Innen- und Außenspiegel: Unterschied zwischen den Versionen

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==Reparatur des Leitungssatzes eines Außenspiegels==
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Text und Fotos: Roland Frank 05/2024
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Aktuelle Version vom 26. Mai 2024, 14:46 Uhr


Demontage eines Außenspiegels


Text und Fotos: Karl Kübler (CR36/S112)

Bevor man hier die Hand anlegt, sollte man genau wissen, wie die innere Dreiecksverkleidung demontiert werden muss. Sonst bricht man zum Beispiel die untere rechte Stecknase ab und das Teil ist nicht mehr festsitzend montierbar. Ein generelles Problem bei Verkleidungsteilen, an denen man aus Unkenntnis sehr viel kaputt machen kann.

Außenansicht
Außenansicht
Innere Dreiecksverkleidung des Außenspiegels
Innere Dreiecksverkleidung des Außenspiegels
Schmales Flacheisen oder Schraubendreher (zur Schonung abgeklebt) genau in den Spalt an der gezeigten Stelle (wichtig!) einstecken und vorsichtig hebeln.
Schmales Flacheisen oder Schraubendreher (zur Schonung abgeklebt) genau in den Spalt an der gezeigten Stelle (wichtig!) einstecken und vorsichtig hebeln.
Dreiecksverkleidung vorsichtig nach unten klappen, wenn die obere Stecknase sich gelöst hat. Man sieht hier gut die obere Stecknase, links die gebogene Einstecklasche und rechts die untere Einstecknase.
Dreiecksverkleidung vorsichtig nach unten klappen, wenn die obere Stecknase sich gelöst hat. Man sieht hier gut die obere Stecknase, links die gebogene Einstecklasche und rechts die untere Einstecknase.
Hier sieht man schön die Steckmöglichkeiten für die Dreiecksverkleidung - oben in Weiß für die obere Stecknase, unten links die Tasche für die gebogene Einstecklasche und rechts das Einsteckloch für die untere Einstecknase.
Hier sieht man schön die Steckmöglichkeiten für die Dreiecksverkleidung - oben in Weiß für die obere Stecknase, unten links die Tasche für die gebogene Einstecklasche und rechts das Einsteckloch für die untere Einstecknase.
Zur Demontage des Außenspiegels muss nun die Schraube des Steckers entfernt und der Stecker gezogen werden.
Zur Demontage des Außenspiegels muss nun die Schraube des Steckers entfernt und der Stecker gezogen werden.
Nun nur noch die drei Spiegelverschraubungen lösen, dann kann der Spiegel abgenommen werden. Zu beachten ist, dass man den Außenspiegel mit einer Hand außen halten muss, bevor man die letzte Schraube herausdreht.
Nun nur noch die drei Spiegelverschraubungen lösen, dann kann der Spiegel abgenommen werden. Zu beachten ist, dass man den Außenspiegel mit einer Hand außen halten muss, bevor man die letzte Schraube herausdreht.
Dieses Foto zeigt die Steckverbindung eines abklappbaren Außenspiegels, das heißt, dass es solche gibt, die nur beheizt sind, ferner elektrisch abklappbare und abblendbare Außenspiegel. Alle haben unterschiedliche elektrische Steckverbindungen, was aber durchauslösbar ist.
Dieses Foto zeigt die Steckverbindung eines abklappbaren Außenspiegels, das heißt, dass es solche gibt, die nur beheizt sind, ferner elektrisch abklappbare und abblendbare Außenspiegel. Alle haben unterschiedliche elektrische Steckverbindungen, was aber durchauslösbar ist.



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Reparatur Innen-Rückspiegel


Text und Fotos: Stefan Groneberg (CR28/S75)

Eigentlich eine Kleinigkeit. Aber es stört doch, wenn der Rückspiegel wackelt und alles nur schemenhaft dargestellt wird. Kann nichts Großes sein, dachte ich und fuhr zu meiner MB-Werkstatt. Der junge Mann bei der Reparaturannahme schüttelte den Kopf, nachdem ich ihn gebeten hatte, den Spiegel festzuschrauben. Geht leider nicht, kann nicht festgeschraubt werden. Ein Neuer kostet ca. 700€.

Rückspiegel Bild (1)
Rückspiegel Bild (1)
Rückspiegel Bild (2)
Rückspiegel Bild (2)

Dabei habe ich es erstmal belassen und wollte mich beim nächsten Clubtreffen schlau machen. Da fiel mir die Reparatur von unserm Mitglied Kai Bürger in die Hände. Er hatte so einen Spiegel schon auseinandergenommen, schickte mir Bilder zu, aus denen zu ersehen war, dass der Spiegel doch festgeschraubt werden konnte.

