Hardtop-Lift für niedrige Garagen

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Hardtop-Lift für niedrige Garagen

Text und Bilder: Frank Risse; im Oktober 2025
Eine Kurzform dieses Berichts steht in der 'Classic Roadster' #46 (Winter 2025/2026)

Hinweise

  • Dieser Artikel beschreibt kurz meine Lösung eines Hardtop-Lifts für niedrige Garagendecken, stellt aber keine Bauanleitung dar, sondern versteht sich als Anreiz für eigene Ideen.
  • Die Bilder zeigen einige Teile im unlackierten (silbrigen) Zustand, andere sind bereits smaragdschwarz lackiert, weil ich erst im Laufe des Projekts erkannte, welche Bilder noch gebraucht würden.
  • Im Text werden die international üblichen Kürzel für Maßeinheiten verwendet (mm = Millimeter, cm = Zentimeter, m = Meter, kg = Kilogramm), was leichter lesbar ist und viel Platz spart.


Einführung

Der SL R129 wird gerne als offener Luxusgleiter zum entspannten Reisen genutzt und ist gerade bei schönem Wetter das ideale Gefährt für genüssliches Offenfahren. Neben dem Stoffverdeck wurde serienmäßig ein Hardtop mitgeliefert, welches manuell auf das offene Fahrzeug aufgesetzt werden muss. Es macht aus dem offenen Fahrzeug quasi ein Coupé bei gleichzeitig erheblich reduzierter Geräuschkulisse im Innenraum.

Nachteilig sind das manuelle Aufsetzen und Abnehmen des Hardtops, weil immer zwei Personen kräftig mit anpacken müssen: Das normale Alu-Hardtop wiegt rund 35 kg, das seltene Panorama-Glasdach (Code 415) – optional erhältlich ab etwa 1995 – rund 44 kg. Es muss nach der Abnahme untergebracht werden, was eine Halterung (Ständer, Wandhalter, …) mit entsprechendem Platzbedarf erfordert. Schlussendlich besteht beim Hantieren mit dem Hardtop die latente Gefahr, versehentlich Kratzer oder Beulen am SL oder dem Hardtop durch schiefes oder zu frühes Aufsetzen zu hinterlassen.

Das Hantieren mit dem Hardtop ist so aufwändig, dass es nur selten genutzt wird. Insbesondere für wenige Tage lohnt der Aufwand für das Aufsetzen und anschließende Abnehmen nicht. Daher verbleibt das Hardtop – nach anfänglicher Begeisterung – leider meist dauerhaft in der Garage.


Lösungsansatz: Hardtop-Lift

Als deutlich bequemere und platzsparendere Lösung bietet sich ein Hardtop-Lift an, den es käuflich mit Flaschenzug für die Garagendecke gibt. Damals bot Mercedes auch einen fahrbaren Lift für den R129 an. In allen Fällen wird das Hardtop über einen Greifer vorne an den beiden Hakenverschlüssen und hinten am unteren Rand gehalten und über einen Flaschenzug angehoben. Das Auto kann dann weggefahren werden, ohne dass das Hardtop verstaut werden muss.

Als Problem stellt sich oft die geringe Deckenhöhe der Garage heraus, wie folgende Höhenabschätzung zeigt: SL 1,30 m, Hardtop 0,50 m, Greifer mit Haken 0,15 m, Flaschenzug 0,30 m, zusammen rund 2,25 m ohne Reserven. Bei einer Deckenhöhe von 2,30 m würde das Hardtop gerade 5 cm Abstand über dem SL-Dach haben. Höhere Decken bieten mehr Sicherheitsabstand zwischen Hardtop und SL, niedrigere Decken sind für übliche Flaschenzüge ungeeignet.

Weiterhin muss über dem SL-Dach die Decke frei sein, damit das hochgezogene Hardtop Platz hat. Ein dort befindlicher Teil des Garagentors oder des Torantriebs können zum Ausschlusskriterium für das ganze Projekt werden.

Der kranartige fahrbare Lift von Mercedes kommt mit deutlich weniger Deckenhöhe aus. Er steht hinter dem SL und hebt das Hardtop ein paar cm an, so dass der SL nach vorne weggefahren werden kann. Zum Aufsetzen wird der SL rückwärts an diese Position gefahren und das Hardtop aufgesetzt. Das Einfahren mit geschlossenem Verdeck kollidiert jedoch mit dem dort hängenden Hardtop, es sei denn, die Garage bietet genug Platz, um den fahrbaren Hardtop-Lift mitsamt daran hängendem Hardtop woandershin zu manövrieren. In deutschen Normgaragen ist jedoch schlicht nicht genug Platz für den SL und auch noch den fahrbaren Lift mitsamt daran hängendem Hardtop.


Planung eines Hardtop-Lifts für niedrige Garagen

Für unsere Garage mit knapp 2,20 m Deckenhöhe ist ein üblicher Lift keine Lösung, weswegen das Panorama-Glasdach bisher auf einem Ständer parkt. Die mühsame Handhabung und der Platzbedarf haben mich einige Zeit lang gewurmt, zumal das Hardtop eigentlich problemlos unter die Decke passen würde, wenn der Greifer nur weit genug hochgezogen werden könnte.

a) Idee und Alternativen

Bild 01 - Skizze Gesamtsystem

Die grundlegende Konstruktion ist recht einfach [Bild 01]: Das Seilende wird am Deckenträger befestigt, läuft über dessen erste Rolle nach unten, unter der Rolle des Greifers durch wieder nach oben und über die zweite Rolle im Deckenträger zur Seilwinde. Durch den Flaschenzug-Effekt ergibt sich eine Untersetzung von 2:1, der Greifer hebt sich somit nur halb so schnell wie die Seilwinde zieht, das Dach bewegt sich also schön langsam und ermöglicht angenehmes Rangieren.

