Das pneumatische System und seine Varianten: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „==Das pneumatische System und seine Varianten== Zunächst mal muss man wissen, das es kein reines Unterdrucksystem ist, sondern teilweise als ein Bi-Drucksystem konzipiert ist. Das heißt, dass es zwei Quellen für den Unterdruck gibt: die Bi-Druckpumpe hinten rechts im Kofferraum und das Saugrohr, das nur bei laufendem Motor und geschlossener Drosselklappe Unterdruck liefert. Druck liefert auf Anforderung nur die Bidruckpumpe (Pumpe liefert je nach Lauf…“ |
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Hier wird über die Leitung 83 vom Saugrohr-Unterdruck auf den '''Verteiler 71''' gegeben. Der wird dann am '''Steller 38''' dosiert und mit '''Leitung 41''' auf die die Stellglieder an den Scheinwerfern gegeben. Eine recht simple aber wirkungsvolle Sache, wenn der Motor läuft. | Hier wird über die Leitung 83 vom Saugrohr-Unterdruck auf den '''Verteiler 71''' gegeben. Der wird dann am '''Steller 38''' dosiert und mit '''Leitung 41''' auf die die Stellglieder an den Scheinwerfern gegeben. Eine recht simple aber wirkungsvolle Sache, wenn der Motor läuft. | ||
Als nächstes schauen wir auf die Zentralverriegelung, denn da kommt die Bidruckpumpe zum Zuge. Sie liefert Unterdruck oder Druck, je nach dem was gebraucht wird. Bei der ZV (Zentralverriegelung) wird die Pumpe vom Schlüssel oder der Fernbedienung aktiviert und läuft entsprechend. Die Abschaltprozedur wird durch Druckschalter in der Pumpe bewerkstelligt. | Als nächstes schauen wir auf die Zentralverriegelung, denn da kommt die Bidruckpumpe zum Zuge. Sie liefert Unterdruck oder Druck, je nach dem was gebraucht wird. Bei der ZV (Zentralverriegelung) wird die Pumpe vom Schlüssel oder der Fernbedienung aktiviert und läuft entsprechend. Die Abschaltprozedur wird durch Druckschalter in der Pumpe bewerkstelligt. | ||
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Ab 06/97 war die Sache dann vereinfacht, da das Schliessystem nun in der Pumpe integriert war (die elektrischen Einzelheiten in einem späteren Kapitel). Die Bidruckpumpe gab es immer noch. Die innere ZV funktioniert ganz gleich ähnlich wie die ZV mit Bidruck. | Ab 06/97 war die Sache dann vereinfacht, da das Schliessystem nun in der Pumpe integriert war (die elektrischen Einzelheiten in einem späteren Kapitel). Die Bidruckpumpe gab es immer noch. Die innere ZV funktioniert ganz gleich ähnlich wie die ZV mit Bidruck. | ||
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Hier sieht man die innere ZV (IZV), die Stellglieder 41 sind eindeutig zu erkennen. Die Darstellungen im EPC werden noch weiter geführt und sind nicht immer eindeutig. Da das System außerordentlich robust ist macht das in der Praxis wenig aus. | Hier sieht man die innere ZV (IZV), die Stellglieder 41 sind eindeutig zu erkennen. Die Darstellungen im EPC werden noch weiter geführt und sind nicht immer eindeutig. Da das System außerordentlich robust ist macht das in der Praxis wenig aus. | ||
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Die orthopädischen Sitzlehnen werden ebenso von dem Druckteil der Pumpe versorgt. Die Mimik funktioniert so, dass der Vorratsbehälter 38 einfach auf einem bestimmten Druckniveau gehalten wird. Wenn dann die Steller 47/50 Druck in die Kammern des Sitzes leiten, wird nachgepumpt, bis das Druckniverau wieder erreicht ist. Die spätere Ausführung ist noch einfacher gehalten, dafür ist die Pumpe in ihren Innereien komplizierter. | Die orthopädischen Sitzlehnen werden ebenso von dem Druckteil der Pumpe versorgt. Die Mimik funktioniert so, dass der Vorratsbehälter 38 einfach auf einem bestimmten Druckniveau gehalten wird. Wenn dann die Steller 47/50 Druck in die Kammern des Sitzes leiten, wird nachgepumpt, bis das Druckniverau wieder erreicht ist. Die spätere Ausführung ist noch einfacher gehalten, dafür ist die Pumpe in ihren Innereien komplizierter. | ||
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Allen Autos gemeinsam ist noch ein Unterdruck-Vorratsbehälter im linken Kotflügel. Der soll Unterdruck-Spitzen dämpfen und bei Motorstillstand gewisse Grundfunktionen der Tankentlüfung sicher stellen.. | Allen Autos gemeinsam ist noch ein Unterdruck-Vorratsbehälter im linken Kotflügel. Der soll Unterdruck-Spitzen dämpfen und bei Motorstillstand gewisse Grundfunktionen der Tankentlüfung sicher stellen.. | ||
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[[Datei:Abb 8 Vorratsbehälter 122 Unterdruck.jpg|150px|mini|links|alternativtext=Abb 8 Vorratsbehälter 122 Unterdruck|Abb 8 Vorratsbehälter 122 Unterdruck]] | {| class="wikitable" | ||