Rückspiegel Innenleben Bild (1)
Rückspiegel Innenleben Bild (1)
Rückspiegel Innenleben Bild (2)
Rückspiegel Innenleben Bild (2)
Rückspiegel Innenleben Bild (3)
Rückspiegel Innenleben Bild (3)
Rückspiegel Innenleben Bild (4)
Rückspiegel Innenleben Bild (4)

Wäre nicht so schlimm, schrieb Kai, also machte ich mich dran. Bei der Demontage in der MB-Werkstatt stellte sich dann heraus, dass Kunststoff Halterungen, die zwei Bügel arretieren, abgebrochen waren. Keine Reparatur für einen Mercedes Spezialisten, also selber ran. Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich die Halterungen wieder mit einem zwei Komponenten Kleber angeklebt, den überschüssigen Kleber abgefeilt, Spiegel zusammengebaut und alles ist wieder fest. 700,00 € gespart.

Rückspiegel Gehäuse Bild (1)
Rückspiegel Gehäuse Bild (1)
Rückspiegel Gehäuse Bild (2)
Rückspiegel Gehäuse Bild (2)
Rückspiegel Gehäuse Bild (3)
Rückspiegel Gehäuse Bild (3)
Rückspiegel Gehäuse Bild (4)
Rückspiegel Gehäuse Bild (4)
Rückspiegel Laschen Bild (2)
Rückspiegel Laschen Bild (2)
Rückspiegel Laschen Bild (1)
Rückspiegel Laschen geklebt Bild (1)



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Umrüstung auf Außenspiegel mit Blinkern


Text und Fotos: Carsten Günther (CR05/S26)

Seit Baubeginn gab es den R129 mit ‚eckigen‘ Außenspiegeln. Wirklich eckig waren die nicht, aber so war eben das Design der späten Achtziger - letztlich nur eine Fortführung des Themas, welches schon der R107 zeigte. Dieses Design wurde im Prinzip bis 1998 beibehalten, mit der Ausnahme, dass mit der Modellpflege 1995 bereits eine sehr zaghafte Überarbeitung in die Serie einfloss.

Abb 1 eckiger Außenspiegel bis 95
Abb 1 eckiger Außenspiegel bis 95

Abb 1: eckiger Außenspiegel bis 95

Mit der Modellpflege II 1998 wurden auch die Außenspiegel überarbeitet. Da das Gleichteile-System auch im Hause DaimlerChrysler immer stärker betont wurde, wurden hierbei die bereits seit 1996 mit dem SLK (R170) eingeführte Außenspiegel-Form übernommen: rundlich, moderner, gefälliger. 1998, mit der Modellpflege II, kam diese Form dann auch an den R129.

Abb 2 leicht abgerundeter Außenspiegel ab 95
Abb 2 leicht abgerundeter Außenspiegel ab 95

Abb 2: leicht abgerundeter Außenspiegel ab 95

Der SLK wurde dann im Jahr 2000 einer Modellpflege unterzogen und erhielt die Blinker in den Außenspiegeln. Diese Änderung wurde jedoch nicht mehr auf den R129 eingepflegt, da bereits das Ende der Reihe R129 2001 zu nahe war und die Investitionen nicht mehr gerechtfertigt schienen (Werbung, Fertigung, Dokumentation etc.). Es sei erwähnt, dass der CLK (C208) ebenfalls über die gleiche Außenspiegel-Gehäuseform verfügt. Leider sind mir hier aber die Modelldaten nicht geläufig.

Abb 3 runder Außenspiegel MOPFII ab 98
Abb 3 runder Außenspiegel MOPFII ab 98

Abb 3: runder Außenspiegel MOPFII ab 98

Soweit zur Vorgeschichte. Es sollte also möglich sein, die Blinker ans Fahrzeug zu bekommen. Da ich eigentlich grundsätzlich Modifikationen am Fahrzeug ablehne, diese Änderung aber auch am R129 gekommen wäre, wenn er denn nur lang genug produziert worden wäre und es sich um Originalteile handelt, beschloss ich, mich intensiver diesem Thema zu widmen. Ach so, zweiter Grundsatz: Es muss alles vollkommen rückrüstfähig sein, also die Originalteile weiterhin unverändert vorhanden bleiben, um das Fahrzeug jederzeit wieder in den absoluten Originalzustand zurückversetzen zu können.