Die beiden Rollen des Deckenträgers haben so viel Abstand zueinander, dass die Seilrolle des Greifers dazwischen passt. Je nach Rollengröße wäre es damit theoretisch möglich, das Dach bis auf etwa 10 cm unter die Garagendecke zu heben. Bei mir sind es rund 20 cm geworden, da einerseits die Achse der Greifer-Rolle an die Unterkante des Deckenträgers (oberer Totpunkt, OT) stößt, wodurch die Greifer-Rolle nur halb zwischen die beiden Deckenträger-Rollen eintaucht [Bild 02], und andererseits das Hardtop mit etwas Sicherheitsabstand unter dem Greifer hängt. Trotzdem ergibt sich ein Abstand von gut 30 cm zwischen den unten herausragenden Führungsstiften des Hardtops und dem SL-Softtop für entspanntes Ein- und Ausfahren des Autos.

Bild 02 - Eingetauchte Greifer-Rolle im Deckenträger

Theoretisch wäre eine deutlich höhere Endlage möglich, wenn man einen passenden Ausschnitt im Deckenträger für die Achse der Greifer-Rolle realisieren und den Abstand der Greifer-Längsrohre auf 5 cm erhöhen würde, so dass die Längsrohre über die Schrauben im Deckenhalter gleiten könnten (gewinnt 5 cm Höhe). Außerdem muss das Hardtop bis auf 1 cm Abstand an den Greifer gezogen werden (weitere 5 cm Höhengewinn), was dann aber keinen Spielraum für Schutz vor Kratzern mehr erlaubt. Die Schwächung der Konstruktion und der entfallende Sicherheitsspielraum war mir den geringen Höhengewinn jedoch nicht wert, zumal mir der jetzige Abstand von gut 30 cm ausreicht. Bei sehr niedrigen Decken von unter 2 m Höhe wäre das aber eine Option.

b) Kostenschätzung

Eine derart ineinanderpassende Konstruktion von Deckenhalter und Hardtop-Greifer läuft auf einen Selbstbau hinaus (Baumarktteile für rund 80 Euro). Weiterhin sollte das Hardtop mit einer Hand geführt und mit der anderen Hand die Höhe bedient werden können, was einer elektrischen Seilwinde (rund 60 Euro) den Vorzug vor einer Handkurbel gibt. Dazu kommen noch gut 10 Euro für die Deckenhalterung der Winde sowie knapp 10 Euro für zwei Seilrollen. Insgesamt habe ich rund 160 Euro ausgegeben. Da ich die Idee bereits 2022 grob skizziert und einige Teile wie die Seilwinde gekauft hatte, der eigentliche Bau aber bis zum Sommer 2025 warten musste, sollte heute mit etwas höheren Kosten gerechnet werden.

c) Randbedingungen

Bild 03 - Bohrständer
Bild 03 - Bohrständer

Für saubere Bohrlöcher durch beide Seiten der Vierkantrohre bietet sich der Einsatz eines Bohrständers an [Bild 03]. Wenn die Maschine schon aufgebaut ist, kann man auch gleich alle anderen Löcher damit bohren. ;-)

Der Einfachheit halber werden nur Schraubengrößen M5, M6 und M8 verwendet. Alle Schrauben sind – falls erhältlich – als Bolzenschrauben ausgelegt und werden entweder quer (auf Scherung) beansprucht oder dienen nur der Fixierung, tragen aber selbst keine Lasten. Weiterhin habe ich – wo immer möglich – das Selbsttrageprinzip verwendet, so dass die Bauteile aufeinander liegen und sich selbst tragen, die Schrauben also nur zum Fixieren und gegen mögliches Verrutschen nötig sind.

Die verwendeten Seilrollen (Ø 90 x 22,5 mm, Loch Ø 10 mm) sind für den Kraftsport gedacht, wo – etwa beim Gewichtheben – große Lasten mit dünnen Seilen über solche Rollen laufen. Sie sind doppelt kugelgelagert, haben schmale Seilrillen und können für kleines Geld (zwei Stück für rund zehn Euro) bei einem Online-Händler wie eB… oder Am… erworben werden. Die im Baumarkt erhältlichen Seilrollen sind meist ungeeignet, da sie breite Seilrillen für die im Bootsbereich üblichen Hanf- oder Kunststoffseile haben, oft aus weichem Nylon gefertigt sind und keine Kugellager aufweisen.

Das ganz leichte Einfetten der Schrauben lernte ich von einem Handwerker, damit sie sich leichter eindrehen lassen und nicht rosten, was bei feuchter Luft in der Garage – etwa im Winter – durchaus passieren kann. Die verwendeten Schrauben und Muttern sind zwar verzinkt oder aus Edelstahl, aber als zusätzliche Maßnahme kann das Prinzip sicher nicht schaden. ;-)


Aufbau Deckenträger

Bild 04 - Skizze Deckenträger

Aus einem Alu-L-Profil 35,5 x 65,6 x 2,4 mm werden für den Deckenträger [Bild 04] zwei Teile zu je 40 cm Länge abgesägt, welche die Seitenteile bilden [Bild 05]. Im L-Profil sind bereits in regelmäßigen Abständen von 25 mm Langlöcher mit 6 mm Breite vorhanden, was die weitere Bearbeitung deutlich vereinfacht.

Mit drei Schrauben M6 x 40 mm werden die zwei L-Profile mit 25 mm Abstand zueinander montiert. Aus einem Alu-Rohr Ø 8 x 1 mm sägt man drei Stücke mit je 25 mm Länge ab, welche – über die 6er Schrauben geschoben – als Abstandshalter zwischen den Seitenteilen dienen und netter aussehen als nur mit Muttern justierte Schrauben [Bild 06].
Die beiden äußeren 6er Schrauben kann man für ein zusätzliches Sicherungsband nutzen, dass nach dem Hochziehen verhindert, dass das Hardtop versehentlich oder unbeobachtet absinken kann.

