Fensterheber: Verzahnung der "Schere" war verschlissen

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Fensterheber: Verzahnung der "Schere" war verschlissen

von Karl Kübler, RT Heilbronn

Ein Fall, wie er sich an meinem R129 zugetragen hat.

Funktion: Die Seitenscheiben werden mittels einem Gebilde (ähnlich einer "Schere") nach oben und unten bewegt (Bild 01). In unserem R129 funktioniert das mit einem Fensterhebermotor, der an der Schere mit drei Schrauben befestigt ist. Entweder wird der Fensterheber in Verbindung der Dachfunktion, oder per Kippschalter in der Mittelkonsole bewegt. Die „Schere" hat eine flachliegende Verzahnung (Bilder 02) und der Fensterhebermotor ein Zahnrad. Die "Schere" ist zwischen Tür-Außenhaut und Tür-Innenblech inclusive Fensterhebermotor mit drei Blindnieten sehr stabil befestigt.

Schadensbild: Diese Funktion unterliegt einem natürlichen Verschleiß, je nach Häufigkeit der Betätigung. Im Laufe eines Autolebens kann es anfangen, leise zu knacken. Anfangs dachte ich, dass dies eine Einstellungssache ist. Man kann sich nicht vorstellen, dass sich Zähne so starkabraspeln. Aber es zeigte sich, dass das anfängliche Knacken der Beginn einer Zerstörung der "Scherenverzahnung" war. Die Knackgeräusche wurden immer lauter, bis dass die Scheibe irgendwann unterwegs blockierte, beziehungsweise der Motor durchdrehte. Nun war klar, dass eine Totaloperation zur neuen Saison notwendig wurde.

Schadensbehebung: Die Demontagedes Türbelags ist im WIS oder in unserer R129-DVD genau beschrieben. Diese Beschreibung sollte jedem Hobbyschrauber vorliegen, da der Türbelag in vielen Schadensfällen abmontiert werden muss. Der erste Schritt ist, den Türlautsprecher abzuschrauben (Bild 03) und die elektrische Verbindung des Fensterhebermotors zu lösen. Danach die drei Schrauben von Fensterscheibe und "Schere" lösen (Bild 04). Nun kann man die Scheibe von Hand hochziehen und in oberer Lage mit Gummistopper fixieren (Bild 05). Danach die drei Blindnieten mit 5mm-Bohrer ausbohren (Bild 06) und die "Schere" mit Motor aus der Montageöffnung herausziehen (Bild 07).

Der Einbau: Erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei dazu eine stabile Blindnietzange (Bild 08 u.09) erforderlich ist. Zu beachten ist noch, dass die mittlere Lasche, die den Dach-Microschalter in unterster Lage betätigt, entsprechend eingestellt wird (Bild 10). Auch sollten bei der Gelegenheit die Geitschienen und die Verzahnungen (Schere, Motor) gut eingefettet werden. Dazu gibt es bei MB ein spezielles Gleitfett. Ist die Führungsschiene (Bild 1 und 10) angeschraubt, läuft der Fensterheber zwar wieder, aber die genaue Einstellung der Scheibe ist ein Thema für sich. Hier nur in Kurzform, wo man ansetzen soll (Bilder 10 bis 12). Die äußere Seitenbeplankung der Tür entfernen. Dahinter befinden sich links und rechts zwei Löcher, die mit Gummitüllen verschlossen sind. Hinter diesen Tüllen befinden sich Einstellschrauben für die Stellung der Gleitschienen.Für die Kontermutter ist gegebenenfalls ein Spezialwerkzeug erforderlich. Der Hochlauf darf nicht zu schwer sein, sonst verschleissen erneut die Zähne, oder die Anschraubaugen des Fensterhebermotors reißen mit der Zeit aus. Eine unsaubere Einstellung kann Windgeräusche verursachen, mit Folgen eines Wassereinbruchs bei Regen oder auch dass die Tür schwer zu schließen ist. Das alles ist bei der Einstellarbeit zu zu beachten.

Aufwand und Kosten: In meinem Fall besorgte ich bei MB eine neue "Schere" mit drei Bindnieten. Deshalb neu, weil ich mir diese aufwendige Arbeit mit einem gebrauchten Teil nach ein paar Jahren nicht noch einmal machen will. Bruttopreis: ca. 150.- EUR Zeitaufwand der Montage: ca. 4 Std.




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