Beim vorhandenen Fahrzeug (Baujahr 2001) waren bereits die runden Außenspiegel vorhanden, ich ging also davon aus, dass man ohne weiteres R170 (SLK)-Spiegel verwenden könnte. Nach Durchsicht der Teilelisten bei www.mbatc.de orderte ich ein Paar Außenspiegel. Es waren sogar welche mit asphärischem, beheiztem Glas, Memory und Abblendung zu bekommen. Erster Eindruck: Super. Zweiter Eindruck: Passt nicht. Die Form des sogenannten Rahmens, also des Teils, der das Gehäuse und alle Teile trägt, war im Bereich des Spiegelfußes, des Fußdreiecks anders. Klar, denn die Türen und die Windschutzscheibe waren ja anders als beim R129. Hätte man ja auch sehen können. Nun war die Idee zunächst noch, einen R170 Rahmen und einen R129 Rahmen zusammenzubauen. Also den Spiegelfuß vom R129 mit dem Rahmen-Außenteil vom R170 zu verbinden. Das wäre auch gegangen, wenn da nicht die Spiegelanklappung gewesen wäre. Dies ist ein E-Motor mit Getriebe. Dieser ist beim R129-Rahmen praktisch als Achse ausgelegt, dreht also ‚in sich‘, beim R170-Rahmen sitzt der Motor etwas außerhalb des Getriebes, welches die Drehachse darstellt. Fiel also auch weg.

Gut, dann eben die Methode, die zwar von Beginn an die einfachste war, aber die aufgrund von Moralvorstellungen zunächst ausschied: Die Modifikation von Teilen. Kleine Erläuterung: So ein Außenspiegel ist ja nicht nur ein Außenspiegel, nein. Eigentlich ein kleines Wunderwerk der Technik. Dort gibt es:

  • Elektrische Verstellung
  • Memory
  • Beheizung
  • Abblendung
  • Anklappung
  • und die Blinker

Dieser Blinker hat eine gewisse Größe, so dass das Rahmenaußenteil etwas anders geformt sein muss, um dem Blinker Raum zu geben. Außenspiegel ohne Blinker haben einen vorderen Rahmen, der mit drei Schrauben im Dreieck gehalten wird, wobei die äußerste Schraube ganz außen sitzt. Blinker-Spiegel haben vier Schrauben an diesen Rahmen, Anordnung im Rechteck. Ganz außen ist am Rahmen eine Art Reibfläche, in die eine Metalllasche des eigentlichen Spiegels drückt. Dies dient zur Beruhigung des Spiegelglases, z. B. während der Fahrt, da es sont relativ frei vibrieren könnte. Genau dort ist bei blinkerlosen Rahmen eine Schraubbefestigung, die die direkte Modifikation behindert.

Der Trick ist also, diese Schrauben-Nase zu entfernen. Der Gehäuse-Rahmen wird dann immer noch zuverlässig durch drei Schrauben gehalten. Die Elektrifizierung des Spiegels ist relativ simpel. Das Fahrzeug verfügt bereits über Seitenblinker (eingeführt 1996), so dass der Anschluss einfach parallel auf die Zuleitung zu diesen Blinkern geht. Die Leuchtmittel-Kontrolle beschwert sich übrigens nicht über diese Maßnahme. Die Leitungen wollte ich eigentlich über die vorhandenen Steckverbinder leiten, dies gelang aber nicht, da es nicht möglich war, die genauen Bezeichnungen für die Steckeinsätze an den Spiegeln herauszufinden. Ich habe dann separate Steckverbinder gesetzt, die unter dem Spiegeldreieck trotzdem noch genügend Platz finden.

Abschließend möchte ich noch einige Hinweise zu dem bei Umbauten verbleibenden Seitenblinker geben. Zunächst ein paar Worte zum Thema TÜV: Gleichwohl mir fundierte Unterlagen fehlen, so ist zu vernehmen, dass der Seitenblinker „verschwinden“ muss, wenn ein weiterer Seitenrichtungsanzeiger in Gebrauch ist. Somit ist es mit einem einfachen Herausnehmen der Lampe nicht getan. Der Seitenblinker lässt sich übrigens leicht selbst vom Fahrzeug abnehmen: Hierzu von hinten etwas in Fahrtrichtung schieben und dann schräg zur Seite abnehmen.