Bild 05 - Deckenträger, Teile Bild 06 - Deckenträger, vormontiert

Für die zwei Schrauben M8 x 40 mm, welche später die Last der Seilrollen tragen, werden die vorhandenen 6-mm-Langlöcher im L-Profil am unteren Ende auf 8 mm aufgefeilt, was angesichts des Werkstoffs kein großer Aufwand ist. Die Fläche, wo die Schraube später unter Last aufliegt, sollte jedoch möglichst flächig (d.h. möglichst ohne Ansenkungen) ausgeführt werden, um den Werkstoff gleichmäßig zu belasten.
Aus einem Alu-Rohr Ø 10 x 1 mm sägt man zwei Stücke mit je 25 mm Länge ab, auf denen die Seilrollen laufen. Diese sind 22,5 mm breit und werden mit großen Unterlegscheiben Ø 10 mm zwischen den Seitenteilen eigepasst.

Bild 07 - Stählerne Seilrolle
Bild 07 - Stählerne Seilrolle

Bei mir sieht die erste Seilrolle anders aus als die zweite. Das liegt daran, dass der Seilwinde eine stählerne Umlenk-Seilrolle beilag [Bild 07], die ich nicht wegwerfen wollte, sondern als erste Rolle im Deckenträger verwendet habe. Sie hat ein Loch Ø 12 mm, so dass ich ein Alu-Rohr Ø 12 x 1 x 20 mm als Lager eingesetzt habe. Die erste Seilrolle führt das Seil vom fixierten Ende nach unten zur Greifer-Rolle und hat eh nur statische Funktion. Außerdem brauchte ich so nur zwei weitere Rollen zu kaufen.

Als Hinweis sei angemerkt, dass der Abstand zwischen Seilkausche und vorderer Rolle für die Alu-Pressklemmen benötigt wird, damit das Seil anschließend sauber über die vordere Rolle nach unten laufen kann. Falls man sich die vordere Rolle spart und die Seilkausche gleich an der 8er Schraube befestigt, kann die Greifer-Rolle nicht mehr über die Alu-Pressklemmen und die Kausche hinweg hochgezogen werden, wodurch man mindesten 10 cm Höhe verliert. Die Höherlegung der 8er Schraube rettet max. 3 cm, aber der Mehrwert des Hochziehens der Greifer-Rolle zwischen(!) die Deckenhalter-Rollen ist futsch.

Bild 08 - Schraube als Achse für Umlenkhebel
Bild 08 - Schraube als Achse für Umlenkhebel
Bild 08a - Schraube als Achse für Umlenkhebel
Bild 08a - Schraube als Achse für Umlenkhebel

Für die Abschaltsicherung der Seilwinde habe ich direkt neben der zweiten Seilrolle eine Schlossschraube M6 x 30 eingesetzt, die innen etwa 1 mm Abstand zur Seilrolle hat und außen als Achse für den Umlenkhebel fungiert [Bilder 08, 08a].
Der Umlenkhebel hat die Form eines L mit einem verlängerten waagrechten und einem kürzeren senkrechten Arm. Beim Annähern des Greifers wird der waagrechte Arm von der Schraube, die als Achse der Greifer-Seilrolle verwendet wird, nach oben bewegt. Der senkrechte Arm drückt dabei über eine lange Stange den Abschalthebel der Seilwinde, welcher den eigentlichen Abschaltknopf betätigt [Bilder 08b, 08c, 08d, 08e, 08f, 08g, 08h]. Dadurch stoppt der Motor in Aufwärtsrichtung und läuft auch bei erneutem Drücken des Aufwärts-Knopfs nicht mehr in diese Richtung an. Nur der Abwärts-Knopf geht noch. Wenn der Greifer ein Stück heruntergefahren ist, wird der Abschaltknopf wieder freigegeben und die Aufwärtsrichtung funktioniert wieder.

Bild 08b - Hebel und Gestänge für Notabschaltung Bild 08c - Längsansicht mit Hebel oben, d.h. aufwärts ist abgeschaltet Bild 08d - Stange per Kabelbinder am Abschalthebel befestigt

Als Referenzpunkt für die Höhe des Greifers eignet sich nur die Achsschraube der Greifer-Seilrolle, weil sie - egal ob am Leer-Tragepunkt oder am Last-Tragepunkt eingehängt - beim Hochziehen am Deckenhalter anschlagen würde (oberer Totpunkt, OT), wenn die Seilwinde nicht rechtzeitig vorher stoppt. Andere Teile des Greifers wie etwa die Längsrohre sind als Referenzpunkt ungeeignet, da sie sich nach vorne, nach hinten oder zur Seite neigen können und zusätzlich die unterschiedliche Höhe des Tragepunktes dazukommt. Für die Abschaltung der Seilwinde müsste also enorm viel Höhenreserve eingeplant werden, wodurch viel Höhe verloren geht.

Bild 08e - Hebel ist unten Bild 08f - Hebel ist oben Bild 08g - Greifer unten, auf und ab funktionieren Bild 08h - Greifer oben, aufwärts ist abgeschaltet

Zu den Maßen sei gesagt, dass bei der von mir verwendeten Seilwinde die Stange 18 mm weit gegen den per Feder vorgespannten Abschalthebel gedrückt werden muss, damit der Abschaltknopf auslöst. Dazu habe ich zwei Bleistiftmarkierungen an der Stange angebracht, gut erkennbar in den Bildern 08e und 08f. Über die Markierungen kann die Höhenlage des waagrechten Hebelarms so bestimmt werden, dass der Abschaltpunkt etwa 2-3 mm vor Erreichen des OT erfolgt. Da der Motor nicht schlagartig stehen bleibt, bewegt sich der Greifer nach Abschaltung noch etwa 1 mm weiter nach oben. Den Rest von 1-2 mm habe ich als Reserve vorgesehen.
Der Auslöse-Weg das waagrechten Hebelarms ist näherungsweise über das Hebelverhältnis von rund 45 mm senkrecht zu 85 mm waagrecht auszurechnen. Dementsprechend muss sich der waagrechte Hebelarm etwa 34 mm weit nach oben bewegen, bevor die Abschaltung erfolgt. Übrigens habe ich als waagrechte Verlängerung den Rest des Alu-Quadratrohrs der vorderen Halterstabilisierung verwendet (siehe Bild 27), das ich sonst weggeworfen hätte. Alternativ könnte man auch ein passendes Stück Flachstange absägen.

