Radio/Sound/Navigation
Defekter CD-Wechsler
Text: Dr. Wolf von Noorden † (CR21/S23)
Mein Alpine CD-Wechsler MC3198 war schadhaft. Das Becker APS30 erkannte den Wechsler zwar, zeigte jedoch "No CD 1 - 6" an. Der CDW las CDs in der Kassette nicht mehr aus und reagierte nicht auf den Laden/Wechsel-Befehl.
Es kamen 3 Fehlerquellen in Frage:
- APS30?
- Lichtleiter?
- CDW?
Mit einem externen CDW MC3198 (und einem externen Lichtleiter) hat Helmut Kisch die Anlage beim letzten Workshop in Oppenweiler im Oktober 2012 überprüft und das APS30 sowie das Lichtkabel als Fehlerquellen ausgeschlossen.
Nach zahlreichen Telefonaten und Recherchen im Internet habe ich die Fa. Ried GmbH in Stuttgart als nächsten Alpine Service Betrieb ausgemacht und das Gerät dort hingebracht. Bereits nach zwei Tagen teilte mir die Fa. Ried mit, dass das Gerät repariert sei. Die Reparatur schloss eine Überprüfung/Überholung und ein Software-Update ein, alles zu einem Pauschalpreis von 97,58 €, der an Alpine direkt zu überweisen ist. Alpine, jetzt Alpine Electronics GmbH, unterhält nur ein Verkaufsbüro in Stuttgart. Die Firma ist jetzt in japanischem Besitz und wird von Japanern geleitet.
Viele, wie auch ich, gingen bzw. gehen irrtümlicherweise davon aus, der CDW stamme von Becker (jetzt Harman-Becker, nur noch als Service-Betrieb tätig, von Harman, in Stamford, USA übernommen). Alle CDW von Harman haben einen Aufkleber mit diesem Namen. Die CDW von Alpine haben keinen Aufkleber mit ihrem Namen, aber die älteren Geräte eine kaum erkennbare eingestanzte Serien-Nr. auf der Außenseite des Gehäuses, die mit "AL" beginnt, dazu häufig einen Aufkleber mit der mit "MC" beginnenden Modellnummer. Im Zuge meiner Recherche fand ich auch heraus, dass unsere Becker Radio-Geräte für die Abwicklungsfirma Harman-Becker von der Fa. EWB, Trifelsstr. 1c in 76751 Jockgrim, Tel.07271 132210, repariert werden.
Hecklautsprecher im R129 SL trotz Rücksitzbank
Text und Fotos: Frank Risse (CR19/S68)
Mercedes baute im R129 SL serienmäßig Lautsprecher in den Türvorderteilen und in den oberen Ecken des Armaturenbrettes ein. Bei Fahrzeugen mit den serienmäßigen Stauklappen hinter den Vordersitzen konnten ab Werk zusätzlich Lautsprecher im Heck verbaut werden (optionales Soundsystem), aber eben nur bei Stauklappen. Hatte das Fahrzeug ab Werk die optional bestellbare Rücksitzbank, bot Mercedes keine Hecklautsprecher an.
Die Hecklautsprecher bestehen aus zwei kleineren Bose-Lautsprechern in den hinteren Seitenverkleidungen sowie der Bose-Bassbox mitsamt aufgestecktem Verstärker unter der Stauklappe hinter dem Fahrersitz. Die kleineren Lautsprecher sorgen für den Raumklang im Mittel- und Hochtonbereich und werden direkt über den hinteren Lautsprecherausgang des Radios angesteuert. Die Bassbox sorgt für den satten Bumms im Tieftonbereich, benötigt dafür jedoch deutlich mehr Leistung als das Radio hergibt. Daher auch der kleine aufgesteckte Verstärker.
Aktuelle Situation
Unser SL hat ab Werk die Rücksitzbank, was wir auch sehr nett finden. Leider kommt durch die fehlenden Hecklautsprecher der Klang nur von vorne, was mir auf Dauer nicht so recht gefiel. Der Wunsch nach Raumklang ging mir nicht mehr aus dem Kopf, also mussten Hecklautsprecher her. Wir bevorzugen originale Mercedes-Ware, bei Drittware müsste der Einbau schon quasi unsichtbar erfolgen, was bei den sehr beengten Platzverhältnissen im Heck jedoch kaum möglich erscheint. Also habe ich mich beim Mercedes-Ersatzteilbereich zum Thema Hecklautsprecher aufgeschlaut, im Werkstattinformationssystem (WIS) die technischen Informationen zu Kabelanschlüssen, Montagemöglichkeiten usw. angesehen und am „lebenden Objekt“ eines Kollegen die originale Einbaulage der Lautsprecher begutachtet. Die kleinen Hecklautsprecher haben eine spezielle Halterung (siehe Bild 1), welche merkwürdig deformiert aussieht, tatsächlich aber genau die Rundung der hinteren Seitenverkleidung nachempfindet und dadurch optisch unauffällig in der Verkleidung „verschwindet“.
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Nach einigen Überlegungen zu verfügbarem Platz und möglichen Alternativen habe ich die originalen kleinen Hecklautsprecher als Ersatzteil gekauft (Stückpreis ca. 70 Euro) und eingebaut. Die Bassbox mit Verstärker passt eh nicht unter die Sitzbank, also habe ich sie gleich weggelassen. Der Zeitaufwand liegt für ganz Vorsichtige (wie mich) bei einem Tag (1 h Demontage und Montage, 2 h Kabel, 3 h Löcher vorbereiten und fräsen), es geht vielleicht auch schneller. Ist auf jeden Fall an einem Wochenende zu schaffen.
Vorbereitungen
Die Seitenverkleidung liegt seitlich und hinten eng an der dahinter befindlichen Metallwand an, dort passt nichts zwischen, geschweige denn ein Lautsprecher. Nur die Ecken bieten in der Rundung etwas Platz, daher hat Mercedes dort auch die kleinen Lautsprecher platziert. Bei zu niedriger Montage wird die Lautsprecheröffnung durch die Sitzbank oder die heruntergeklappte Lehne verdeckt, bei zu weit nach hinten gerückten Lautsprechern deckt die aufrecht stehende Lehne die Lautsprecheröffnung ab.
Für eine möglichst abdeckungsfreie Montage sollten die Positionsgrenzen der Lautsprecher also vor der Demontage der Seitenwand angezeichnet werden. Dazu wird die Lehne in aufrechte Position gebracht und daneben eine senkrechte Linie auf der Seitenverkleidung angezeichnet, etwa mit Schneiderkreide. Dann wird die Lehne heruntergeklappt und darüber eine waagrechte Linie angezeichnet.
