Artikel Rostvorsorge CR14 bis CR34
Rostvorsorge
Text: Karl Kübler
Fotos: Achim Desch, Hans Dotzauer, Manfred Eccarius, Alexander Gebhard, Peter Hansen, Wolfgang Henn, Karl Kübler, Dieter Markert, Peter Nold, Hans Schwälble, Roland Tschigg, Wofgang Valentini
Der R129 hat eine hervorragende Karosseriestruktur, gewappnet für extreme Ganzjahresbenutzung. Trotzdem gibt es Stellen, die nach Jahren und je nach Beanspruchung (Winterbetrieb in Eis, Schnee oder Salz) Probleme bereiten können. Natürlich ist dies auch eine Frage der Sorgsamkeit und Pflege.
Hier nur einige Beispiele, welche in langjähriger Erfahrung bekannt wurden, aber nicht vollständig sind. Oft sind dies Einzelfälle und nicht als generelle Problemzonen zu sehen, sondern als Tipps, die immer wieder einer Kontrolle unterzogen werden sollten.
Bei der Gelegenheit sollte auch einmal erwähnt werden, dass eine Wachskonservierung mit einem eventuellen vorausgehenden Eisstrahlen durchaus sinnvoll wäre. Dabei erkennt man zumindest die sichtbaren Roststellen am Unterboden sowie hinter den Anbauteilen (Beplankungen) und kann diese Schwachstellen dabei gleich behandeln lassen. Dieser Tipp für alle, die ihren R129 bis zum Ende aller Tage gerne behalten wollen. Natürlich nur einhergehend mit guter Pflege und keinen Fahrten in „Salzlösungen“.
Wagenheberaufnahmen
Ein allgemeines Problem bei diesem Konstruktionsprinzip, das dringend immer wieder überprüft werden muss (Bild 1).
Vorteilhaft ist eine Demontage der Schwellerverkleidung, um den kompletten Schweller zu erkennen.
Die Bilder 2 - 5 zeigen ein Fahrzeug mit häufigem Winterbetrieb. Auf den Bildern 6 - 8 dasselbe Fahrzeug nach der Reparatur.
Auf Bild 9 ist ein ausgeschnittenes Schwellerblech zu sehen, bei dem der Rost langsam hinter der Schwellerverkleidung vor sich „hinschlummerte“.
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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
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Bild 4
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Bild 5
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Bild 6
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Bild 7
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Bild 8
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Bild 9
Rinnen Verdeckkasten und Kofferraum
Dieser Bereich ist vom Verdeckkasten zum Kofferraum in der Serie hartgelötet worden (Bild 1). An der Naht in den Rinnen kann es zu Korrossion kommen. Deshalb sollte die Dichtung hin und wieder zur Sichtkontrolle entnommen werden. Wenn hier Wasser hinter der Dichtung eindringt, kann dies nur sehr schlecht austrocknen (Bild 2, Bild 3).
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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
Abschleppösen

Sowohl vorn als auch hinten sind diese Bügel zu beobachten, besonders, wenn sie mal benutzt und abgerieben worden sind.
Schweißbolzen hinter den Radhausverkleidungen

Die Radhausverkleidungen und diverse Leitungen sind mit Schweißbolzen an der Karosse gehaltert. Die Bolzen-Anschweißfläche sollte ab und zu kontrolliert werden, indem die Radhausverkleidung abgeschraubt wird. Dabei kann man nebenbei den angesammelten Schmutz, zum Beispiel im Radhausfalz, entfernen und somit einem „Feuchtgebiet“ vorbeugen.
Schrauben am Unterboden und ausgesparte Bereiche ohne Unterbodenschutz

Diese Bereiche sind stark gefährdet, wenn „im Salz“ gefahren wird. Dies gilt übrigens für alle Bereiche am Unterboden, die nur lackiert sind, wie z.B. Achsteile.
Dritte Bremsleuchte

An den scharfen Beschnitten der Bleche kann der Lack abplatzen, die Bleche werden dadurch blank und beginnen im Laufe der Zeit Rost anzusetzen.
Schweißnaht Radhaus links im Kofferraum hinter der PVC-Naht

Ungewöhnlich ist dieser Punkt, sollte aber trotzdem immer wieder kontrolliert werden. Nicht nur an dieser Stelle, sondern über das ganze Fahrzeug verteilt.
Bereich der genieteten Plakette auf vorderem Querträger vor dem Kühler