Für die Deckenmontage habe ich 8 Bohrlöcher Ø 8 mm gesetzt und den Deckenträger mit Schrauben Ø 5,5 x 60 mm in entsprechenden Dübeln 8 mm festgezogen – sitzt bombenfest.


Aufbau Seilwinde

Bild 09 - Seilwinde, montiert

Die elektrische Seilwinde [Bild 09] aus dem nahen niederländischen Baumarkt hat ein 12 m langes Stahlseil mit 3 mm Durchmesser und kann 100 kg heben. Über die oben genannte Untersetzung von 2:1 hebt sie nun das doppelte Gewicht, aber mit halbem Tempo. Weiterhin hat sie einen Softstart in beide Richtungen, der Motor fährt die Drehzahl also sanft hoch, anstatt bei jedem Tastendruck am Seil zu rucken. Daneben sorgen zwei Sicherungen [Bild 10] für sofortiges Abschalten: a) sobald das Seilende an der Winde ankommt, b) falls der Seilwickel nicht sauber auf- und abrollt (etwa, wenn im Wickel lose Seilschlaufen vorhanden sind, die keinen konstanten Zug am Seil erlauben und beim Abwickeln das Seil springen lassen können).

Ursprünglich war die Winde für senkrechtes Ziehen nach oben ausgelegt. Da sie bei mir jedoch seitlich ziehen soll, habe ich sie auf die Seite gelegt und mit zwei Schwerlastwinkeln (Balkenwinkel 160 x 240 x 50, Stahl) an der Garagendecke montiert. Die Winkel halten die Seilwinde zwar sicher an der Decke, können aber winzige Nickbewegungen nicht verhindern, die die kräftige Winde beim Ziehen vollführt. Zwei Diagonalstreben (2x Alu-Flachstab 30 x 3 x 250 mm) fangen diese Nickbewegungen ab [Bild 11].

Bild 10 - Seilwinde, Sicherungen Bild 11 - Seilwinde, Diagonalstreben

Der Abstand zwischen Deckenträger und Seilwinde sollte als Daumenwert etwa das Zehnfache der Wickelbreite (8 cm) haben, also rund 80 cm, damit sich das Seil von selbst in sauberen Lagen auf dem Wickel ablegt. Bei mir sind es 83 cm – und tatsächlich ergibt sich ein schön sauberer Wickel.

Bild 12 - Seilkausche und Alu-Pressklemmen
Bild 12 - Seilkausche und Alu-Pressklemmen

Der am Seilende vormontierte Haken mitsamt Gewicht wird nicht gebraucht und abgeschnitten. Das nun freie Seilende wird um eine Seilkausche gelegt, mit zwei dicht aufeinander folgenden Alu-Pressklemmen fixiert und im Deckenträger an der vorderen oberen 6er Schraube festgemacht.
Die Alu-Pressklemmen habe ich mangels geeignetem Spezialpresswerkzeug mit meiner Rohrzange zusammengepresst, was zwar nicht schön aussieht [Bild 12], aber hält – siehe späterer Lasttest.

Die Abschaltsicherung am Seilende funktioniert so nicht mehr, da das Seil ja im Deckenträger endet und nie an der Winde ankommt. Daher wird der zugehörige Windenschalter nun per Gestänge vom Deckenträger aus betätigt, sobald der Greifer oben am Deckenträger ankommt. Den alternativen Anbau eines zusätzlichen elektrischen Unterbrecherschalters am Deckenträger habe ich verworfen, weil dort kaum Platz für eine sichere Montage von spannungsführenden Teilen ist.
Die andere Sicherung gegen Schlaufen im Seilwickel ist lageunabhängig und bleibt unangetastet.

Das elektrische Anschlusskabel ist nur etwa ½ m lang, so dass ich von der nahen Wandleitung eine Stichleitung mitsamt Steckdose bis in die Nähe der Seilwinde legte [Bild 13]. Nominell hat die Winde eine maximale Leistung von 450 Watt [Bild 14], aber selbst beim Hochziehen des Glasdachs waren es nie mehr als 100 Watt – die Winde ist für die Aufgabe völlig überdimensioniert und läuft quasi im Leerlauf.

Bild 13 - Seilwinde, Stromanschluss Bild 14 - Seilwinde, technische Daten


Aufbau Hardtop-Greifer

Bild 15 - Greifer, komplett

Der Greifer [Bild 15] ist das aufwändigste Element des Hardtop-Lifts. Er trägt das Hardtop vorne an den beiden Hakenverschlüssen, die etwa 80 cm Abstand haben, und hinten am unteren Rand. Diese drei weit auseinanderliegenden Haltepunkte bedingen eine ausladende Konstruktion mit hoher Stabilität, zumal wenn man ein schweres Glasdach heben möchte.

a) Rückgrat

Das Rückgrat des Greifers besteht aus zwei längsparallelen Quadratrohren (Alu-Vierkant-Profil 29,5 x 29,5 x 2,4 mm, je 1,25 m lang) mit 4 cm Abstand, zwischen denen die Greifer-Seilrolle läuft, sowie einem quer aufliegenden gleichen Quadratrohr von 1 m Länge an der Kopfseite. Zur Stabilisierung des exakten 90°-Winkels zwischen dem Querrohr und beiden Längsrohren [Bild 16] werden zwei schlanke Alu-Flachstäbe 20 x 2 x 250 mm im 45°-Winkel mittels Schrauben M5 x 40 mm an den Rohren angebracht.
Zur eindeutigen Bestimmung habe ich alle Teile mit Symbolen für Links (L) und Rechts (R) versehen. Dadurch ist später – nach Reinigung und Lackierung – die richtige Zuordnung und Montage an der richtigen Position möglich.

