Autogas-Umrüstung
Checkliste für Interessenten
Text: Peter Böhmer (CR16/S117)
Da in der Vergangenheit der eine oder andere SL-Fahrer, der sich für ein Gas-Nachrüstsystem entschieden hat, schlechte Erfahrungen in Bezug auf mangelhaften Einbau und sogar illegale Systeme gemacht hat, möchte ich Euch hiermit eine Art Checkliste an die Hand geben, die es Euch erleichtert, einen seriösen Gasumrüster zu finden.
- Für den Einbau des Gas-Nachrüst-Systems sollte man sich nur solche Umrüst-Betriebe aussuchen, die über entsprechende Schulungen zur Anerkennung als GSP-(Gas-System-Einbauprüfung) Werkstatt verfügen.
- Der Einbau-Betrieb sollte Mitglied der Kfz-Innung sein - erkennbar am blau-weißen Meisterschild - sowie am Zusatzschild „Anerkannter Betrieb für GSP". Hier ist sichergestellt, dass die persönliche Zuverlässigkeit des Unternehmers im Rahmen der Anerkennung überprüft wurde. Weiterhin dass das angestellte Personal regelmäßig an den in der StVZO vorgegebenen Schulungen teilnimmt.
Die Innungsmitgliedschaft ermöglicht es Euch außerdem, sollte es dennoch einmal zum Schaden kommen, die Schiedsstelle kostenlos in Anspruch zu nehmen.
- Bei der Auswahl des Gas-System-Herstellers bitte bestätigen lassen, dass nur Anlagen eingebaut werden, für die es auch eine Zulassung nach ECE 115 oder E 67 R gibt. Diese Kürzel sind entsprechende Zulassungs-Zeichen, wonach die technische Überwachungsorganisationen TÜV oder DEKRA eine Eintragung nach § 19.2 Einzelabnahme vornehmen, wobei hier zwingend auch ein Abgasgutachten der entsprechenden Organisationen vorliegen muss. Ohne dieses Abgasgutachten ist keine Eintragung möglich - die Betriebserlaubnis ist erloschen, man fährt illegal.
- Der seriöse Umrüster wird Euch neben der Anlagen-Garantie von zwei Jahren auch eine Garantie für betroffene Fahrzeugteile, insbesondere Motor und Katalysator anbieten. Diese Garantie wird über Zusatzversicherungen angeboten, die in der Regel immer ein Jahr laufen und mit relativ geringen Versicherungsprämien auf drei Jahre verlängerbar sind.
- Motorschäden im Gasbetrieb sind bei professioneller Arbeit die absolute Ausnahme. Erst recht unsere SL-Motoren fallen auch in Statistiken und schwarzen Listen kaum mit Beschädigungen auf, denn wir dürfen nicht vergessen, dass seitens der Hersteller keine Freigabe existiert.
Der Motor freut sich über den sauberen, alternativen Kraftstoff. Schäden am Motor können durch mangelhafte Einstellung oder ein falsch konfiguriertes System auftreten. Auch sollte erwähnt werden, dass die absolute Volllast-Tauglichkeit eingeschränkt wird (aber das dürfte bei unseren SL-Motoren wohl eher die Ausnahme sein). Durch entsprechende Zusatz-Additive lässt sich der Ventilverschleiß minimieren.
- Der Preis der Gasumrüstsysteme sollte in einem angemessenen Rahmen liegen. Als Faustformel gilt, je mehr Zylinder desto teurer. Für unsere SL-Fahrzeuge sind für Sechszylinder-Motoren inklusive TÜV-Eintragung Preise für gaseinblasende Verdampfer-Systeme je nach Hersteller von ca. 2.300 - 2.800 Euro realistisch, bei Achtzylinder-Fahrzeugen ca. 2.900 - 3.300 Euro. Solltet Ihr Euch für die neue Generation der Flüssiggas einspritzenden Systeme entscheiden, rechnet mit einem Aufpreis von etwa 400 bis 500 Euro. Dieses System ist auch für Zwölfzylinder-Motoren möglich.
Die Betankungs-Einrichtung lässt sich ohne Probleme unter der Tankklappe montieren.
Qualität und saubere hochwertige handwerkliche Arbeit lässt sich nicht zum Schnäppchenpreis einkaufen. Sehr häufig werden unseriöse Angebote von meist osteuropäsichen Reimport-Anlagen als Bauernfänger-Angebot verbreitet. Hiervon bitte nicht blenden lassen - zudem gibt es für diese Art Anlagen häufig keine Zulassung.
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