Riementrieb blieb stehen, ein sehr teurer Schaden

Aus Technikwiki R129
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Text und Fotos: Karl Kübler & Roland Küttner (CR19/S21)

An diesem Schadensfall kann man sehr gut erklären, was passiert, wenn man die Folgen nicht erkennt. Bei einem Clubfreund ist bei einer längeren Autobahnfahrt der Riementrieb unbemerkt „stehen geblieben“. Da an diesem Riementrieb etliche Verbraucher hängen, wie z. B. die Generator-Lichtmaschine, die Wasserpumpe für die Motorkühlung, die Servopumpe für die Lenkung usw., hat dies eine große Auswirkung, die man aber oft nicht sofort bemerkt. Als Erstes wird man an einer Kurve verwundert feststellen, dass die Lenkung schwergängig ist. Wem das noch nicht verdächtig erscheint, wird später mit Blick auf die Kühlwassertemperatur aufmerksam, die langsam in Richtung 100°C steigt. Irgendwann wird die Ladekontrolle der Batterie aufleuchten. Nun müssten spätestens im Kopf alle Warnlampen angehen, dass hier etwas nicht stimmt. Bei unserem Clubfreund stellte man nach Öffnen der Motorhaube fest, dass bei laufendem Motor der Riementrieb „steht“ und somit die Verbraucher, die von der Kurbelwellenscheibe angetrieben werden, auch „stehen“.

Ansicht Riementrieb mit demontierter Kurbelwellenscheibe
Ansicht Riementrieb mit demontierter Kurbelwellenscheibe


Generator

Mit ihm wird die Batterie laufend auf dem optimalen Ladezustand gehalten. Wenn der ausfällt, wird die Batterie „leer gelutscht“, bei Nacht umso schneller (zusätzlicher Stromverbrauch durch das Fahrlicht).


Wasserpumpe

Sie treibt das Kühlwasser durch den Motor und den Kühler, der natürlich seine Kühlfunktion bei Stillstand nicht mehr erfüllen kann – die Temperatur steigt.


Servopumpe

Sie unterstützt die Lenkkräfte durch Druckerhöhung im Lenkgetriebe, bei Ausfall ist der Kraftaufwand am Lenkrad deutlich höher.

Sollte sich einer dieser Fehler bei der Fahrt zeigen, dann ist Vorsicht geboten und man sollte umgehend anhalten. Dies hat unser Clubfreund nicht getan, weil er das Ziel noch erreichen wollte. Es wurde bei ihm während der Fahrt die Verbindung „Kurbelwelle zu Kurbelwellenrad“ unterbrochen, weil die Passfeder total ausgeschlagen war (siehe Foto). Warum das so war, ist ein Rätsel, vielleicht ein Materialermüdungsbruch. Dies war nicht zu vermeiden, jedoch die Überhitzung und deren Folgen, wie z. B. Wasserpumpe defekt, „durchgebrannte“ Zylinderkopfdichtung oder starker Verschleiß der Kurbelwelle und deren Umfeld wären vermeidbar gewesen.

Schleifschaden Motorblock
Schleifschaden Motorblock
zerstörte Passfeder
zerstörte Passfeder




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