Bild 16 - Greifer, demontiert

Bild 17 - Greifer, Diagonalstäbe, getauscht
Bild 17 - Greifer, Diagonalstäbe, getauscht
Bild 17a - Exakter 90°-Winkel
Bild 17a - Exakter 90°-Winkel

Schräg kann es werden, wenn das Querrohr nicht genau rechtwinklig zu den Längsrohren liegt. Dann verschiebt sich die Seilrolle seitlich gegenüber dem Schwerpunkt, was zu einem schief hängenden Greifer führt. Sollte mit eingehängtem Hardtop beim Hochziehen des Greifers die Konstruktion leicht schief hängen, dann deutet das auf falsch montierte Diagonalstäbe hin.
Genau dieser Fall trat bei mir auf, was ich durch Tausch der beiden Stäbe lösen konnte [Bild 17]. Die Löcher hatten nicht wirklich identischen Abstand, sondern lagen bei einem Stab etwa 0,1 mm weiter auseinander als beim anderen Stab. Das reichte aber bereits aus, um beim Tausch des linken Stabes gegen den rechten wieder einen exakten 90°-Winkel zu erreichen [Bild 17a].

Die Quadratrohre gibt es in Längen von 1 und 2,5 m fertig im Baumarkt, so dass für die Längsrohre einfach ein 2,5 m-Rohr halbiert wurde. Theoretisch würden beim Querrohr mit 1 m Länge auch 90 cm Länge reichen, aber das bisschen seitlicher Überstand lohnt das Absägen nicht.

Es fällt auf, dass die meisten käuflichen Greifer nur ein Längsrohr haben. Das positioniert die Seilrolle zwangsweise über dem Rohr und erschwert eine höhensparende Bauweise. Daneben bieten zwei Längsrohre deutlich mehr Stabilität als eines, insbesondere wenn ich an unser schweres Glasdach denke.

b) Tragepunkte

Bild 18 - Greifer, Last-Halter mit Schlossschrauben
Bild 18 - Greifer, Last-Halter mit Schlossschrauben

Für die Greifer-Träger werden aus einem Alu-L-Profil 35,5 x 65,6 x 2,4 mm zwei Teile zu je 10 cm Länge abgesägt, etwa indem man das Reststück des Deckenträgers von 20 cm Länge halbiert. Die L-Profile greifen an geeigneter Stelle unter die Längsrohre und erhalten oben mittig ein Loch Ø 8 mm für eine Schraube M8 x 50 mm, welche später die Last der Greifer-Seilrolle trägt.

Für den Last-Tragepunkt findet sich die „geeignete Stelle“ später durch Auswiegen mit eingehängtem Hardtop (siehe Abschnitt „Montage“). Sie ist beim normalen (leichten) Hardtop anders als beim (schweren) Glasdach. Durch die 10 cm lange Auflagefläche zwischen L-Profil und Längsrohr verteilt sich die Last recht gut und vermeidet eine Punkt- oder Kerbspitze, die das Längsrohr knicken lassen könnte.
Befestigt werden die L-Profile von unten jeweils mit zwei Schlossschrauben M6 x 40 mm, deren Vierkant genau in die Langlöcher der L-Profile greift und mit ihrem halbrunden Kopf ein mögliches Verkratzen des direkt darunter schwebenden Hardtops reduzieren oder verhindern helfen [Bild 18].

Bild 19 - Greifer, Laufrolle
Bild 19 - Greifer, Laufrolle
Bild 20 - Greifer, Leer-Halter
Bild 20 - Greifer, Leer-Halter

Als Laufbuchse wird aus einem Alu-Rohr Ø 10 x 1 mm ein Stück mit 35 mm Länge abgesägt und auf die 8er Schraube geschoben. Es dient als Abstandshalter zwischen den L-Profilen und trägt später die Greifer-Seilrolle. Diese ist 22,5 mm breit und wird mit großen Unterlegscheiben Ø 10 mm und zwei Distanzstücken á 5 mm zwischen den L-Profilen eingepasst. Die Distanzstücke stellt man aus einem Alu-Rohr Ø 12 x 1 mm her und presst sie ganz wenig oval, so dass sie auf dem 10er Alu-Rohr etwas klemmen und zusammen mit der Seilrolle eine später leicht handhabbare Einheit bilden [Bild 19].

Der Leer-Tragepunkt für den unbelasteten Greifer – wenn also das Hardtop auf dem SL liegt und der Greifer „leer“ ist – liegt deutlich vor dem Last-Tragepunkt. Den Punkt kann man auswiegen, sobald der Greifer komplettiert ist. Da dann ja nur der leere Greifer mit 5,1 kg Gewicht gehalten werden muss, habe ich der Einfachheit halber zwei fertige Stahlwinkel 95 x 40 x 35 x 2,5 mm verwendet [Bild 20], die ähnlich dem Last-Tragepunkt unter die Längsrohre greifen und jeweils mit zwei Schrauben M5 x 40 mm montiert werden.

c) Halterung hinten [Bild 21]

Bild 21 - Greifer, Halter hinten
Bild 21 - Greifer, Halter hinten

Ein Querloch Ø 8 mm durch beide Längsrohre etwa 3 cm vor dem hinteren Ende hält eine durchgehende lange Schraube M8 x 120 mm. Dort wird die Kette zur Heckwinkelhalterung eingehängt, die es mit 80 kg Zugkraft als Meterware zu kaufen gibt und auf etwa 42 cm Länge (13 Glieder) gekürzt wird. An beiden Enden der Kette habe ich bequemerweise passende Schraubkarabiner verwendet. Die Gesamtlänge (13 Kettenglieder plus zwei Schraubkarabiner) beträgt 49 cm.

Als Abstandhalter zwischen den Längsrohren wird ein Alu-Rohr Ø 10 x 1 x 40 mm abgesägt und über die 8er Schraube geschoben. Zur mittigen Führung des oberen Kettenglieds dienen zwei Alu-Rohre Ø 12 x 1 x 18 mm.