Vermutlich auch durch starken Salzbeschlag rostanfällig.
Kofferraummulde

Hier sollte man ab und zu das Ersatzrad herausnehmen sowie den „Sombrero“ demontieren, um vor Überraschungen sicher zu sein.
Kotflügelfalze
Speziell an den Kotflügelfalzen und in Ecken, in denen sich Straßendreck und Wasser zu einem Sumpf vereinen und der schlecht austrocknet, sollte immer wieder sauber gemacht werden. Einfach zu machen, wenn nach dem Entfernen der Räder die Radhausverkleidung demontiert wird. Dabei bietet sich auch sofort eine Konservierung der geheimen Ecken an. Das gezeigte Beispiel ist sicher einmal im Salz gefahren worden und die Reinigung anschließend in Vergessenheit geraten.
Bereich Lenkgestänge

...wenn man im Salz fährt
Rost an Seitenblinkern
Wenn an den Beschnittkanten der Aussparung von den Seitenblinkern Lack und Grundierung abgeplatzt sind, so dass das Blech blank ist, dann ist ein Rostanfang unvermeidlich. Deshalb Blinker herausnehmen und Kanten nach Bedarf abschleifen, neu grundieren und mit Lackstift ausbessern. Dass sich dahinter ein „Sumpf“ als Rostursache gebildet hat ist unwahrscheinlich, da der Raum mittels Radhausverkleidung zu den Rädern abgeschottet ist.
Scheibenrahmen
Ein sehr seltener Fall, der sich eigentlich nur auf starke Undichtigkeit der Scheibe zurückführen lässt. Ist kaum erklärbar, wie so etwas passieren kann.
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Bild 1 Scheibenrahmen oben
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Bild 2 Scheibenrahmen unten
Vorderachsaufhängung

Hier ist eine Kontrolle sehr einfach und kann bei rechtzeitigem Erkennen gut behandelt werden. Sehr wichtige Teile, welche die Vorderachse mit der Karosserie verbinden und nicht „wegfaulen“ dürfen.
Vorderachsträger
Bei diesem Beispiel sind die Träger der Vorderachse zu sehen. Sieht sehr übel aus und man kann sich nur vorstellen, dass das Fahrzeug an einem „gesalzenen Tag“ unterwegs war. Der Rost hat an den Schweißnähten angefangen sich auszudehnen. Um das zu sehen, muss man die Unterbodenverkleidung abschrauben. Hier lohnt sich der Aufwand, den Unterboden komplett zu behandeln. Und danach die Hohlräume mit Wachs oder anderen Mitteln zu versiegeln. Nach einer solchen Behandlung wird an dem R129 garantiert für lange, lange Zeit kein „Rostalarm“ mehr entstehen.
Querlenkeraufnahmen
Texst und Fotos: Kai Bürger
Leider muss auch ich noch einen weiteren Fundort für Rost an unserem R129 melden.
Beim Vorhaben, die beiden Querlenker an meinem Vormopf-Modell von 06/1993 zu erneuern, sind mir verschiedene Stellen ins Auge gefallen. Leider sind diese Stellen im stehenden Zustand des Fahrzeugs nicht einzusehen.
Es handelt sich um die Karosserie-Blechteile, an denen die Querlenker mit ihren beiden Lagern aufgenommen werden (Bild 1 und 2). Die Blechteile weisen bei mir oberflächlichen Rost auf, der bisher noch keine Nennenswerten Schäden angerichtet hat. Entfernt werden sollte er natürlich trotzdem und die betroffenen Teile wieder gegen Rost geschützt werden (Bild 3 und 4). Ein weiteres Blech, welches betroffen ist, befindet sich auf der Fahrerseite kurz vor dem Lenkgetriebe (Bild 5).
Auch hier handelt es sich um Oberflächenrost, der noch keine weiteren Schäden angerichtet hat.
Das Fahrzeug hat eine Laufleistung von 184tkm und wurde von seinen Vorbesitzern wahrscheinlich auch mal im Winter gefahren. Aktuell ist die ursprüngliche Rostvorsorge noch vorhanden und tut ihren Dienst.
Die Art und Weise den Rost zu beseitigen möchte ich an dieser Stelle nicht beschreiben, da es viele verschiedene Herangehensweisen bei dem Thema gibt.
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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
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Bild 4
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Bild 5
Hinterachsgetriebe
Das Hinterachsgehäuse ist bei fast allen Fahrzeugen i.O. bzw. bei einigen leicht verölt, was auf eine Undichtigkeit schließen lässt. Dann hat der Rost natürlich keine Chance.
Bei geringem Ölfilm einfach ab und zu im Getriebe den Ölstand kontrollieren. An diesem Beispiel führten jedoch Trockenheit und Salz ihr Unwesen (Bild1).
Dieser Fall entstand sicher aus einer extremen Salzfahrt mit anschließender „ungewaschener“ längerer Standzeit in einer unbelüfteten Garage.
Normal ist das nicht, soll aber zeigen, was Salz auch an unserem R129 „anstellen“ kann (Bild 2 und Bild 3).
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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
Türen unten, hinter dem Dichtungsgummi