Nach Demontage von Sitzbank und Lehnen werden die Seitenverkleidungen abgeschraubt und nach oben hin abgenommen.
An den Lautsprechern wird nach dem Lösen der vier Montageschrauben das Gitter abgenommen (siehe Bild 2) und dieses im Sinne einer Schablone so auf die Schnittlinien gelegt, dass zwei Bohrlöcher genau auf der senkrechten Linie liegen und die Mitte der Lautsprecheröffnung etwa 10 cm oberhalb der waagrechten Linie liegt.
Durch die vier Schraublöcher im Gitter werden die zukünftigen Bohrlöcher angezeichnet und nach dem Entfernen der Gitter gebohrt. Dann werden sie kreuzweise mit Linien verbunden, deren Schnittpunkt nun den Mittelpunkt der zukünftigen Lautsprecheröffnung markiert. Von dort kann mit einem Zirkel die freizulegende Öffnung angezeichnet werden, wobei der Kreisdurchmesser sich von der Gitterrückseite ausmessen lässt.
Die Kreisöffnung überdeckt übrigens auch die Bohrlöcher, d. h. die Bohrlöcher liegen innerhalb des Kreises (siehe Bild 2). Mittelpunkt und Zirkelkreis können übrigens auch von hinten auf die glatte Fläche der Verkleidung gezeichnet werden, was leichter geht und beim späteren Ausfräsen auch die Grenzlinie genauer erkennen lässt.
Vorsichtshalber sollte man vor dem Ausfräsen der Öffnung die Lautsprecher behelfsmäßig von hinten an die Seitenwand anschrauben und prüfen, ob diese sich noch problemlos montieren lässt oder ob man die Löcher nicht doch bereits zu weit versetzt positioniert hat. Das ließe sich nun noch korrigieren (war bei mir erfreulicherweise nicht nötig), und die zurückbleibenden Bohrlöcher ließen sich notfalls mittels einiger Faserreste optisch schließen.
Wichtig: Der Lautsprecher darf auf keinen Fall die seitliche oder hintere Metallwand berühren, ansonsten wird er durch Eigenschwingungen oder Vibrationen im Fahrbetrieb auf Dauer zerstört. Vorsichtshalber sollte man daher präventiv ein dünnes Filztuch in die Metallwandecke kleben.
Montage
Die Lautsprecheröffnung selbst kann nun beispielsweise mittels eines 5mm-Fräsers in einem Dremel freigelegt werden (Bild 3). Hierbei lohnt es sich, die Öffnung zunächst recht knapp auszufräsen und das Lautsprechergitter immer wieder probeweise anzusetzen, bis die Öffnung genau passt.
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Nachdem beide Lautsprecheröffnungen freigelegt und die Gitter eingepasst wurden, können die Lautsprecher montiert werden (Bilder 4 und 5). Die von den Lautsprecheranschlüssen abgehenden Kabel sollte man in kurzen Abständen mit Klebeband an die Rückwand der Seitenverkleidung heften, um etwaiges Klappern im Fahrbetrieb zu vermeiden.
Verkabelung
Die Kabel werden am Radio in Kammer B an den Pins 1+2 (Heck rechts) und 7+8 (Heck links) angeschlossen (siehe Bild Anschlussfeld des Radios) und von dort ausgehend durch die linksseitigen Kabelschächte am Seitenschweller nach hinten bis unter die Hecksitzbank geführt.
Dort habe ich einen Trägerblock mit Zwischensteckern montiert, wo die von vorne kommenden langen Kabel und die nach hinten zu den Lautsprechern abgehenden kurzen Kabel angesteckt werden. Zum Abnehmen der Verkleidungen brauche ich nur die kurzen Kabel aus dem Block zu lösen und kann ohne weitere Fummelei an den Verkleidungen oder den Lautsprechern arbeiten. Das hat sich beim Einbau anderer Geräte (z. B. Kabeldurchführung der Rückfahrkamera) bereits mehrfach bezahlt gemacht. Sollte mir irgendwann mal einfallen, wie man dort noch einen Basslautsprecher mit ausreichend großer Klangbox verstecken kann, ist die Installation eines Zwischenverstärkers per Anschluss an den Block ebenfalls kein Problem – die Blocklösung bietet also neben der späteren Arbeitserleichterung auch weiteres Aufrüstpotential.
Der Zusammenbau verläuft genau andersherum als die Demontage. Bei den Seitenwänden bietet es sich an, diese bei guter Beleuchtung und ohne Gewalt von oben in die recht engen Schlitzhalterungen an der Metallrückwand einzuhängen. Die zugehörigen Haltelaschen sind zwar aus Metall, könnten sich aber durch heftige Beanspruchung verbiegen oder gar brechen. In dem Fall wäre voraussichtlich ein Satz neuer Seitenverkleidungen zu erwerben.
Fazit
Das Ergebnis kommt dem Ideal vom Raumklang schon recht nahe, jedenfalls erklingen Musik und Sprache nun auch sehr angenehm von hinten. Die kleinen Lautsprecher haben ein erstaunliches Potential und machen ihre Sache richtig gut. Die Bässe sind vom menschlichen Ohr eh nicht ortbar und werden durch etwas stärker aufgedrehte vordere Basslautsprecher kompensiert. Karin und ich hören gerne Musik, mitunter darf es auch etwas lauter sein, unsere Wünsche wurden jedoch bisher locker erfüllt. Es ist schon erstaunlich, was die hinteren Lautsprecher ausmachen.
Sollte in dem einen oder anderen nun der Wunsch nach abgrundtiefen ohrenbetäubenden Bassschlägen aufkommen, dann ist die hier vorgestellte Lösung wohl nicht ausreichend und müsste entsprechend erweitert werden. Dazu kann ich nur sagen, dass wir das nicht ausprobiert haben – die Tage der wummernden Bässe sind für uns schon länger vorbei .
Navi-Halterung im R129 SL
Text und Fotos: Frank Risse (CR19/S88)
Navigationssysteme mit graphischer Anzeige sind etwas Tolles: Sie weisen den Weg, zeigen die Straßenkarte an, enthalten zusätzliche Details zum Weg oder Ziel und sind über ihre große Touchscreen-Oberfläche leicht bedienbar. Die rasante Entwicklung dieser Systeme hat in den letzten 10 Jahren unglaubliche Fortschritte gemacht, aus einfachen DIN-Einschubradios mit mühsamer Zieleingabe und schnarchlangsamer Navigation sind blitzschnell reagierende Systeme mit hochauflösender farbiger Anzeige und komfortabler Touchscreen-Bedienung geworden. Gerade die transportablen Navis haben sich enorm gemausert und die Festeinbaugeräte an manchen Stellen überholt. Außerdem sind sie wesentlich billiger und können in jedem Fahrzeug leicht nachgerüstet werden. Mangels Platz im R129 (nur ein DIN-Einschub verfügbar) und aufgrund der unbestreitbaren Vorteile haben wir seit einigen Jahren auch ein portables Navi, mit dem wir sehr zufrieden sind.