Möglichkeit 1:
Die Alu-Plaketten der Fußmatten, letzte Ausführung, passen ganz hervorragend auf die Ausschnitte im Koflügel. Ich habe diese in Wagenfarbe lackiert und dann das erhabene SL-Logo wieder herauspoliert. Werden diese mit Klebeband aufgesetzt, ist diese Lösung fast serientauglich, mindestens aber hervorragend rückrüstbar. Den Blinkersockel kann man abdichten und mit Filz umwickelt in den Kotflügel legen.

Möglichkeit 2:
Michael Eder hat ein den Sondereditions-Aufklebern nachempfundenes Clublogo hinter Kunststoff produzieren lassen, um diese Seitenblinker-Ausschnitte zielgerichtet abzudichten.

Möglichkeit 3:
Der Austausch des gesamten Kotflügels gegen ein Exemplar Vor-Mopf-I ganz ohne Seitenblinker-Ausschnitt.

Abb 4 - 9
Abb 4 - 9
Abb 4: Gesamtansicht des unmodifizierten Spiegels. Hier zunächst von Interesse: Die innere Abdeckung des Spiegeldreiecks. Dieses ist über eine Rastnase im oberen Viertel bzw. der oberen Ecke mit der Tür verclipst, unten über zwei Nasen links und rechts eingehängt. Zum Abnehmen des Dreiecks einen Kunststoffkeil in ca. Ein-Uhr-Position einführen und vorsichtig abhebeln. Abb 5: Das Spiegeldreieck wurde abgenommen. Hier ist sehr gut die ovale Öffnung oben zu sehen, in der die Rastnase des Spiegeldreiecks verclipst ist. Unten sind nun 3 Kreuzschlitz-Schrauben zu lösen (die 3. ist durch die Kabel verdeckt). Nach Lösen der Schrauben kann der Spiegel komplett abgenommen werden, den Spiegel bei Lösen der dritten Schraube festhalten. Abb 6: Für den, der die Original-Stecker weiterverwenden möchte: die Stecker haben folgende Teilenummern: Steckergehäuse 10-polig A001 545 59 40, dazu Deckel A000 545 93 03 und Abdeckung A000 545 46 30 zzgl. Hülsen A005 545 76 26 (10x). Das andere Steckergehäuse hat die Teilenummer A028 545 84 28 und benötigt ebenfalls 4x A005 545 76 26.
Abb 7: Ansicht des abgenommenen Spiegels. Das Spiegelglas ist bereits gelöst: Auf dem Foto ist hierzu die Metallfeder zu sehen, die zunächst vorsichtig im Bereich des Bogens nach oben anzuheben ist, das Spiegelglas ist dann abnehmbar. Auffällig die beiden Metalllaschen, die zur Beruhigung des Spiegelglases bei Vibrationen dienen. Abb 8: Blick in den Spiegel, das Spiegelglas ist komplett herausgenommen. Zu sehen ist links der Anschluss für die Abblendung. Der große ‚Teller‘ ist die Aufnahme für das Spiegelglas und auf den Motorteil montiert, worüber die Spiegelverstellung vorgenommen wird. Die Verstellmimik kann nach Lösen der drei Torx-Schrauben herausgenommen werden. Abb 9: Blick in den Spiegel ohne Verstellmimik. Gut zu sehen der elektrische Anschluss des Verstellmotors, außerdem die drei Schraubenfassungen, in die der Rahmen im unmodifizierten Zustand verschraubt wird.



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Blindflug - der ausgelaufene Innenspiegel


Text und Fotos: Kai Bürger (G2/S12)

Dieses mal geht es um die Fahrzeuge von uns, die den Luxus eines automatisch abblendbaren Innenspiegels genießen. Wenn das Spieglein seinen Dienst tut, ist das eine schöne Sache. Wenn nicht, eine sehr teure, normalerweise. Aber auch hier kann man mit ein wenig Bastel-Engagement eine Menge Geld bei sich behalten, anstatt es an den freundlichen Händler weiter zu geben.

Bei diesem Beispiel handelt es sich um den „ausgelaufenen“ Spiegel. Das hat jedoch weniger damit zutun, dass es irgendwo tropft, als mehr, dass sich die vorhandenen Flüssigkristalle nicht mehr in ihrem vorgesehenen Segment befinden und sich für die Spannung interessieren, die im Bedarfsfall eine “Bewegung“ erzwingen soll.