An Fahrer- und Beifahrertür kann sich im Inneren Wasser stauen, z.B. wenn die Lippendichtung an der Scheibe nicht mehr sauber abdichtet.
Dieser Innenraum wurde ab Werk mit Wachs behandelt, was aber nach Jahren wiederholt werden sollte. Dringt in den Raum Wasser ein und kann nicht wieder ablaufen,
kann es zu solchem Übel kommen.
Radlauffalz

Hier sollte man darauf achten, dass die Radlauffalze immer wieder von Schmutz gereinigt werden sollten. Danach, nachdem Abtrocknen, ist es ratsam, die Falze mit einem Wachs auszustreichen.
Antennenloch

Die Antennenbohrung ist sehr anfällig, sobald der Lack am Lochdurchtritt etwas beschädigt ist und die Gummidichtung des Antennenstabes undicht wird.
Deshalb ist es ratsam, die ausgehärtete Dichtung ab und zu einer Kontrolle zu unterziehen und ggf. auszutauschen. Dabei auch den Lochdurchtritt kontrollieren
und wenn beschädigt mit Lackstift ausbessern.
Kofferraumecken oben

Im Bild eine typische Roststelle, die an anderen zusammengeschweißten Stellen ebenfalls vorkommen kann. Dazu muss der Dichtgummi der Kofferraumöffnung abgezogen werden.
Zu sehen ist auf dem Bild, dass an der oberen Ecke dieser Schweiß-Überlappung keine PVC-Naht aufgebracht ist. In diesem Spalt und dessen Schweißpunkten kann sich ein Mikro-Feuchtraum hinter der Dichtung entwickeln und zu Rost führen. Mit einer eigenen Abdichtung kann man rechtzeitig Abhilfe schaffen.
Kofferraummulde rechts (Batterieraum)

Dies ist ein besonders kritischer Raum. Oft tritt die sehr aggressive Batterieflüssigkeit aus und das ist der Tod des Lackes. Wie schon in früheren Berichten beschrieben (Winterschlaf), sollte die Batterie nie im Fahrzeug aufgeladen werden und möglichst mit einem Schlauch nach außen entlüftet werden.

Nach dem Ausbau der Batterie muss die Batterieschale demontiert werden, denn meist ist darunter auch „das Elend“ zu sehen. Es ist auch immer wieder darauf zu achten, dass sich in diesem Raum über die Jahre kein „Feuchtgebiet“ mit Wasser, Dreck und Staub entwickelt. Denn nach außen ist zwar eine Tülle, aber diese ist dicht und sollte zur Kontrolle ebenfalls herausgenommen werden.
Kotflügel vorn rechts und links
Diesen Raum sollte man beobachten. Normalerweise ist das Radhaus mit einem großen Kunststoffteil ausgekleidet, so dass kein Schmutz oder Nässe hinter den Radhausbereich eindringen kann. Vermutlich war hier das Kunststoffteil gebrochen, oder gar nicht mehr vorhanden. Nur so lassen sich die gewaltigen Rostblüten erklären. Deshalb: Nachschauen ob die Radhausverkleidung irgendwo beschädigt oder undicht ist. Wenn ja, Schmutz dahinter entfernen (genauso wie in den schon beschriebenen Radhausfalzen) und die Radhausverkleidung austauschen.
Kennzeichenblende hinten
Versteckt hinter der Kennzeichenblende kann sich ein großes Übel entwickeln. Wenn der Lack an der Lochkante der Nietmuttern abplatzt, ist ein Rostbeginn vorprogrammiert, Bild 1 und Bild 2. Deshalb ab und zu die Nummerntafel und die Kennzeichenblende abnehmen und nachschauen.
Bild 3 zeigt zusätzlich die beiden Rechteck-Aussparungen für die Kennzeichenleuchten, die auch sehr stark angegriffen sind. Bei beiden ist wohl der Lack an den Lochkante abplatzt und dann ein Rostbeginn ist vorprogrammiert. Auch gut zu sehen ist die Roststelle um das Heckdeckelschloss.
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Bild 1
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Bild 2
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Bild 3
Bereich hinter dem Kotflügel