Bild 22 - Greifer, Halter hinten, Heckwinkelhalter
Bild 22 - Greifer, Halter hinten, Heckwinkelhalter

Der Heckwinkelhalter besteht aus einem Stahlwinkel 90 x 65 x 90 x 2,5 mm, bei dem ich einen Schenkel etwa 10 mm nach dem Knick um weitere 50° nach innen gebogen habe [Bild 22]. Die Innenflächen habe ich mit 5 mm starkem Gummi ausgelegt, um ein Verkratzen des Hardtop-Rahmens zu verhindern. Das untere Kettenende wird am längeren(!) Schenkel an einem bereits mittig vorhandenen Loch eingehängt.

Der Winkel muss die halbe Last des Hardtops tragen und steht gleichzeitig über die Schrägstellung der Kette zusätzlich auf Zug. Das macht er zwar problemlos mit, wie ich bei den Probemessungen festgestellte, trotzdem habe ich vorsichtshalber einen zweiten gleichen Heckwinkelhalter hergestellt und mit einer zweiten gleichen Kette (aus dem Rest der 1 m-Kette) an der 8er Schraube eingehängt. Anstatt zweier 18 mm-Rohre wird dann nur ein Alu-Rohr Ø 12 x 1 x 18 mm benötigt und zwischen die Kettenenden gesetzt.

Als Hinweis sei angemerkt, dass die Stahlwinkel teils recht scharfkantig sein können und „geputzt“ (also die Ecken und Kanten gerundet) werden sollten. Das habe ich bei allen Ecken und Kanten mit einer Feile sichergestellt.

d) Halterung vorne [Bild 23]

Bild 24 - Greifer, Halter vorne, Ausschnitt
Bild 24 - Greifer, Halter vorne, Ausschnitt
Bild 23 - Skizze Greifer-Details

Zwei L-förmige Halter hängen mit 80 cm Abstand am Querrohr, jeweils mit vier Schrauben M5 x 40 mm montiert. Den senkrechten Teil des L bildet ein Alu-Quadratrohr 67,5 x 23,5 x 1,5 x 200 mm, an dessen unterem Ende ein Stahlwinkel 90 x 65 x 90 x 2,5 mm angeschraubt ist und mit seinem zweiten Schenkel den waagrechten Teil des L darstellt. Dieser waagrechte Teil erhält einen Einschnitt von 15 x 30 mm, wo der Hakenverschluss des Hardtops umfasst wird [Bild 24].

Eine Stabilisierung des L erscheint angebracht, da das Hardtop zwar nur senkrecht aufliegt und diese senkrechte Last vom L locker gehalten wird, aber durch den schräg hängenden Heckhalter zusätzlich Druck nach vorne entsteht, der das L nach vorne verbiegen könnte. Daher wird zur Stabilisierung ein Alu-Blech 60 x 140 x 1,5 mm leicht z-förmig angewinkelt, auf der Rückseite des Querrohrs gegenüber dem L montiert und unten an den Schrauben des Stahlwinkels befestigt. Die Kicke erfolgen von oben nach unten gesehen nach 30 mm und nach weiteren 85 mm, jeweils mit 19° Knickwinkel.
Anstelle des Alu-Blechs kann man auch ein passend bearbeitetes Alu-Quadratrohr 67,5 x 23,5 x 1,5 x 140 mm verwenden. Die einfachste Variante ist das Anbringen mit dem Vierkantrohr nach hinten. Alternativ – und erheblich zur Stabilisierung beitragend – ist das Anbringen mit dem Vierkantrohr nach vorne, wobei das Rohr sich unten am Querrohr abstützt und dadurch das mögliche Abbiegen nach vorne (durch den Druck vom Heckhalter nach vorne) verhindert [Bild 25]. Dazu zeichnet man am Alu-Quadratrohr die schrägen 19°-Schnitte an [Bild 26], sägt sie ab [Bild 27] und biegt die Flächen z-förmig um die besagten 19°.

Bild 25 - Greifer, Halter vorne, komplett Bild 26 - Greifer, Halter vorne, Schrägblech angezeichnet Bild 27 - Greifer, Halter vorne, Schrägblech gesägt

Bild 28 - Greifer, Halter vorne, Hölzer
Bild 28 - Greifer, Halter vorne, Hölzer

Holz: Das Hardtop soll vorne an seinen beiden massiven Metallplatten mit den Hakenverschlüssen getragen werden, wobei die vor den Hakenverschlüssen liegende, nach unten überstehende Gummileiste auf keinen Fall eingeklemmt werden darf. Der Abstand zwischen Metallplatte und Stahlwinkel liegt bei 15 bis 20 mm (weniger bedeutet geklemmtes Gummi, mehr passt nicht zwischen SL-Scheibenrahmen und Metallplatte). Ein passend zugeschnittenes Holzstück aus einem festen Echtholzbrett mit 18 mm Dicke trägt die Metallplatte sicher und ohne Kratzgefahr und wird von unten mit kurzen Holzschräubchen befestigt [Bild 28].
Weiterhin soll sich das Hardtop mit der Gummileiste nach vorne am senkrechten L anlehnen können, benötigt dazu aber eine schräge Fläche zur Vermeidung von Quetschkanten. Auch dieses Schrägteil habe ich aus obigem Echtholzbrett hergestellt und mit kurzen Holzschräubchen befestigt.

Als Hinweis sei auch hier das „Putzen“ (also Abrunden) der teils scharfkantigen Stahlwinkel angeraten.

e) Abstandshalter und Glasschutz

Bild 29 - Deckenabstandshalter
Bild 29 - Deckenabstandshalter

Vier Deckenabstandshalter sorgen für eine stabile und gerade Position des Greifers unter der Garagendecke. Dazu werden auf beiden Enden des Querrohrs und auf den hinteren Enden der Längsrohre Löcher mit M5-Schraubgewinde hergestellt, in die vorne zwei Schlossschrauben M5 x 70 mm und hinten zwei Schlossschrauben M5 x 100 mm eingesetzt und mit je einer Konterschraube fixiert werden [Bild 29]. Vorne ragen sie 60 mm hoch auf, hinten 90 mm.
Meinen ursprünglichen Gedanken, die Abstandshalter aus Holz herzustellen, habe ich der Einfachheit halber aufgegeben und mich für die Schlossschrauben entschieden.