Nun ist die Montage an der Windschutzscheibe nicht jedermanns Sache. Es sieht hässlich aus, ist von außen leicht erkennbar (Einbruch- und Diebstahlgefahr), wackelt und versperrt die Sicht auf die Straße. Neben der Wackelei beim Daraufherumtippen nervt bei Fahrt gerade das Vibrieren enorm (schlecht ablesbare Anzeige) und hat auch noch den Nebeneffekt, dass die eingebaute Platine Spannungsrisse bekommen kann und die Elektronik dann irgendwann den Geist aufgibt.
Es gibt einige Beschreibungen im Internet, um zumindest einige Nachteile zu kompensieren. Leider werden häufig andere Nachteile erkauft, wie etwa die Montage als aufgesteckter Innenspiegel mit eingebautem Navi (aber: Abblendung des Originalspiegels entfällt und Kabel hängen herum), die Unterbringung im Domfach (aber: Blick muss deutlich von der Straße weggesenkt werden), Montage auf Trägergestell am Brillenfach (aber: keine Verbesserung gegenüber Windschutzscheibenträger), Montage am Dachhimmel oder A-Säule (aber: sieht halbstark aus und Rückbau wird teuer) usw. Daneben hatte ich selbst eine technisch trickreiche Konstruktion angedacht, die beim Öffnen des Brillenfachs waagrecht herausfährt und hochklappt, allerdings ist dafür schlicht nicht genug Platz und das Navi würde außerdem wackeln wie ein Lämmerschwanz. Weitere Gedanken an eine Schraubkonstruktion am linken Armaturenbrettlautsprecher scheiterten an zu geringem Platz und – erneut – an mangelnder Stabilität.
Schließlich habe ich mich für eine eher unkonventionelle Lösung entschieden (Bild 1): Meine Navi-Halterung sitzt auf der Lüftungsdüse links des Lenkrades, so dass das Navi optisch im Spiegeldreieck verschwindet. Von außen ist es kaum sichtbar, aber von innen perfekt ablesbar, ohne die Straße zu verdecken. Aufgrund der Bauweise ist die Konstruktion enorm stabil, kein Wackeln oder Zittern trübt die Ablesbarkeit. Selbstverständlich bleiben alle bisherigen Funktionen der Lüftungsdüse erhalten, und ebenso selbstverständlich ist die Lösung vollständig rückbaubar.
Vorbereitungen
Nachdem ich ein paar Mal durch den SL gerobbt bin, mir alle Öffnungen und möglichen Plätze angesehen und bereits Teile des Armaturenbrettes demontiert hatte, fiel mir auf, dass zwischen linker Lüftungsdüse und der darunter befindlichen Lichtdrehschalterblende ein Spalt von etwa 1mm Abstand existiert. Dieser wird durch einen nach hinten versetzten Steg auf der Oberkante der Lichtdrehschalterblende geschlossen. In diesem Moment hatte ich die schlussendlich auch umgesetzte Idee: Ein dünnes Blech wird so gebogen, dass es oben unter der Oberkante der Lüftungsdüse angeschraubt wird und unten in dem Spalt wie ein T einrastet. Auf dem vorderen Teil des Blechs wird ein Kugelgelenk angeschraubt, welches das eigentliche Navi trägt und gleichzeitig dessen optimale Ausrichtung ermöglicht. Der Unterteil des Blechs wird großflächig ausgeschnitten, um die Düsenbedienung und Lüftungsfunktion zu erhalten. Die übrig bleibenden schmalen Fußstege werden von hinten mit Halbrohren verstärkt, die Rundung sorgt neben der Stabilisierung für eine glatte Luftströmung. Da der linke Teil des Armaturenbretts etwas zum Fahrer hin zeigt, haben alle dort montierten Teile – also auch die Lüftungsdüse – eine schiefe Front. Dies fällt insbesondere bei der Demontage der Lichtdrehschalterblende und der darüber montierten Düse auf. Im eingebauten Zustand sieht alles ganz logisch aus, aber demontiert wirkt jedes Teil für sich irgendwie schief. Dies muss unbedingt bedacht werden, wenn die eigene Konstruktion sich später unauffällig – also ebenfalls schief – in die Armaturenlandschaft integrieren soll.
Bau der Navi-Halterung
Ein erstes Pappmodell (Bild 2) half bei der Festlegung der Abmaße und Winkel. Daraus wurde eine Konstruktionszeichnung (Bild 3), welche auf ein Stück Alublech von 1 mm Stärke übertragen und mit einer Blechschere ausgeschnitten wurde. Die Fußrasten werden viereckig ausgefeilt und gegengleich die 1 mm-Kante der Blende des Lichtdrehschalters links und rechts etwa 4 mm breit abgefeilt (Bild 4). An der Oberkante des Alublechs bohrt man 4 kleine Löcher von 2,5 mm Durchmesser. Passend dazu werden vier kleine Löcher mit 1,5 mm in die Oberkante der Lüftungsdüse gebohrt. Im oberen Bereich des Alublechs sind noch 4 Löcher mit 2,5 mm Durchmesser nötig, durch die später das Kugelgelenk am Alublech festgeschraubt wird. Dazu legt man das Kugelgelenk auf das Alublech, zeichnet die Löcher an und bohrt sie.
Anschließend wird das Alublech sauber entgratet und nach Zeichnung gebogen (Bild 5). Dabei immer wieder an der Skizze prüfen, ob die Maße und Winkel bereits passen. Schlussendlich muss der Aluträger perfekt an Düse und Blende passen, sonst ggf. nachbiegen bzw. nachfeilen.
Ein kurzes Alurohr von 10 mm Durchmesser wird laut Zeichnung längs aufgeschnitten und jedes Halbrohr mit Zweikomponentenkleber von hinten auf die schlanken Stege des Aluträgers aufgeklebt (vorher die Klebestellen entfetten) (Bild 6). Dies ist für die Stabilität zwingend notwendig, da die dünnen Blechstege sonst sehr schnell abknicken könnten. Nach gründlichem Durchtrocknen des Klebers (ein Heißluftföhn hilft und erhöht nebenbei die Klebefestigkeit) wird der Aluträger sorgfältig entfettet, grundiert, geschliffen und seidenmattschwarz lackiert (Bild 7).