Um in diesen Raum zu gelangen, muss der Kotflügel abgeschraubt und die vordere Beplankungen ausgeclipst werden. Sinnvoll wäre bei dieser Gelegenheit auch, die kpl. Radhausverkleidung herauszunehmen, damit man auch dort dahinter sieht. Man erkennt auf dem Bild die stark angegriffenen Schraublöcher für den Kotflügel, sowie das ebenfalls betroffene und angeschweißte Halteblech an der A-Säule für die Motorhaubenfeder. Betroffen waren an dem Fahrzeug beide Seiten.
Verriegelungshaken Motorhaube

Dieser Haken ist kpl. gut einzusehen, wenn man die Motorhaube öffnet. Er befindet sich hinter dem Lammellen-Kühlergrill. Hier ist eindeutig das salzige Spritzwasser schuld, das an einer kleinen Stelle seinen „Nährboden“ gefunden hat und sich dann ausbreitete. Man sieht auf dem Bild auch, nicht nur der Haken ist betroffen, sondern der Rost hat schon auf die Motorhaubenkante übergegriffen.
Federbeinkonsole

Ein Hinweisbild der Federbeinkonsole, aufgenommen an unserem Club-Exponat. Diese Schweißnahtverbindung, von Konsole zum Längsträger, ist eine kritische Stelle, die immer wieder kontrolliert werden sollte. Ein Schwachstellenbereich aller MB- Baureihen.
„Sandlager“ in der Schwellerverkleidung
Kaum zu glauben, was ein Mitglied an seinem gebrauchten, in Italien gekauften, R129 entdeckt hat, als er die Schwellerverkleidung abgebaut hat. Unmengen (3,5 kg) von Sand und Dreck kamen zum Vorschein. Hier muss irgendwo in Fahrtrichtung vorne an der Schwellerverkleidung eine Lücke gewesen sein, als das Fahrzeug durch Sanddünen am Strand gefahren ist. Dieser Sand oder Dreck, der natürlich in nassem Zustand schlecht abtrocknet und mit den Jahren immer mehr wird, entwickelt sich zu einem Feuchtgebiet, das irgendwann die Stahlschweller angreifen wird. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, diese Schwellerverkleidungen einmal zu kontollieren.
Scheiben- Wischwasserbehälter
Von einem Mitglied des RT Heilbronn wurde mir berichtet, dass beim Ausbau des Scheiben- Wischwasserbehälters am unteren Fixierloch hinter der Gummitülle ein Rostansatz zu sehen war. Der Ausbau geht sehr schnell – Schraube mit 8er Nuss lösen, Behälter aus Schwalbenschwanzführung herausziehen, mit Draht nach hinten binden und Tülle aus Loch ziehen.
Am Beispiel meines R129, den ich für den Bericht zerlegt habe, ist kein Rost zu sehen. Zu erwähnen ist noch, dass es unterschiedliche Wischwasserbehälter gibt, je nach Sonderausstattung. Es ist durchaus sinnvoll, alle Tüllenlöcher im R129 die „ins Freie“ zeigen und mit Wasser beaufschlagt werden, nachzukontrollieren, sofern zugänglich.
In diesem Bereich sind ferner die beiden kleinen Wasserpumpen zu sehen. Dazu muss der Wischwasserbehälter auch sinnvollerweise ausgebaut und angehoben werden.
Lack- Ausblühungen am Aluminium- Hardtop

