Ausgeschlagene Gelenkscheiben
Text und Foto: Karl Kübler (CR18/S17)

Die Hinterachsen unserer R129 werden mittels Gelenkwelle angetrieben. Diese Gelenkwelle verläuft über kleine Knickwinkel vom Automatik- oder Schaltgetriebe über ein Zwischenlager zum Hinterachsgetriebe. Diese Getriebeverbindungen geschehen mittels gummiartigen Gelenkscheiben. Diese faserverstärkten Gummischeiben mit ihren eingebetteten Stahlbuchsen, die wiederum mit Stahlschrauben an die jeweiligen Getriebe verschraubt sind, können flexibel auf Höhenschwankungen reagieren. Soweit die kleine technische Kurzbeschreibung.
Die Bilder zeigen nun auf, wie solche Verbindungen durch langjährigen Betrieb in Mitleidenschaft gezogen werden können. Unser Clubmitglied Roland Küttner vom RT Heilbronn hat solch einen Fall zur Reparatur bekommen, ein Fall, der glücklicherweise nochmals gut verlaufen ist. Dieser Fall ist wohl auf eine lockere Schraubverbindung zurückzuführen, so dass die Schraube in der Buchse „herumeiern“ konnte.
Kontrollen an der Gelenkwelle geschehen im Normalfall sowohl bei regelmäßigen Kundendiensten als auch durch den TÜV, so dass solch ein Fall nie vorkommen dürfte. Vermutlich war dies ein nicht scheckheftgepflegtes Fahrzeug, wie es bei sehr alten R129 oft zu sehen ist.
Man kann sich sicher vorstellen, was im Unterbodentunnel los ist, wenn eine etwa zwei Meter lange Stange mit circa 50 mm Durchmesser und hoher Drehzahl z. B. am Automatikgetriebe plötzlich „führungslos“ wird. Eine Gelenkwellenverbindung mit zu viel Spiel macht sich durch Klackern im Innenraum bemerkbar, zu hören bei Lastwechseln. Beschädigte Verbindungen erzeugen in der Regel meist auch spürbare Vibrationen.
Auf einer Hebebühne sind die Gelenkscheiben (Sichtkontrolle und Drehbewegung von Hand) leicht zu prüfen. Wenn erste Anzeichen des Verschleißes festgestellt werden, ist es ratsam, die Scheiben auszutauschen.
Der Bericht soll natürlich keine Panik verbreiten, denn hier ist ein Extremfall beschrieben, der sicher sehr selten vorkommt. Trotzdem ist es sinnvoll, die Werkstatt ab und zu bei Kundendiensten auf eine Überprüfung hinzuweisen.