Montage
Zur Montage legt man das Kugelgelenk auf den fertigen Aluträger und schraubt ihn fest. Dann wird die Halterung mit vier Schräubchen (D 2,5 mm x L 5 mm) an die Unterseite der Düsenoberkante geschraubt (Bild 8) und die Füße unten in die ausgefeilten Schlitze eingerastet (Bild 9). Mit dem Einbau der Düse an ihren vorgesehenen Platz im SL sowie der abschließenden Montage der Lichtdrehschalterblende ist die Arbeit abgeschlossen (Bild 10). Das Navi wird nun aufgesteckt und optimal auf den Fahrer ausgerichtet (Bilder 11+12). Der bewegliche Teil des Kugelgelenks sollte zunächst noch etwas flexibel sein und erst nach der Ausrichtung fest verspannt werden. Ein letzter Funktionstest sollte zeigen, dass das Navi fest und stabil sitzt und die Düse trotzdem wie gewohnt funktioniert.
Fazit
Die Navi-Halterung ist sehr solide und fällt gleichzeitig nicht im Fahrzeug auf. Das Navi selbst sitzt bombenfest, ist aber prima bedienbar und optimal ablesbar. Insofern kann ich die Lösung nur jedem empfehlen, auch wenn zuvor etwas Arbeit ansteht. Ein Wochenende sollte man einplanen, wobei ein Tag locker für die Blecharbeiten reicht und anschließend nur noch die Lacktrocknungsphasen abgewartet werden müssen. Die Montage im SL mitsamt Ausrichtung des Navis ist innerhalb einer Stunde erledigt. Noch ein Tipp: Beim Herausnehmen der Lüftungsdüse sind die waagrechten Lamellen leicht zugänglich und sollten gleich mal gründlich gereinigt werden. Vor der Montage kommt dann auf die Lagerstellen etwas Lagerfett. Damit man den Zusammenbau wieder richtig hinkriegt, sollte man vor dem Zerlegen der Teile ein paar Nahaufnahmen machen – es ist nämlich nicht offensichtlich, was in welcher Reihenfolge wohin gehört. Viel Spaß beim Puzzeln .
Radios und R129-Japanfahrzeuge
Text: Helmut Kisch † & Karl Kübler (CR18/S15)
Es kommt immer wieder die Frage auf, was muss ich bei einem Japan-129 beachten. Dabei auch immer die Frage, ob man das Radio und den CD-Wechsler verwenden kann.
Die Antwort ist nein, weil das Radio auf eine andere Frequenz eingestellt ist und der CD-Wechsler wiederum auf das Radio abgestimmt ist.
Wenn man sich nun ein Beckerradio aus D einbauen will, muss man eine kleinere Änderung vornehmen, damit die automatische Antenne ausfährt. Hintergrund: In Japan gibt es eine separate Taste am Radio, um die Antenne auszufahren. Bei unseren Radios erfolgt dies, wie allgemein bekannt, automatisch.

Auf dem Bild ist die Rückseite des Radios mit seinen Steckplätzen A – D dargestellt. Die Änderung bezieht sich auf den Steckplatz A und dort auf die Pins 2 und 5. Der 8-polige Stecker des Japankabelsatzes muss geöffnet werden und der Pin 2 (blaues Kabel) auf den Pin 5 verlegt werden.
Rückfahrkamera im R129
Text und Fotos: Frank Risse (CR18/S40)
Seit etwa zwei Jahren hatte ich die Idee, in meinem R129 eine Rückfahrkamera mitsamt zugehörigem Bildschirm einzubauen. Es dauerte jedoch etwas, bis ich eine brauchbare Lösung fand. Wichtige Randbedingungen waren vollständige Rückbaubarkeit, unauffälliger bzw. unsichtbarer Einbau und kein Konflikt mit dem TÜV. Die Farbkamera sollte wasserdicht und nachtsichttauglich sein, der Farbmonitor eine möglichst große Bildfläche mit gleichzeitig feiner Auflösung haben. Weiterhin sollte das System einfach bedienbar sein und keinen bisher verwendeten Stauraum belegen.
Dazu sind mir viele teils recht verrückte Varianten eingefallen und nach und nach wieder ausgeschieden, z. B. Kamera am Kennzeichenhalter oder in der Stoßstange, Monitor im Brillenfach oder in der Mittelablage oder an der A-Säule usw. Alle diese Varianten erschienen entweder sehr wackelig/zittrig (insbesondere bei Fahrt), nicht besonders elegant (z. B. Monitor an A-Säule), zwingen den Blick weg von der Straße (z. B. Monitor im Ablagefach des Doms) oder der Rückbau wird sehr teuer (z. B. Kamera in Stoßstange). Schlussendlich habe ich die Kamera oberhalb des Kennzeichens unter die Kunststoffabdeckung montiert und den Monitor in die Fahrersonnenblende anstelle des dort logierenden Spiegels eingebaut (mein letzter Blick in den Fahrerspiegel war beim Autokauf, der Verlust des Spiegels ist für mich also nicht so kritisch).
Durch Herunterklappen der Sonnenblende und Öffnen der Spiegelabdeckung wird das System aktiviert und zeigt das Bild hinter dem Auto an. Die Spiegelabdeckung dient gleichzeitig der Abschattung der Sonne, so dass das Bild auf dem Monitor auch bei hellem Tageslicht gut erkennbar ist. Die bei modernen Autos übliche Aktivierung durch den Rückwärtsgang ist hier nicht sinnvoll, da bei meiner Variante eh erst etwas sichtbar wird, wenn die Sonnenblende heruntergeklappt und die Spiegelabdeckung geöffnet sind.
Vom Aufwand her liegen etwa 10 % bei der Montage der Kamera und 10 % beim Verlegen der Kabel, was in ein paar Stunden erledigt ist. Der klar überwiegende Aufwandsanteil mit 80 % ist der Einbau des Monitors in die Sonnenblende, da hier viele vorsichtige Schritte mit immer wieder notwendigem Prüfen und Nachmessen anstehen.
Einbau der Kamera
Meine Suche nach einer passenden Kamera führte zunächst zu Mercedes, wo ich mir die Originalkamera und das Farbdisplay einer Mercedes C-Klasse W204 als Ersatzteil ansah, allerdings kamen sie bereits aufgrund der Baugröße nicht in Frage.
