Kühlergrill-Lamellen ersetzen
Text und Fotos: Gerald Wiegand (CR32/73)
Die Kühlergrill-Lamellen oder wie man einen heißen Sommernachmittag auch verbringen kann
Sommerzeit - Cabriozeit, da fährt man gerne offen. Genau so war das im vergangenen Sommer, als ich Freitagnachmittags auf der vierspurig ausgebauten B 27 unterwegs war. Während der Fahrt kam irgendwoher von außen ein blechernes Klappern. Na ja, dabei denkt man ja nichts Böses, das kann ja eine leere Dose am Straßenrand gewesen sein und am SL klappert grundsätzlich nichts. Wieder daheim, eingefahren in die Garage (wie immer rückwärts) und beim Schließen des Tors noch ein Blick auf den Wagen: So ein Mist - am Kühlergrill fehlte eine Lamelle!
Dass das fehlende Teil mit dem Klappern zusammenhing, war mir jetzt klar. Jedoch nicht, wo ich Ersatz herbekommen sollte. Leider hatte ich nur eine unscharfe Vorstellung darüber, an welcher Stelle der Straße das Klappern tatsächlich aufgetreten war, suchen also zwecklos. Spontane Blicke ins Internet zeigten, dass die Lösung nicht so einfach auf der Hand lag. Gebrauchte Kühlergrills gibt es, Lamellen sogar auch einzeln, aber natürlich nicht diejenige, die fehlte und schon gar nicht in der seltenen goldfarbenen Tönung meines rauchsilbernen Vor-Mopfs.
Zum Glück ist man(n) nicht alleine, sondern verheiratet, und teilt das Unglück mit der Partnerin. Deren Vorschlag am Samstag: „Lass uns die Strecke doch einfach noch mal abfahren. Vielleicht finden wir das Stück ja doch noch“. OK, gesagt getan, kurz nach Mittag fuhren wir los. Draußen waren es inzwischen 35 Grad Celsius geworden, die Sonne strahlte und die Bundesstraße war gut gefüllt. Es freuen sich alle anderen, wenn jemand mit Tempo 40 entlanggondelt und die Straßenränder absucht. Auch der Halt an einem Parkplatz und die Suche zu Fuß - immer brav hinter der Absperrung - halfen nicht weiter. Insgesamt fuhren wir zweimal hin und her und da, kurz vor dem Aufgeben: Potzblitz, tatsächlich lag auf einer Brücke ein längliches Metallteil am Bordstein. Schnell abbremsen und auf die Haltespur, Warnweste an und hingelaufen: Ganz brav lag da die Lieblingslamelle unschuldig am Boden, nur am Ende ganz leicht zerkratzt. Daheim schaute ich genauer nach. Tatsächlich sind die Lamellen zum Aufstecken C-förmig gebogen und haben ergänzend eine angeformte Lasche mit einer Bohrung darin.
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Ein Blick in die geöffnete Motorhaube von unten zeigte mir, dass die Lamellen tatsächlich mit dem Unterbau vernietet sind beziehungsweise sein sollen. Bei mir war das aber höchstens zur Hälfte der Fall. Leider habe ich keine Nietzange und mit Draht herumbasteln gehört sich nicht. Montags ging es deshalb zum Karosseriebauer um die Ecke. Bis abends war alles erledigt, einschließlich Ausrichten der Lamellen und Politur der Kratzer, Ende gut - alles gut. [Bild 3]
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Fazit:
Kontrolliert mal Eure Kühlergrills! Vier Stunden in der Sommerhitze und im Lärm einer Bundesstraße machen keinen Spaß, auch nicht, wenn (angeblich) im Radio kommt: „Achtung, auf der B27 in Fahrtrichtung Stuttgart sind Personen auf der Fahrbahn...“.
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