des Lenkrads nicht erforderlich ist. Man muss nach Herausziehen des Kombis die vier Stecker auf der Rückseite lösen und das Lenkrad so drehen, dass das Kombi zwischen Instrumententafel und Lenkrad herausgezogen werden kann.

Dann muss das Gehäuse entfernt werden. Dazu die beiden oberen Schrauben lösen und anschließend die fünf Laschen an der Unterseite vorsichtig anheben und das Gehäuse abziehen.

Bild 1 Schrauben Rückseite oben
Schrauben Rückseite oben
Bild 2 Laschen Rückseite unten
Laschen Rückseite unten

Das Innenleben ist jetzt freigelegt.

Bild 3 Nach Demontage des Gehäuses
Nach Demontage des Gehäuses


Nun die drei Befestigungsschrauben der Tachoeinheit lösen und diese vorsichtig senkrecht nach oben mit den Kontaktstiften aus der Leiterplatte herausziehen.

Bild 5 Tachoeinheit
Die ausgebaute Tachoeinheit


Jetzt ist es sinnvoll, den Taster für die Rückstellung des Tageskilometerzählers auszuklipsen, damit es bei den folgenden Arbeiten nicht stört.

Bild 4 Rückstelltaster ausklipsen
Rückstelltaster ausklipsen


Hier sieht man jetzt das Zählwerk mit dem angeflanschten Schrittmotor. Dieser ist mit zwei Schrauben am Zählwerk befestigt und man erkennt, dass die zweite Schraube hinter dem Kragen der Trägerplatte schlecht zugänglich ist. In der Reparaturanleitung von partworks ist angegeben, dass man die Tachonadel abziehen und dann die Skala lösen soll, um das komplette Zählwerk abschrauben zu können. Das birgt aber die Gefahr von Kollateralschäden an Tacho und Skala.

Bild 6 Zählwerk mit Schrittmotor
Zählwerk mit Schrittmotor


Stattdessen kann man sich aus einem einfachen Hakenwerkzeug einen abgewinkelten Schraubendreher zurechtfeilen. Damit lässt sich die zweite Befestigungsschraube des Schrittmotors bei angebautem Zählwerk lösen.

Bild 7 Sonderwerkzeug
Spezialwerkzeug
Bild 8 Öffnen der hinteren Schraube
Lösen der hinteren Schraube


Der ausgebaute Schrittmotor mit dem Planetengetriebe. Das lässt sich einfach abziehen.

Bild 10 Schrittmotor mit Planetengetriebe
Der Schrittmotor mit aufgestecktem Planetengetriebe
Bild 13 Schrittmotor ohne Getriebe
Der Schrittmotor ohne Getriebe


Und jetzt sieht man die Bescherung: Aus dem Planetenrad ist ein Zahn herausgebrochen. Glücklicherweise war dieser Zahn nicht in das Zählwerk gefallen.

Bild 11 Zahnloses Planetenrad
Das zahnlose Planetenrad


Nach Reinigung der Teile wird das neue Planetengetriebe aufgesteckt und der Schrittmotor wird wieder mit dem Zählwerk verschraubt. Wer die Möglichkeit hat, kann jetzt gleich die Funktion testen: Mit einem Signalgenerator, der einen symmetrischen Rechteckpuls von +/- 12 V mit 5 bis 10 Hz ausgeben kann, lässt sich der Schrittmotor über die beiden Anschlusspins ansteuern. Jetzt muss das Zählwerk wieder arbeiten.

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