Schließlich fand ich einen asiatischen Internet-Händler (http://www.kamera2000.com), der solche und andere Kameras in sehr großer Auswahl anbietet. Mein gewähltes Modell (PL0410) ist recht flach, mit per Drehwalze einstellbarem Blickwinkel, wasserdicht, hat bei Dunkelheit automatisch zuschaltende IR-LEDs zur Ausleuchtung des Bereichs hinter dem Fahrzeug und ist recht günstig (etwa 27 Euro inkl. Versand, Stand Juli 2011).
Die Kamera blendet zusätzlich eine einfache Skala zur Entfernungsabschätzung in das Bild ein, was sich im Nachhinein als sehr praktisch herausgestellt hat. Außerdem ist das zweiteilige Anschlusskabel auf der Kameraseite recht dünn und hat an der Verbindungsstelle einen geradezu winzigen 4-poligen Rundstecker mit nur 5 mm Durchmesser, was für den Einbau von großem Vorteil ist. Das Bild wird als PAL-Signal mit etwa 420 TV-Linien Auflösung per Cinch-Stecker ausgegeben und ist von jedem handelsüblichen Monitor darstellbar.
Nach Auswahl, Festlegung der optionalen Parameter (PAL, mit Skala) und Kauf per Banküberweisung auf eine europäische(!) Bank traf sie etwa drei Wochen später wohlverpackt beim Zoll ein, wo ich sie, ohne weitere Gebühren zahlen zu müssen, abholte.
Die original silberne Kamera wird zur Tarnung mattschwarz gespritzt (siehe Bild 1, mein SL ist smaragdschwarz) und unter die abgenommene Kunststoffabdeckung überm Kennzeichen geschraubt.
Auf der Innenseite der Kunststoffabdeckung verläuft das Kamerakabel flach zum aufgeschnittenen Sockel des linken Kunststoffhalters (im Bild 2 rechts zu sehen) und ragt nach oben aus der rundlichen Halteröffnung heraus. Das Kabel wird nun von außen durch das 5 mm-Loch der Hülse gezogen (siehe Bild 3) und landet im Hohlraum der Kofferraumwand links neben dem Kofferraumschloss. Dort kann es leicht weiter nach links bis zum linken Rücklicht gezogen und dort herausgeführt werden.
Die Kunststoffabdeckung mitsamt daran montierter Kamera wird nun wieder an ihrem ursprünglichen Platz eingeklipst (siehe Bild 4) und ist aus normaler Sicht von hinten kaum sichtbar. Ein Funktionstest mit an der Kamera angeschlossenem Monitor sollte nicht fehlen. Dabei kann auch gleich die Sichthöhe der Kamera eingestellt werden. Bei mir habe ich den Sichtbereich so gewählt, dass die Kante der Stoßstange gerade eben noch am unteren Bildrand erscheint, was am oberen Bildrand für etwa 50 Meter Sichtweite hinter dem Fahrzeug sorgt – dass sollte reichen. Für mehr gibt’s ja noch den Rückspiegel.
Verlegung der Kabel
Die Kabel verbinden Kamera und Monitor. Das etwa 5 Meter lange geschirmte runde Videokabel (lag der Kamera bei) transportiert den Videostrom von der Kamera zum Monitor, das 2-adrige ungeschirmte Stromkabel versorgt die Kamera mit Spannung vom Monitor aus. Zur leichteren Verlegung lohnt es sich, vorab die beiden Kabel nebeneinander zu legen und etwa alle 20 cm mit Textilklebeband aneinander zu binden.
Das Kabel wird von der linken hinteren Seite am Tank vorbei zur Rücksitzbank und weiter im vorhandenen Kabelschacht unter der linken oberen Schwellerabdeckung weiter nach vorne geführt und endet etwa 20 cm unter dem Hebel zur Motorhaubenentriegelung. Von dort geht es senkrecht nach oben hinter der A-Säulenverkleidung entlang bis zur Öffnung am Drehgelenk der Sonnenblende.
Es bietet sich an, neben dem einen Videokabel gleich noch ein Zweites nach oben zu führen, welches später ein zweites Videosignal etwa von einer Frontkamera, einem Navigationsrechner, einem DVD-Spieler o.ä. übertragen kann.
Bevor die Verkleidungen und Abdeckungen wieder angebaut und Kamera und Monitor angeschlossen werden, sollte man ein paar einfache Funktionstests am Kabel machen, etwa Durchgängigkeit, kein Kurzschluss innerhalb der Kabel, kein Masseschluss mit der Karosserie usw.
Einbau des Monitors
Zunächst mag die Sonnenblende als gewählter Einbauort des Monitors überraschend anmuten, nach genauerer Überlegung stellt sie sich aber als geradezu ideal heraus: Position im aufgeklappten Zustand gerade vor den Augen, offene Spiegelabdeckung schattet die Sonne ab, ist im unbenutzten Zustand weggeklappt, kann weiterhin ganz normal als Sonnenblende verwendet werden, und der Fahrerspiegel wird (im Gegensatz zum Beifahrerspiegel) eh kaum genutzt: Wann haben Sie das letzte Mal in den Fahrerspiegel geschaut? Bei mir war’s beim Fahrzeugkauf vor einigen Jahren zur Prüfung, ob Spiegel und Lämpchen funktionieren…
Die zu ersetzende Spiegelfläche entspricht in etwa der Bildfläche eines 4,3 Zoll Monitors (entspricht etwa 10,5 cm) mit 480x272 Bildpunkten (siehe Bild 5 im eingebauten Zustand), wie er z. B. in vielen tragbaren Navis eingesetzt wird.
Der vorhandene Bauraum in der Sonnenblende erlaubt jedoch nur einen sehr schmalen Monitorrahmen um das Display herum, und wegen des doch recht dünnen Sonnenblendenkörpers muss der Monitor sehr flach (max. 14 mm) sein. Da die von Mercedes verwendeten Farbmonitore wegen viel zu großer Außenabmessungen ausscheiden (siehe Kameraeinbau), führte meine Suche schließlich bei einem bekannten Internet-Auktionshaus zu einem angebotenen 4,3“-Monitor, welcher etwa 35 Euro inkl. Versand kostet (Stand Juli 2011). Beim Kauf sollte man auf jeden Fall die gleichen Signal-Parameter (PAL) wie bei der Kamera festlegen, damit sich Kamera (sendet in PAL) und Monitor (erwartet PAL) verstehen.
