Defekte Unterdruckpumpe

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Text: Thomas Raible (CR31/Seite 88)


Um dem Problem einer ständig anspringenden Vakuumpumpe im Kofferraum zu Leibe zu rücken, bin ich mit sachkundiger Hilfe aus dem Club in folgenden Schritten vorgegangen:

  • 1. Vakuumpumpe ausgebaut und geöffnet.
  • 2. Alle Schlauchverbindungen in der Pumpe auf richtigen Sitz und Dichtheit geprüft.
  • 3. Pumpe wieder zusammengebaut und angeschlossen, anschließend an den Ausgängen mit der Hand-Unterdruckpumpe geprüft, ob Unterdruck korrekt angezogen und gehalten wird.
  • 4. Die von der Pumpe nach vorne ins Fahrzeug führenden Schläuche mit Handpumpe auf Dichtheit geprüft.



Nachdem bis hierher alles dicht zu sein schien, fiel der Verdacht auf ein elektrisches Problem. Dies auch, da die Vakuumpumpe immer ansprach, wenn die Fahrzeuglüftung eingeschaltet wurde. Aufgrund dieser Feststellung habe ich den Tipp erhalten, das Problem einmal mit Helmut Kisch zu besprechen. Von ihm kam der Hinweis auf die weitere Verteilung des Unterdrucks im Motorraum beziehungsweise auf der Beifahrerseite unter dem Airbag. Zum Glück hatte ich tatkräftige Hilfe eines Mercedes-Meisters – auch wenn der R129 nicht gerade sein Spezialgebiet ist (Originalton zu Helmut Kisch: „Die richtigen Baureihenbezeichnungen fangen bei Mercedes mit einer 6 an, mit so Matchbox-Autos kenn‘ ich mich nicht so aus.“). Dennoch hat er besser als ich verstanden, was uns Helmut in mehreren längeren Telefonaten während unserer Fehlersuche erklärt hat.

Unter telefonischer Anleitung von Helmut Kisch ging es also im Motorraum weiter:

  • 5. Öffnen der Abdeckung vorne rechts und prüfen des dortigen Druckverteilers.
  • 6. Dichtprüfung aller im Motorraum sichtbaren Schläuche mit der Handpumpe.
  • 7. Ausbau der Verkleidung unter dem Beifahrer-Airbag, um an den dort befindlichen großen Druckverteiler zu kommen.
  • 8. Druckprüfung des Verteilers und aller ein- und ausgehenden Schläuche.



Bei der ganzen Ein- und Aussteckerei der Schlauchkupplungen haben wir auch die dort sitzenden kleinen Dichtungen genau angeschaut und gereinigt. Aber letztlich war alles dicht und wir hatten bei aller Mühe eigentlich keinen Auslöser für die Fehlfunktion der Pumpe gefunden. Dennoch, als wir schon ein bisschen verzweifelt alles wieder zusammengebaut hatten, war alles in Ordnung! Die Vakuumpumpe im Kofferraum lief beim Einschalten der Zündung korrekt an und schaltete wieder ab, wie es sein sollte.

Woran es letztendlich lag, ist unklar. Die beiden Fachleute (Helmut Kisch und mein Helfer Marcel Münchow) vermuten, dass durch das Aus- und Einbauen (beziehungsweise Aus- und Einstecken) bereits eine Undichtigkeit in den Kupplungen behoben wurde. Es könnte auch sein, dass eine eventuell verklebte Membran wieder gelöst oder ein Filter wieder frei wurde, da wir beim Prüfen einen Unterdruck von 500 mbar angelegt haben. Woran auch immer es letztlich lag, unser geliebter SL ist wieder einsatzbereit -– der Frühling kann kommen!

An dieser Stelle ein ganz großer Dank für die sagenhafte Unterstützung aus dem Club. Danke an Karl Kübler, der blitzschnell den Kontakt zu Helmut Kisch hergestellt hat. Und dann natürlich ein besonderer Dank an Helmut Kisch. Wer sonst ist schon bereit, am Vormittag des Samstags vor Ostern die benötigten Schaltpläne auszupacken und einen ihm völlig unbekannten Clubfreund mit seinem Fachwissen am Telefon bei einer kniffligen Fehlersuche zu unterstützen. Zum wiederholten Mal war ich von der unglaublichen Hilfsbereitschaft überrascht, die mir durch die „Experten“ unseres Clubs zuteil wurde und eine immense Hilfe war! Von gespartem Geld gar nicht zu reden.

Jetzt freue ich mich wieder auf einen sonnigen SL-Sommer im Kreise des R129-Clubs.

Anmerkung: Die Bezeichnung "Vakuumpumpe" oder "Unterdruckpumpe" ist falsch, da die Pumpe sowohl Unter- als auch Überdruck erzeugt. Mit Unterdruck wird die ZV verriegelt und mit Überdruck entriegelt. Offiziell heißt sie "Bidruckpumpe" oder "Pneumatische Steuereinheit" (PSE). Aber die MB-Dokumentation ist da auch nicht einheitlich. (ke)


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