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Man erkennt, daß die Anlage nicht ohne Tücke ist, denn die Funktion wird noch durch diverse Rückschlagventile in der Pumpe gewährleistet. Glücklicherweise ist eine solche Pneumatik wenig störanfällig. Defekt werden manchmal die '''Abzweiger 116''' und '''Koppelstücke 62''' aus Gummi. Das erkennt man leicht an der immer wieder anlaufenden Pumpe. Den Übeltäter dingfest zu machen, ist allerdings aufwendig und man muss u.U. diverse Verkleidungsteile entfernen um das defekte Gummiteil zu finden. Sehr verdächtig ist immer die Verrohrung im Ablagedeckel der Mittelkonsole, denn der wird bewegt. | Man erkennt, daß die Anlage nicht ohne Tücke ist, denn die Funktion wird noch durch diverse Rückschlagventile in der Pumpe gewährleistet. Glücklicherweise ist eine solche Pneumatik wenig störanfällig. Defekt werden manchmal die '''Abzweiger 116''' und '''Koppelstücke 62''' aus Gummi. Das erkennt man leicht an der immer wieder anlaufenden Pumpe. Den Übeltäter dingfest zu machen, ist allerdings aufwendig und man muss u.U. diverse Verkleidungsteile entfernen um das defekte Gummiteil zu finden. Sehr verdächtig ist immer die Verrohrung im Ablagedeckel der Mittelkonsole, denn der wird bewegt. | ||
Zum Schluss noch der „Igel“, das ist '''Teil 38''' im unten stehenden Bild. Da wird Unterdruck gemäß den Einstellungen der Heiz/Klima Anlage auf diverse Stellmotoren verteilt | Zum Schluss noch der „Igel“, das ist '''Teil 38''' im unten stehenden Bild. Da wird Unterdruck gemäß den Einstellungen der Heiz/Klima Anlage auf diverse Stellmotoren verteilt | ||
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[[Datei:Unterdrucksystem der Heiz-Klima (HKA) Anlage.jpg|150px|mini|links|alternativtext=Unterdrucksystem der Heiz-Klima (HKA) Anlage|Abb 10 Unterdrucksystem der Heizanlage]] | |- | ||
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Man muss dazu wissen, dass die Klappen der Ausströmer in der Instrumententafel kontinuierlich verstellt werden. Die drei Rändelräder im mittleren Ausströmer sind Potentiometer, die ihr Signal auf den Igel senden. Dort wird der Sollwert mit den Rückführpotentiometern der drei Stellmotoren verglichen und gegen eine Feder im Stellglied so weit nachgeregelt, bis die Abweichung annähernd Null ist. Die Federn machen die schnelle Diagnose nur schnell, wenn man von den Dingern weiss… ;-)) | Man muss dazu wissen, dass die Klappen der Ausströmer in der Instrumententafel kontinuierlich verstellt werden. Die drei Rändelräder im mittleren Ausströmer sind Potentiometer, die ihr Signal auf den Igel senden. Dort wird der Sollwert mit den Rückführpotentiometern der drei Stellmotoren verglichen und gegen eine Feder im Stellglied so weit nachgeregelt, bis die Abweichung annähernd Null ist. Die Federn machen die schnelle Diagnose nur schnell, wenn man von den Dingern weiss… ;-)) | ||
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Anstatt der vom Werk vorgeschriebenen Prüfeinrichtung '''W201 589 13 21''' zur Diagnose ist für Amateure viel zu aufwendig. Ein größeres Klistier samt einiger Schläuche reicht völlig aus im System Druck/Unterdruck zu erzeugen. Bei Leckagen hört man es zischen. In den allermeisten Fällen ist das ausreichend um Leckagen zu finden und zu beseitigen. | Anstatt der vom Werk vorgeschriebenen Prüfeinrichtung '''W201 589 13 21''' zur Diagnose ist für Amateure viel zu aufwendig. Ein größeres Klistier samt einiger Schläuche reicht völlig aus im System Druck/Unterdruck zu erzeugen. Bei Leckagen hört man es zischen. In den allermeisten Fällen ist das ausreichend um Leckagen zu finden und zu beseitigen. | ||
[[Datei:Abb 14 W201 589 13 21.jpg|150px|mini|links|alternativtext=Abb 14 W201 589 13 21|Abb 14 Testgerät W201 589 13 21]] | <br> | ||
[[Datei:Abb 13 Test mit Manometer.jpg|150px|mini|links|alternativtext=Abb 13 Test mit Manometer|Abb 13 Eigenbautester mit Manometer]] | {| class="wikitable" | ||
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Version vom 2. April 2023, 19:05 Uhr
Das pneumatische System und seine Varianten
Zunächst mal muss man wissen, das es kein reines Unterdrucksystem ist, sondern teilweise als ein Bi-Drucksystem konzipiert ist. Das heißt, dass es zwei Quellen für den Unterdruck gibt: die Bi-Druckpumpe hinten rechts im Kofferraum und das Saugrohr, das nur bei laufendem Motor und geschlossener Drosselklappe Unterdruck liefert. Druck liefert auf Anforderung nur die Bidruckpumpe (Pumpe liefert je nach Laufrichtung Druck oder Unterdruck), und der wird sogar für den orthopädischen Sitz gespeichert.