Die Sonnenblende muss ausgebaut und der darin eingebettete Einsatz bearbeitet werden. Der Einsatz besteht aus 4 größeren zusammenhängenden Teilen: 1) Der am Sonnenblendenkörper angeschraubten Unterschale, 2) einer rechteckigen Platine mit Ein-Aus-Schalter und Metallträgern für die rechts und links befindlichen Lämpchen, 3) der Oberschale mit dem Spiegel und 2 herausnehmbaren Mattglasscheiben sowie 4) der an Gelenken mit der Oberschale verbundenen aufklappbaren Spiegelabdeckung.
Nach Aufklappen der Spiegelabdeckung kann die Oberschale vorne von der Unterschale ausgeklipst (Klipse links, mittig und rechts) und mitsamt anhängender Spiegelabdeckung nach hinten abgenommen werden. Darunter löst man mit 2 Schrauben die Platine und verstaut alle drei sorgfältig – vielleicht braucht man sie später mal zur Rückrüstung. Zuletzt werden die 4 Schrauben (je 2 Schrauben links und rechts) der Unterschale gelöst und diese entfernt. Aus der Oberschale sollten nun die beiden Mattglasscheiben herausgenommen werden. Dabei ist warme Umgebung zu bevorzugen – das Plastik ist ja auch schon älter und könnte in kalter Umgebung brechen, also Vorsicht.
Nun bietet sich eine gründliche Reinigung des Sonnenblendenkörpers und der Plastikteile an. Immerhin stehen sie seit Jahr und Tag im Wind und sammeln in Ecken und Ritzen Staub an. Ein kleiner Schwamm und lauwarmes Wasser mit einem Schuss Spülmittel wirkt Wunder.
Die Unterbringung des Monitors in der Sonnenblende erfordert Platz. Die Auskernarbeiten habe ich fast alle mit einem Dremel mit 5mm-Fräser und dünner Trennscheibe erledigt. Den Rest schafft ein Feinmechaniker-Feilensatz. Ich habe mir viel Zeit genommen, jeden Schritt vorher durchdacht und so sorgfältig wie möglich ausgeführt – ich hatte nur einen Versuch und wollte kein Teil unnötig schwächen oder gar kaputtmachen.
Im Wesentlichen wird der Spiegel aus der Oberschale entfernt und der Monitor so zwischen Unter- und Oberschale eingepasst, dass seine sichtbare Bildfläche gerade im Spiegelausschnitt sichtbar ist. Da der Monitor an der Vorderkante ein paar Millimeter sichtbar ist, sollte er dort passend lackiert werden (nicht nötig bei schwarzer Sonnenblende). Mein SL ist oriongrau (hellgrau), entsprechend habe ich den Monitor abgeklebt und das vordere Teil mattgrau gespritzt. Die Spannungsversorgung erfolgt über die vorhandenen Kontakte in der Sonnenblende (siehe Bild 6 und 7).
Nach dem Einbau der Sonnenblende in den SL wird ein einfacher Funktionstest durchgeführt: Sobald die Sonnenblende heruntergeklappt und die Spiegelabdeckung geöffnet sind, sollten Monitor und Kamera unter 12 V Spannung stehen und der Monitor das von der Kamera gesendete Bild anzeigen (siehe Bild 8 und 9).
Die Nachtsichtfähigkeit der Kamera kann man z. B. in einer Garage prüfen. Die IR-LEDs leuchten den Bereich hinter dem Fahrzeug nur etwa 2 Meter breit und 3 Meter tief aus, direkt an der Stoßstange ist es noch etwas weniger. Das farbige Bild wird bei Dunkelheit schwarz-weiß, da IR-Licht keine Farbinformation transportiert.
Dabei bietet sich auch gleich eine Prüfung der Skala an, falls die Kamera dies anbietet. Bei mir ist sie in Fuß (1 Fuß entspricht etwa 30 cm) angelegt, der Abstand stimmt bei mir tatsächlich: Skalenanzeige 3 entspricht ziemlich genau 90 cm (siehe Bild 10 und 11).
Abschließend sollte man noch den Motor starten und das System auch bei kleiner Fahrt prüfen. Es sollte genau so reagieren und funktionieren wie im Stand. Bei mir zeigt sich manchmal etwas Griesel, was an Störeinstreuungen durch das Bordnetz liegt. Daran arbeite ich noch. Damit ist der Funktionstest abgeschlossen.
Sinnhaftigkeit einer Rückfahrkamera
Niemand „benötigt“ wirklich eine Rückfahrkamera: Man kann in den Rückspiegel oder die Außenspiegel sehen, sich umdrehen, notfalls sogar aussteigen und den verfügbaren Platz nachsehen oder jemanden um Einweisung bitten.
Trotzdem gibt es ein paar dafür sprechende Gründe: Der Blick über den Kofferraum nach hinten erlaubt es dem Fahrer nicht, den Bereich unmittelbar hinter dem Auto einzusehen. Kleinere Poller oder die Stoßstange des Hintermanns sind spätestens bei weniger als 1 Meter Abstand nicht mehr von innen erkennbar. Außerdem ist es dem einen oder anderen vielleicht doch unbequem, den Hals so weit herumzudrehen. Beim Drehen des Kopfes und Blick nach hinten verpasst man auch die Situation vor dem Auto und stößt dort möglicherweise an.
Weiterhin ist es gerade bei beengten Parksituationen in der Stadt viel einfacher, mit einem Blick in den vor den Augen hängenden Monitor den Restabstand hinter dem Auto einzusehen und den verfügbaren Platz ohne überflüssiges Kurbeln am Lenkrad optimal zu nutzen – das sonst häufig zu beobachtende Ein- oder Ausparken in 11 Zügen sieht nicht wirklich professionell aus. Schlussendlich ist hier der Kopf mitsamt Augen immer nach vorne gerichtet, so dass man auch beim Blick in den Monitor immer mitbekommt, wenn sich drumherum vorne etwas bewegt. Der Sicherheitsaspekt spricht also ebenfalls dafür.
Insgesamt sind doch ein paar gute Gründe vorhanden, über den Einbau einer Rückfahrkamera nachzudenken. Unabhängig von obigen Gedanken hat es mir einfach Spaß gemacht, das technisch Machbare möglichst unauffällig zu realisieren, trotz des recht hohen Aufwandes.
