Ölverlust am Motor M104
Text: Karl Kübler | Fotos: Rama Ezdi (CR32/S75)
… ja wo kommt denn nur das Öl auf der Straße her … ein kleines Drama rund um Ölverlust meines Motors M104
Dass ein Motor bei über 180.000 km manchmal „schwitzt“, kommt vor. Dies war bei meinem Reihensechszylinder M104 seit zwei Jahren zu beobachten. Aber als die ersten Tropfen beim längeren Parken auf der Straße zu sehen waren, musste was geschehen (siehe auch CR 20)
Vor der Reise nach Kals/Osttirol reichte es leider nicht mehr, aber dringend vor der Mitgliederversammlung in Hannover. Dazwischen bin ich aus Umweltgründen wenig gefahren, aber auch weil ich mit meinem Hausumbau sehr beschäftigt war.
Mit meinen Oppenweiler Garagenfreunden analysierten wir die Stelle, wo das Öl austritt. Es war die Zylinderkopfdichtung hinten und es tropfte auch Öl aus der Trennstelle zwischen Motorenölwanne und Getriebeglocke, was uns vermuten ließ, dass der Dichtring der Kurbelwelle Öl durchlässt. Das heißt, es wird eine größere „Operation“. Für die Zylinderkopfdichtung den Zylinderkopf ausbauen und planfräsen, Ventilsitze bearbeiten. Für den Kurbelwellendichtring das Automatikgetriebe ausbauen. Dies alles würde meinen Rahmen von Zeit und Selbsthilfe sprengen. Also musste ich eine Werkstatt suchen.
Bei unserem Workshop bot mir mein Freund und RT-Leiter Bernhard Bader an, mit seiner kleinen Werkstatt in Leinzell über die Reparatur zu reden. Dort ist seit Jahren der RT Schwäbisch Gmünd mit seinen R129 „zu Gast“ bei Problemen.
Kurzes Gespräch mit Bernd und Rama, dabei Termin und Preis abgestimmt und ich brachte meinen R129 nach Leinzell.
Während des Ausbaus begann jedoch das eigentliche Drama. Während der Demontage des Zylinderkopfes stellte sich heraus, dass die Ummantelung des Motorleitungssatz hinten an der Stirnwand brüchig und nicht zu retten war. Das bedeutete einen Kauf eines neuen Motorleitungssatzes bei Mercedes, den es zum Glück bei MB noch gab. Allerdings sind die Dinger trotz meines MB-Mitarbeiterrabatts nicht gerade preiswert. Nach einigen Tagen konnte ich meinen reparierten R129 in Leinzell abholen und fuhr nach Hause.
Dort stand der R129 wieder längere Zeit in der Garage, und als ich ihn wieder einmal bewegte, sah ich wieder Tropfen auf dem Boden – ich dachte mich trifft der Schlag. Anruf bei Bernhard und Rama, um das Drama zu erzählen. Kein Problem, ich brachte den R129 sofort wieder nach Schwäbisch Gmünd. Rama sagte, das kann nur noch die Dichtung der Ölwanne sein, an der Stelle, wo eine Verbindung zur Getriebeglocke besteht.
So war es dann auch. Zum Ausbau der M104-Ölwanne muss man allerdings wegen des Motorquerträgers den Motor aus den Motorlagern etwas anheben. Dann Dichtung tauschen und nun ist hoffentlich für die nächsten 180.000 km alles gut.
Die ganze „Operation“ hat mich etwa 2.500.- € gekostet, auch weil hier der Stundensatz nicht mit einer MB-Werkstatt zu vergleichen ist. Dazu noch die 550.- € für den Motorleitungssatz. Wenn man weiß, was der Aus- und Einbau von Zylinderkopf, Motorleitungssatz, Automatikgetriebe und Ölwanne bedeuten, dann bin ich mit etwa 3.000.- € noch einigermaßen glimpflich wegekommen, an der Avia-Tankstelle Fa. Ezdi, 73575 Leinzell – von ehemaligen Mercedes-Leuten, die sehr gute Arbeit abliefern.