Spiegelgläser intakt und ausgelaufen
Spiegelgläser intakt und ausgelaufen

Auf dem Bild zu sehen sind zwei völlig identische Spiegelgläser. Das obere ist „ausgelaufen“ und nur noch an einer kleinen Ecke wirklich als Spiegel zu betrachten. Das untere ist in seiner Art noch völlig intakt.

Bevor man nun zur Reparatur schreitet, sei kurz erklärt, wie das Ding seinen Dienst aufnimmt. Wir haben das vordere Glas, dahinter das LCD-Segment (Flüssigkristalle) und zum Schluss das eigentliche Spiegelglas. Ohne weitere Einwirkungen erscheint der Spiegel ganz normal.

Um auf die äußeren Lichtveränderungen zu reagieren, befindet sich vorne im Glas sowie auch auf der Rückseite jeweils ein Fotowiderstand. Diese sind an die Elektronik gekoppelt und teilen mit, wie draußen das Wetter ist und ob es von hinten blendet. Je nachdem wie nun die Lichtverhältnisse gemessen werden, wird eine Spannung an den Spiegel angelegt, die dazu führt, dass sich die Flüssigkristalle – wie bei einer digitalen Uhr oder einem LCD Bildschirm – nun dunkel färben. Physikalisch betrachtet werden hier die Kristalle, welche aus Stabmolekülen bestehen, einfach gedreht. Durch zwei sogenannte Polarisationsfilter, die vor und hinter dem LCD-Segment sind, wird das auftreffende Licht durch die Drehung der Kristalle nun durchgelassen oder herausgefiltert. Was wir dann sehen, ist der Effekt des abgedunkelten (abgeblendeten) Spiegels.

Die Innenspiegel für unsere Fahrzeuge sind aber leider, wie vieles, sehr beliebt und damit sehr teuer. Außerdem bekommt man auch immer nur das Ganze inkl. Gehäuse und Elektronik. Man kann sich aber helfen, indem man einen Spiegel des W210 nimmt, der zu hundertausenden verbaut worden ist. Das Gehäuse hat zwar eine andere Aufhängung und der Stecker ist ebenfalls anders, aber uns interessiert ja nur das Glas an sich. Nach dem Öffnen des Gehäuses (erst die Unterseite ausclipsen, dann oben) erscheint folgendes Bild:

Spiegelrückseite mit Platine
Spiegelrückseite mit Platine

Die Aufhängung kann man nun durch Entfernen der beiden Federbleche links und rechts einfach abnehmen. Darunter erscheint nun links die Elektronik und in der Mitte ein recht üppiger Kühlkörper für den Spannungsregler (wobei die Elektronik hier vom Baujahr abhängig ist und anders aussehen kann). Um jetzt keine Bastelstube aufzumachen und nur das Glas zu tauschen, ist die Platine beizubehalten. Diese ist nur mit doppelseitigem Klebeband auf den Spiegel geklebt. Mit der Klinge eines Cuttermessers kann das Ganze vorsichtig gelöst werden. Bitte beim „guten“ Spiegel darauf achten, dass man nicht die Spiegelbeschichtung verkratzt, sonst darf man sich den nächsten holen. Nach dem Lösen und Tauschen der Elektronik ist diese mit neuem Klebeband sehr korrekt an gleicher Stelle zu fixieren. Hierbei ist der korrekte Sitz des vorderen Fotowiderstandes zu beachten, sonst guckt dieser nämlich vor die Wand anstatt durch das Loch in der Spiegelbeschichtung.

Spiegelrückseite Platine W210 und R129 unten
Spiegelrückseite Platine W210 oben und R129 unten

Auf diesem Bild ist oben die Elektronik des W210 zu sehen und unten die des R129 nach der Verpflanzung. Die Reste des Klebebands brauchen nicht entfernt zu werden. Das Ganze wird dann wieder ins Gehäuse zurück gepflanzt und im Fahrzeug getestet.

Und damit es auch einen finanziellen Ansporn gibt, sei gesagt, dass in diesem Beispiel der funktionierende Spiegel des W210 ca. 29 € inkl. Versand gekostet hat. Also wieder einmal den R129 günstig und trotzdem mit Originalteilen von Mercedes repariert :-).

(Hinweis: Bei dem R129 handelte es sich um das Baujahr 6/93 mit abblendbaren Innenspiegel, aber ohne Memory. Der Spiegel des W208 hatte die Teilenummer A208 810 02 17)

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Reparatur des Leitungssatzes eines Außenspiegels


Text und Fotos: Roland Frank 05/2024





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