Dies ist ein ungewöhnlicher Fall, der von Mitglied Hansen gemeldet wurde und dessen Ursache mir bisher an unserem R129 unbekannt war. Hintergrund wird wohl sein, dass an Abdichtungen der Lack leicht beschädigt war und von Feuchtigkeit unterwandert wurde. Dies ist ähnlich wie bei Stahl, nur dauert es wesentlich länger, bis der Schaden zum Vorschein kommt. Eine Behebung ist deutlich einfacher als bei Stahl, da es sich meist nur um einen oberflächlichen Alurost handelt.
Rost hinter Radhausverkleidungen
Hier sind schlimme Bereiche hinter den Radhausverkleidungen zu sehen. Diese Radhausverkleidungen sind ein Schutz gegen Steinschlag und Wasser bzw. Schutz gegen "vor sich hinfaulenden" Dreck. Betroffen sind hier die Öffnungen, die für Lackablauf oder Fixierung der Rohbaumontage notwendig waren. Diese wurden mit Gummitüllen verschlossen. Diese Tüllenlöcher haben dasselbe Problem, wie in früheren Heften schon beschrieben: An gestanzten Löchern befindet sich oft einen messerscharfer Grat, an dem kein Lack sauber und ewig hält. An diesem eventuell blanken Grat entwickelt sich bei stehendem, feuchtem Dreck mit der Zeit Rostansatz. Auf einigen Bildern sind auch Schweißbolzen zu sehen, an deren Fuß ebenfalls eine Gratbildung ein Rostproblem verursachen kann. Da man natürlich nicht weiß, besonders nach einem Gebrauchtwagenkauf, wie vorher mit dem R 129 umgegangen wurde, ist es sinnvoll, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Man sollte aber beim Wiedereinbau der Radhausverkleidungen genau schauen, dass hinter diese kein Wasser eindringen kann. Das heißt, die Gummiabdichtungen müssen wieder sorgsam eingebaut werden. Diese Undichtigkeit war auch der Grund für den Rost im Scheinwerferbereich, wie in der Skizze zu sehen ist. Faulender Dreck oder Schlamm machen selbst besten Fahrzeugen zu schaffen. Nach eventueller Rostbehandlung und bevor die Radhausverkleidungen wieder angebracht werden, sollte man diese Bereiche großflächig mit Unterbodenschutz behandeln. Empfohlen wird hier ein Klarwachs, damit man erneuten Rostbefall gut sehen kann.
Kofferraum-Regenrinne

In den Beispielbildern ist eine saubere, umlaufende Kofferraum- Regenrinne zu sehen. Diese sollte in den Jahren immer wieder gesäubert werden. Den leicht eingeklebten Dichtgummi abziehen, die Rinne vom Schmutz säubern, danach gut wachsen und wieder aufstecken.

Dann entsteht nicht das Problem, wie es hier zu sehen ist. Der Schweißbord fing an vielen Stellen langsam an zu rosten. Wenn das erst entdeckt wird, wenn der Rost hinter dem Gummi sichtbar wird, dann ist es vielleicht zu spät für eine oberflächliche Reparatur.
Kühlerträger
Im Beispiel ist der Träger des Kühlers zu sehen, an dem auch die Unterbodenverkleidung angeschraubt ist. Hier hat der Rost an den Schweißnähten angefangen sich auszudehnen. Um das zu sehen, muss man den vorderen Stoßfänger abschrauben. Generell gilt aber, dass man irgendwann alle äußeren Anbauteile, sowie die Radhausverkleidungen abnehmen sollte, um an solche Stellen einsehen zu können.
Nach diesem Aufwand wäre es sinnvoll, den Unterboden zu behandeln, sei es mit Eis oder bei Rost mit stärkeren Mitteln. Und danach die Hohlräume mit Wachs oder anderen Mitteln zu versiegeln. Nach einer solchen Behandlung wird an dem R129 garantiert für lange, lange Zeit kein „Rostalarm“ mehr entstehen, wenn man nicht unbedingt eine winterliche „Salzfahrt“ unternehmen muss.
Chromblenden Türen
Die Chromblenden der Türen (auf Höhe Türgriff) sind mit drei Schrauben im Türblech befestigt. Auf dem Bild sah der R129-Besitzer mit Schrecken die Rostränder um die Kunststoffdübel. Vermutlich sammelte sich hinter dem Gummi-Dichtlappen Feuchtigkeit.
Verdeckplatte
Ein Rostbefall, den man meist erst bemerkt, wenn ein neues Verdeck „fällig“ wird. So gesehen bei einem Verdeck-Workshop in Oppenweiler. Der Grund des Rostbefalles liegt wohl daran, dass sich die Verklebung Verdeckplatte / Verdeckstoff gelöst hat, mit Wasser unterwandert wurde und dort langsam anfing zu „faulen“.
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unbehandelt
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behandelt
Typisches Winterfahrzeug
Hier sind beispiellose Fotos eines 129 zu sehen, der wohl im Winter immer wieder jede Menge Salz erfahren hat, danach triefend nass abgestellt wurde, womöglich in einer beheizten Garage. Zu den Bildern braucht man keinen Kommentar abgeben, sie sollen nur aufzeigen, dass es auch möglich ist, einer R129- Karosse „ihre Grenzen“ aufzuzeigen.
Wenn man diese gruseligen Fotos sieht, kann man immer nur dazu raten, zwischendurch an den bisher beschriebenen Stellen nachzusehen, um vor unliebsamen Überraschungen gewappnet zu sein.