Als Kratzschutz für das Hardtop wird unter den Längsrohren auf ganzer Länge – zumindest aber an den beiden Haltepunkten – eine weiche Gummischicht angebracht (etwa selbstklebende Autotürschutzmatten für die Garagenwand). Sie verhindert das mögliche Verkratzen des Hardtops, wenn der Greifer versehentlich zu niedrig abgelassen wird und teilweise oder ganz auf dem Hardtop aufliegt (und man vergessen hat, vorher eine Decke oder dicke Pappe unterzulegen).


Montage

Zur Positionierung von Deckenträger und Seilwinde in der Garage wird der SL an seine übliche Stelle in der Garage gefahren. Dabei sollte man rundum ein paar cm Platz lassen, damit man nicht versehentlich das Auto sehr knapp an den Wänden platziert und später beim Handhaben des Hardtops Platz- oder Hantierprobleme bekommt.

Der Deckenträger soll an der Garagendecke längs über dem SL hängen, die Trägermitte etwa 5 cm hinter der Seitenscheibe, und die Seilwinde mit etwa 80 cm Abstand dahinter über dem Kofferraum.
Die Stellen werden an der Decke markiert, die Dübellöcher gebohrt und beide Teile festgeschraubt. Bei mir habe ich Löcher mit Ø 8 mm gebohrt, für den Deckenträger 8 Löcher, für die Seilwinde 10 Löcher plus 2 Löcher für die Diagonalstreben.

a) Seilführung

Bild 30 - Seilstraffung

Das in der Kausche gefasste Seilende führt man unter leichtem Zug in Fahrtrichtung gesehen von hinten in den Deckenhalter über die zwei Rollen hinweg zur vorderen oberen 6er Schraube, die kurz gelöst und mit der übergestreiften Kausche wieder festgezogen wird. Das Seil darf dabei nicht verdreht werden.

Um keine Seilschlaufen im Seilwickel entstehen zu lassen sollte das Seil während der Arbeiten immer leicht unter Zug gehalten werden. Sollten doch welche entstehen, so muss man das Seil unter straffer Haltung so weit abwickeln, bis alle Seilschlaufen weg sind und der Wickel wieder „glatt“ ist. Danach kann man das Seil unter leichtem Zug wieder aufwickeln.

Zur Überbrückung der Zeit, bis das Seil wieder genutzt wird, zieht man zwischen den Rollen das Seil nach unten und hängt ein totes Gewicht (etwa den abgeschnittenen Originalhaken) ein, um das Seil straff zu halten [Bild 30].

b) Auswiegen des mit Hardtop belasteten Greifers (Last-Tragepunkt)

Bild 31 - Greifer, Last-Tragepunkt, Fixierung
Bild 31 - Greifer, Last-Tragepunkt, Fixierung

An den Längsrohren des Greifers werden recht weit hinten die zwei 10er Alu-L-Winkel gegenüber angelegt und mit Schraubzwingen fixiert. Dann hängt man die Greifer-Seilrolle in die herabhängende Seilschlaufe ein und befestigt die Rolle mit der 8er Schraube durch die gebohrten 8er Löcher in den Alu-L-Winkeln [Bild 31].

Nun legt man das Hardtop auf den Boden unter den Greifer, wobei eine große Pappe und einige dicke Hölzer unter dem Hardtop sowie eine dicke Decke auf dem Hardtop vor Kratzern schützen. Das Hardtop hängt man nun im Greifer ein, vorne an den L-Haltern und hinten mit dem Heckwinkelblech an der Kette.

Bild 32 - Greifer, Auswiegen mit Hardtop
Bild 32 - Greifer, Auswiegen mit Hardtop

Durch leichtes Anheben mit der Seilwinde sollte der Greifer nun waagrecht in die Höhe schweben, wobei das Hardtop leicht nach vorne geneigt im Greifer hängen soll [Bild 32]. Ansonsten positioniert man die Alu-L-Winkel entsprechend um und probiert es erneut. Die finale Stelle mitsamt Bohrlöchern wird an den Längsrohren angezeichnet, die Löcher gebohrt (Loch Ø 6 mm) und mit vier Schlossschrauben M6 x 40 mm von unten festgezogen.

Schlossschrauben haben einen flachen gerundeten Kopf und ein etwa 3 mm langes vierkantiges erstes Teilstück des danach runden Schraubbolzens. Der flache runde Kopf reduziert mögliche Kratzer bei Kontakt mit dem Hardtop und der Vierkant passt genau in die vorhandenen Langlöcher der Alu-L-Winkel. Alternativ kann man auch normale Schrauben M6 x 40 mm verwenden, sollte dann jedoch die Kopfkanten gut polstern.

c) Auswiegen des unbelasteten Greifers (Leer-Tragepunkt)

Den Leer-Tragepunkt des unbelasteten Greifers (ohne Hardtop) wiegt man ähnlich aus wie vorher den Last-Tragepunkt, nutzt jedoch die beiden Stahlwinkel, in die man die Greifer-Seilrolle umsteckt. Bei waagrecht schwebendem Greifer wird die finale Stelle mitsamt Bohrlöchern an den Längsrohren angezeichnet, die Löcher gebohrt (Loch Ø 5 mm) und mit vier Schrauben M5 x 40 mm von unten festgezogen.