Reparatur von Hirschmann Radioantennen
Text und Fotos: Eberhard Lampa (CR40/S140)
Endlich eine Lösung gefunden - Junger Mann repariert Hirschmann Radioantennen
Mein Name ist Eberhard Lampa aus der schönen Barockstadt Fulda. Ich bin stolzer Besitzer eines SL 320, Sonderserie Designo, den ich mir zu meinem 50. Geburtstag im Jahr 1997 neu in der Mercedes-Niederlassung Fulda – heute Autohaus Kunzmann - gekauft habe. Wegen der doch sehr seltenen Ausstattung werde ich sehr oft von wildfremden Menschen auf die Schönheit des Autos angesprochen, und es werden Fotos geschossen. Inzwischen ist das gute Stück natürlich in die Jahre gekommen, und es fällt schon mal die ein oder andere Reparatur an. Ich fahre seit nunmehr über 40 Jahren Mercedes-Modelle, meistens S-Klasse. Derzeit ist es ein CLS 350. Was die Reparaturanfälligkeit betrifft, ist der SL 320 das beste Auto, das ich je hatte. Mein R129 wird wie viele andere SL von der Old- und Youngtimer-Werkstatt von Andreas Englert im bayerischen Laufach bei Aschaffenburg gewartet. Andreas und sein auf diese Fahrzeuge spezialisiertes Team konnte mir bisher immer helfen, egal was es war. Als es aber um die Reparatur meiner defekten elektrischen Radioantenne ging, die sich nicht mehr automatisch einzog, war auch er mit seinem Latein am Ende. Denn die Original-Ersatzantenne von Hirschmann wird nicht mehr hergestellt.
Was also tun?
Selbstverständlich fragte ich als erstes bei Dr. Google nach, aber auch dort war keine Lösung zu finden. Bei eBay-Kleinanzeigen hatte ich mir schon gar keine Hoffnung mehr gemacht. Aber nachschauen kostet ja bekanntlich nichts. Und siehe da, auf einmal kam so etwas wie ein Hoffnungsschimmer in mir auf, denn ein junger Mann machte in einer Anzeige auf sich aufmerksam. Es sei sein Hobby, sich mit gewissen Ersatzteilen von älteren Fahrzeugen aller Art zu beschäftigen, um den Besitzern zu helfen, wo es nur möglich ist.
Der junge Mann, Markus Mühleisen, ist 24 Jahre alt, ausgebildeter Kfz-Mechatroniker und studiert aktuell Fahrzeugtechnik. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit Old- und Youngtimern. Insbesondere mit den alten Hirschmann Manuell- und Automatik-Antennen, welche in vielen der älteren Mercedes- und BMW-Modelle eingebaut wurden. In seiner Freizeit überholt und repariert er so ziemlich jede Hirschmann-Antenne und kann dabei auf einen großen Bestand an Ersatz- und Neuteilen zurückgreifen.
Selbstverständlich habe ich den „Hobbybastler“ sofort kontaktiert, und zu meinem Erstaunen wusste er sofort, was mein Problem war.
Die Antenne als solche war ja noch in Ordnung. Sie zog sich eben nicht mehr automatisch ein. Ich habe ihn also gebeten, das Original Hirschmann-Teleskop und die Antennenabdichtung direkt in die Werkstatt von Andreas Englert nach Laufach zu schicken, was er dann auch gemacht hat. Dort wurde das Teleskop 04 ausgetauscht, und seither bin ich überglücklich, dass der junge Mann mir helfen konnte.
Tieftöner und Türfolien
Text: Gerald Wiegand Fotos: Konrad Engelhardt (CR30/S90)
Die vermutete Ursache des blechernen Klangs des Radios war mir schon von Joachim Schmid, der mir in seiner Werkstatt über den Winter die Sitze aufgearbeitet und die Türablageklappen repariert hatte, angedeutet worden. In beiden Tieftönern waren die Sicken, die die Kalotte ringsum fassen, verschwunden. Vermutlich altershalber und verbunden mit den größeren Bewegungen der Tieftöner haben sich die Schaumstoffsicken irgendwann in den vergangenen 26 Jahren aufgelöst.
Die Lautsprechereinsätze haben wir in Oppenweiler ausgebaut. Der Zeitbedarf lag für beide Seiten einschließlich Wiedermontage der Tür-Innenverkleidungen bei circa 1,5 bis 2 Stunden. In den geöffneten Türen zeigten sich dabei auch eher ungute Zustände der Dichtfolien sowie fehlende und gebrochene Kunststoffclips für die Befestigung der Tür-Innenseiten.

Anstatt einer Reparatur der Lautsprechersicken mit Schaumstoff habe ich mich für komplett neue Tieftöner mit Gummisicken entschieden und diese bei einer auf Auto-Hifi spezialisierten Firma in die Lautsprechereinsätze einbauen lassen. Interessant dabei waren der eher kleine Durchmesser und die geringe Tiefe der originalen Lautsprecher, die so nicht auf Lager waren.
Der Inhaber hat sich der Frage fundiert angenommen und gut beraten. Ich habe mich letztendlich für etwas größere Durchmesser entschieden, welche den Bässen zugutekommen und sich auch noch in eine leicht vergrößerte Öffnung der Einsätze montieren ließen. Folien und Clips besorgte ich mir bei Mercedes-Benz und ging eine Woche nach Oppenweiler den Wiedereinbau gemeinsam mit Konrad Engelhardt an.
Das Öffnen der Türverkleidungen ging rasch, der Austausch der Dichtfolien war dagegen sehr mühselig. Auf der Fahrerseite war der alte, transparente Klebstoff gealtert und saß verkrustet und fest auf dem lackierten Türblech. Mit Spezialreiniger, Reinigungsbenzin, Pinseln, Küchentüchern und viel Geduld ging es den Kleberresten an den Kragen. Bis wir endlich eine geeignete Fläche für das neue Klebeband hergestellt hatten, verging lange Zeit. Das Kleben der neuen Folien und Wiedereinsetzen der Lautsprecher war dagegen eher harmlos und leicht erledigt. Geholfen hat dabei, dass wir die Folien vom oberen Türrand her abschnittweise verklebt haben und damit gut auf die Geometrie der Türbleche und die hindurchzuführenden Kabel und Pneumatikschläuche meines Vor-Mopf (500 SL, Baujahr 1991) eingehen konnten.

Auf der Beifahrerseite war ein anderer, schwarzer Klebstoff für die Folienbefestigung verwendet worden. Dieser war noch weich und ließ sich eher gut abziehen. Die verbliebenen Reste entfernten wir auch mit Reinigungsbenzin und Küchentüchern. Die Kunststofffolie selbst war dagegen in deutlich schlechterem Zustand und nicht mehr ganz dicht. Hier ist offenbar Feuchte durchgedrungen und hat am unteren, nach innen aufgebogenen Rand der Türbleche ganz leichte Rostspuren verursacht. Einen Rostumwandler hatten wir leider nicht zur Hand. Das solltet Ihr besser machen! Zum Glück war aber die Türpappe in Ordnung und heil und trocken geblieben.

