Feuchte Zündverteiler - das kleine Reparaturprogramm
Text und Fotos: Kai Bürger, 17.04.18 (ohne jegliche Gewähr)
Kurzbeschreibung – Austausch Simmerringe M119.972
Dies ist nur ein kleiner Leitfaden zum Tausch der Simmerringe und keine vollständige und professionelle Anleitung. Für Schäden kommt der Verfasser nicht auf. Die Empfehlung ist, immer eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Es sei auch noch der Hinweis gegeben, dass die Stirndeckel ausgebaut werden sollten - dazu kann man das große Reparaturprogramm anwenden Feuchte Zündverteiler - das große Reparaturprogramm.
Bevor die Arbeit mit dem Tauschen beginnen kann, ist zur Vorsicht die Batterie abzuklemmen. Weiter sollten die Zündleitungen an den jeweiligen Verteilerkappen markiert werden, an welcher Position welcher Zylinder angeschlossen ist. Meist müssen die Leitungen nicht abgezogen werden, kann aber passieren. Die Verteilerkappen sind mit drei Inbusschrauben befestigt. Eine davon befindet sich im unteren Teil und ist etwas schwer zu erreichen. Die Schrauben sind recht weich, so dass man beim Losbrechmoment besonders viel Fingerspitzengefühl walten lassen sollte. Schnell ist der Inbus rund gedreht. Nach Abnahme der Kappe kommt das untere Bild zum Vorschein.
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Verteilerfinger des Zündverteilers
Die blau eingekreisten Schrauben müssen ebenfalls gelöst werden, um den Läufer zu demontieren. Auch hier besonders vorsichtig sein. Danach ist noch die hintere Kappe zu entfernen und das nächste Bild kommt zum Vorschein.
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Simmerring Nockenwelle
Bei mir sah es so aus. Bis auf ein klein wenig Ölnebel alles ok. Es gab auch schon Fälle, wo keine Dichtung mehr vorhanden war. Dann sollte man hier aufhören und den SL in die Werkstatt schieben. Sollte das Bild so oder ähnlich sein, gilt es, mit etwas Erfindungsgeist die schwarze Dichtung zu entfernen.
Ich habe das in ca. 30 Minuten pro Seite geschafft. Werkzeuge waren ein Haken und diverse Schraubendreher. Ich habe zwei Löcher in die Dichtung gedrückt und abwechselnd an beiden Seiten gezogen. Das Ganze ist recht schwierig, da die Dichtung zum einen hart ist, eine umlaufende Feder integriert ist und der äußere Rand eine Metallverstärkung hat. Unter keinen Umständen darf die Dichtung nach hinten im Steuergehäuse verschwinden oder dürfen Kratzer an der Nockenwelle entstehen.
Die neue Dichtung lässt sich zum Beispiel mit zwei unterschiedlichen großen Sechskant-Nüssen einschieben. Passende Nuss nehmen, etwas einölen, Dichtung da drauf schieben, Nuss auf die Welle setzen und die Dichtung gleichmäßig eindrücken. Auch das ist nicht ganz einfach und erfordert viel Geduld. Nach dem Einschieben kann man mit einer etwas größeren Nuss die Dichtung weiter „einschlagen“. Bitte nur mit äußerster Vorsicht. Ist die Dichtung einmal zu weit drin, muss sie mühsam wieder ausgebaut werden.
Danach kann alles wieder montiert werden. Als Hinweis ist noch zu sagen, dass beim Zusammenbau neue Läufer, hintere Kappen, vordere Kappen und O-Ringe verwendet werden sollten (falls nicht vor kurzem geschehen).
Abschliessend noch die Mercedes-Anleitung zur Reparatur der Simmeringe:
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MB Reparaturanleitung Simmerringe ra01001192140x.pdf