d) Test

Bild 33 - Lasttest mit 94+5 kg
Bild 33 - Lasttest mit 94+5 kg

Nun wollte ich auch mal wissen, wieviel Last die gesamte Konstruktion eigentlich tragen kann und habe mich selbst (94 kg mit Klamotten) an den Greifer (5,1 kg) gehängt [Bild 33]. Auch leichtes Wippen und Schaukeln hat nirgendwo etwas wackeln oder nachgeben lassen. Wenn also die knapp 100 kg Testgewicht problemlos gehalten werden, dann stellen auch die 44 kg des Glasdachs kein Problem dar. Ich war zufrieden. 😊

Ein letzter Test am SL soll zeigen, ob der Greifer richtig funktioniert. Dazu hängt man das am Boden liegende Hardtop im Greifer ein [Bild 34] und zieht es hoch [Bilder 35, 36]. Nun fährt der SL mit geöffnetem Verdeck an seine vorgesehene Stelle, wobei reichlich Abstand zwischen SL-Scheibenoberkante und Hardtop sein sollte. Bei mir sind es etwa 30 cm Abstand.

Bild 34 - Einhängen des Hardtops Bild 35 - Hochziehen des Hardtops Bild 36 - Hardtop hochgezogen

Bild 37 - SL mit aufgesetztem Hardtop
Bild 37 - SL mit aufgesetztem Hardtop

Zum Ablegen des Hardtops auf dem SL steht man am besten seitlich neben dem SL, sodass man leicht an das von der Winde herabbaumelnde Bedienteil herankommt und mit der anderen Hand das im Greifer hängende Hardtop beim Absenken führen kann. Vor dem Ablegen auf dem SL legt man vorne auf dem Scheibenrahmen mittig ein Kantholz von rund 4 cm Stärke ab. Nach dem Ablegen des Dachs an der richtigen Stelle auf dem SL entspannt man das Seil ein wenig, steckt die Seilrolle vom Last-Tragepunkt in den Leer-Tragepunkt um, löst die Halterungen des Greifers vom Hardtop (erst hinten, dann vorne) und zieht den Greifer wieder hoch. Auch jetzt sollte reichlich Abstand zwischen SL-Dach und Greifer vorhanden sein. Nun setzt man sich in den SL, drückt das Dach vorne leicht hoch, entfernt das Kantholz, lässt die vorderen Haken in die Führungen gleiten und kann nun das Hardtop festziehen [Bild 37].

Die Gegenprobe mit dem Abheben des Hardtops vom SL (Dach lösen, Dach vorne leicht anheben und das Kantholz einlegen, Greifer absenken, im Hardtop einhängen, Seilrolle vom Leer- in den Last-Tragepunkt umstecken, Greifer mit Hardtop hochziehen) schließt die Testphase ab.

Bild 38 - Kantholz (4x8x20 cm)
Bild 38 - Kantholz (4x8x20 cm)

Das Kantholz – es kann auch ein kurzer Balken mit Querschnitt 4 x 8 cm, 20 cm lang, mit mehr Tragfläche sein [Bild 38], wichtig sind die 4 cm Höhe – hat den Zweck, die vorderen Hakenverschlüsse für den Greifer zugänglich zu machen. Ohne den 4 cm-Abstand zwischen Scheibenrahmen und Hardtop würde das Hardtop vorne bis auf einen schmalen Spalt in seine Führungen gleiten und die vorderen Halter des Greifers wären weder einführ- noch herausziehbar. Daher wird auch bei den üblichen Flaschenzügen meist ein solches Kantholz verwendet.


Ergebnis

Der weitgehend silberne Hardtop-Lift ist zwar nett, aber mir fehlte noch das zum SL passende Finish. Also habe ich alles wieder abgebaut und zerlegt, die Alu-Teile in unserer Wagenfarbe smaragdschwarz lackiert [Bild 39] (Deckenträger: [Bilder 40, 41, 42, 43], Greifer: [Bilder 44, 45, 46, 47]) und alles wieder montiert [Bild 48]. Jetzt passt der Lift auch optisch zu unserem Auto.

Bild 39 - Lackierung, Material Bild 40 - Deckenträger lackiert 1 Bild 41 - Deckenträger lackiert 2 Bild 42 - Deckenträger lackiert 3 Bild 43 - Deckenträger lackiert 4

Bild 44 - Greifer unlackiert Bild 45 - Greifer lackiert 1 Bild 46 - Greifer lackiert 2 Bild 47 - Greifer lackiert 3 Bild 48 - komplett montierter Hardtop-Lift


Ein paar Maße habe ich zwischendurch auch genommen:

  • Ohne Hardtop, also bei leer hochgezogenem Greifer:
    • Die vorderen L-Halter reichen etwa 30 cm von der Decke herab [Bild 49],
    • die hinteren an den Ketten aufgehängten Halter etwa 26 cm [Bild 50].
    • Der lichte Abstand zwischen dem tiefsten Punkt des leeren Greifers und dem SL-Dach beträgt etwa 60 cm.
  • Mit Hardtop, also bei beladen hochgezogenem Greifer:
    • Die Enden der mittleren Führungsstifte reichen etwa 60 cm von der Decke herab [Bild 51],
    • die hinteren Hakenverschlüsse etwa 57 cm [Bild 52].
    • Der lichte Abstand zwischen dem tiefsten Punkt des im Greifer hängenden Hardtops und dem SL-Softtop beträgt etwa 30 cm.

Insgesamt ergibt sich in allen Situationen ein beruhigender Abstand zwischen SL und hochgezogenem Greifer – ob nun mit oder ohne Hardtop.

Bild 49 - Hochgezogener leerer Greifer, Maß vorne Bild 50 - Hochgezogener leerer Greifer, Maß hinten Bild 51 - Hochgezogener Greifer mit Hardtop, Maß mitte Bild 52 - Hochgezogener Greifer mit Hardtop, Maß hinten


Dank des komfortablen Lifts nutzen wir das Hardtop nun öfter, um uns auch bei kühlem Wetter an unserem SL-Coupé mit Glasdach zu erfreuen. 😊

Viel Spaß wünscht Frank Risse