Sehr ärgerlich war, dass die bei Mercedes-Benz neu gekauften Kunststoffclips (0,77 Euro plus Mehrwertsteuer) kleiner waren und die Innenverkleidungen damit nicht mehr in die Türbleche eingerastet blieben. Zum Glück hatte Konrad noch einige wenige in passender Größe auf Lager und ein paar der alten Clips waren noch verwendbar. Die Clips habe ich Tage später zurückgegeben, es war tatsächlich eine Fehllieferung. Hart ist aber, dass die richtigen Clips 1,80 Euro das Stück kosten!
Insgesamt waren wir, die wir das noch nie gemacht hatten, einen ganzen Tag beschäftigt. Zum Glück waren wir zu zweit, was insbesondere beim Lösen der Kleberreste und der Wiedermontage der störrischen Tür-Innenverleidungen sehr hilfreich war. Zum Lösen und Befestigen der Schraube in der Türtasche muss ein Kreuzschlitzschraubenzieher mit längerem Schaft zur Hand sein, da kürzere Werkzeuge am Rand der Türtaschen anstoßen und nicht an die schräg und tief in der Verkleidung sitzende Schraube heranreichen. Die Befestigungselemente der Kunststoffclips sind auf die Türpappen aufgeklebt und lösen sich manchmal. Zum Verkleben sollte eine Heißkleberpistole bereitstehen.

Mein ganz herzlicher Dank gilt Clubfreund Konrad Engelhardt, der einen ganzen Samstag für mich geopfert hat, Abschlussbierchen inklusive! Danke auch an das Team des RT Heilbronn, das mich und meine Probleme freundlich und gut vorbereitet empfangen hat. Dazu gehörten neben offenen Ohren auch gedruckte Ausbauanleitungen der Türverkleidungen und Schaltpläne verschiedener, möglicher Soundsysteme meines SL.
• Kosten:
Werkstattspende Oppenweiler (o.A.)
MB-Kunststoffclips (Preis siehe oben),
MB-Dichtfolien circa 13 Euro, Klebeband 5 Euro
• Adressen:
Lautsprecher-Ersatz: ARS Auto Radio Shop,
Lichtäckerstraße 12, 73770 Denkendorf
Lautsprecher-Reparaturen: Peiter Akustik,
Weiherstraße 25, 75173 Pforzheim
Reparatur der Lautsprechersicken
Die Sicken der Lautsprecher halten die Lautsprechermembran elastisch im Lautsprecher Rahmen. Daher muss die Sicke dauerhaft elastisch sein. Im Wesentlichen werden zwei verschiedene Materialien für Lautsprechersicken verwendet, Gummi und Schaumstoff. Die im R129 Mopf 0 verbauten Lautsprecher für Mittel- und Tieftöner haben Gummisicken.
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Beide Sickentypen leiden wie alle elastischen Kunststoffe unter Versprödung und bröckeln mit zunehmenden Alter auseinander, damit ist die Funktion des Lautsprechers erheblich gestört, auch wenn er sonst elektrisch und mechanisch fehlerfrei ist.
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Diesen Umstand haben einige Elektrohändler erkannt und bieten Sicken zur Reparatur in beiden Materialien und vielen Größen an. Im Internet wird man bei der Suche nach "Lautsprechersicken reparieren" viele Treffer haben. Sicken habe ich bisher bei: https://lautsprecher-technik.com/Lautsprecher-Ersatz----Reparaturteile/Lautsprecher-Reparaturteile/Lautsprechersicken/ erworben.
Die Reparatur der Sicken ,erfordert das vorsichtige und vollständige Entfernen der vorhandenen Sicken ohne die Membran zu beschädigen und anschliessend das Einkleben der neuen Sicken mit einem Kontaktkleber.
Je älter und zersetzter die Sicken, desto leichter lassen sich diese entfernen, für das Entfernen der Sickenreste eignet sich ein kleiner Stechbeitel (6-8mm). Sind die Abdeckungen der Spule in der Mitte verbeult, kann man versuchen dies mit dem Staubsauger wieder herauszusaugen.
Meist wird entsprechender Sickenkleber von den Sickenshops mit angeboten, auf diesen kann man verzichten, da es nur eine kleiner abgepackte Menge klassischer Kontaktkleber ist.
Zum Einkleben der Sicken braucht man ruhige Hände oder eine Schablone, wer es ohne versucht, kann als Hilfestelllung den Lautsprecher beim Einkleben mit einem tiefen Brummton betreiben, so merkt man sofort, ob der Lautsprecher kratzt und kann die Lage der Sicke noch korrigieren.
Lautsprecher austauschen
Hat man sich dazu entschlossen die alten Lautsprecher zu tauschen, findet man viele Angebote für neue, dem Stand der heutigen Lautsprechertechnik entsprechende Teile.
Elektrisch ist dies kein Problem, da die Versprechen der Anbieter meist stimmen und die Lautsprecher tatsächlich eine passende Leistung wie die Originale haben.
Die "passenden" jedoch neuen Lautsprecher haben fast nie die gleichen Halterungen und Gehäusemasse, so dass die in den Türen verbauten Kunststoffgehäuse geöffnet und umgebaut werden müssen.
Dabei muss eine Befestigung passend zu den Halterungen der neuen Lautsprecher improvisiert werden.
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Technische Daten des Austauschlautsprecher sets JBL - 3-Wege:
165mm / 16,5cm JBL Stage - Bässe - Tieftöner
- 200 Watt Max / 40 Watt RMS
- Frequenz-Bereich 55 - 20.000 Hz
- 4 Ohm
- Empfindlichkeit: 90db
100mm / 10cm JBL Stage3 427 - Mittel- und Hochtöner 2-Wege Koaxial System
- 150 Watt Max / 30 Watt RMS
- Plus One Tieftonmembrane
- Frequenz-Bereich 75 - 20.000 Hz
- 3 Ohm
- Empfindlichkeit: 90db
Wenn die Gehäuse passend zurecht gesägt sind die Lautsprecher bezüglich Tiefe und Durchmesser leidlich passend, so daß das Gehäuse mit etwas Schleifarbeit wieder geschlossen werden kann.
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![Tieftöner und Mitteltöner mit intakten Gummisicken Vorderseite]](/images/thumb/6/66/Lautsprecher_R129_%281%29.jpg/300px-Lautsprecher_R129_%281%29.jpg)