Zweckmäßig orientiert man sich an den Bildern im EPC, und hier kommt auch schon das erste, die Scheinwerferhöhenverstellung (nicht in Nordamerika und bei Xenon)

Scheinwerferhöhenverstellung
Hier wird über die Leitung 83 vom Saugrohr-Unterdruck auf den Verteiler 71 gegeben. Der wird dann am Steller 38 dosiert und mit Leitung 41 auf die die Stellglieder an den Scheinwerfern gegeben. Eine recht simple aber wirkungsvolle Sache, wenn der Motor läuft.
Als nächstes schauen wir auf die Zentralverriegelung, denn da kommt die Bidruckpumpe zum Zuge. Sie liefert Unterdruck oder Druck, je nach dem was gebraucht wird. Bei der ZV (Zentralverriegelung) wird die Pumpe vom Schlüssel oder der Fernbedienung aktiviert und läuft entsprechend. Die Abschaltprozedur wird durch Druckschalter in der Pumpe bewerkstelligt.
Ab 06/97 war die Sache dann vereinfacht, da das Schliessystem nun in der Pumpe integriert war (die elektrischen Einzelheiten in einem späteren Kapitel). Die Bidruckpumpe gab es immer noch. Die innere ZV funktioniert ganz gleich ähnlich wie die ZV mit Bidruck.

Leckagen zeigen sich, wenn die Pumpe immer wieder anläuft, weil die Endabschaltung in der Pumpe nicht erreicht wird. Das geht so eine Weile, bis die integrierte Schutzschaltung die Pumpe bis zum nächsten Schliesszyklus still legt. Diese Mimik ist notwendig, weil die Pumpe ansonsten in Selbstzerstörung geht, denn sie ist nicht für Dauerbetrieb ausgelegt.

Hier sieht man die innere ZV (IZV), die Stellglieder 41 sind eindeutig zu erkennen. Die Darstellungen im EPC werden noch weiter geführt und sind nicht immer eindeutig. Da das System außerordentlich robust ist macht das in der Praxis wenig aus.
Die orthopädischen Sitzlehnen werden ebenso von dem Druckteil der Pumpe versorgt. Die Mimik funktioniert so, dass der Vorratsbehälter 38 einfach auf einem bestimmten Druckniveau gehalten wird. Wenn dann die Steller 47/50 Druck in die Kammern des Sitzes leiten, wird nachgepumpt, bis das Druckniverau wieder erreicht ist. Die spätere Ausführung ist noch einfacher gehalten, dafür ist die Pumpe in ihren Innereien komplizierter.
Allen Autos gemeinsam ist noch ein Unterdruck-Vorratsbehälter im linken Kotflügel. Der soll Unterdruck-Spitzen dämpfen und bei Motorstillstand gewisse Grundfunktionen der Tankentlüfung sicher stellen..
Man erkennt, daß die Anlage nicht ohne Tücke ist, denn die Funktion wird noch durch diverse Rückschlagventile in der Pumpe gewährleistet. Glücklicherweise ist eine solche Pneumatik wenig störanfällig. Defekt werden manchmal die Abzweiger 116 und Koppelstücke 62 aus Gummi. Das erkennt man leicht an der immer wieder anlaufenden Pumpe. Den Übeltäter dingfest zu machen, ist allerdings aufwendig und man muss u.U. diverse Verkleidungsteile entfernen um das defekte Gummiteil zu finden. Sehr verdächtig ist immer die Verrohrung im Ablagedeckel der Mittelkonsole, denn der wird bewegt.
Zum Schluss noch der „Igel“, das ist Teil 38 im unten stehenden Bild. Da wird Unterdruck gemäß den Einstellungen der Heiz/Klima Anlage auf diverse Stellmotoren verteilt
Man muss dazu wissen, dass die Klappen der Ausströmer in der Instrumententafel kontinuierlich verstellt werden. Die drei Rändelräder im mittleren Ausströmer sind Potentiometer, die ihr Signal auf den Igel senden. Dort wird der Sollwert mit den Rückführpotentiometern der drei Stellmotoren verglichen und gegen eine Feder im Stellglied so weit nachgeregelt, bis die Abweichung annähernd Null ist. Die Federn machen die schnelle Diagnose nur schnell, wenn man von den Dingern weiss… ;-))

Anstatt der vom Werk vorgeschriebenen Prüfeinrichtung W201 589 13 21 zur Diagnose ist für Amateure viel zu aufwendig. Ein größeres Klistier samt einiger Schläuche reicht völlig aus im System Druck/Unterdruck zu erzeugen. Bei Leckagen hört man es zischen. In den allermeisten Fällen ist das ausreichend um Leckagen zu finden und zu beseitigen.









