Der SL im Winterschlaf: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „<br> von Bernd Börsch <br> <br> <br> Die meisten Mitglieder des Mercedes-Benz R129 SL-Club e.V. fahren ihre Fahrzeuge nicht das ganze Jahr hindurch. Vielfach werden gleich bei der Anmeldung Saisonkennzeichen beantragt, so daß eine Überwinterung in der Garage oder Scheune oder an anderen Unterstellplätzen notwendig wird. Um eine schadenfreie Aufbewahrung während der Wintermonate sicherzustellen, sind einige wichtige Punkte zu beachten. Reparaturen, d…“
 
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Text und Foto: Bernd Börsch (CR06/S18)
von Bernd Börsch
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Die meisten Mitglieder des Mercedes-Benz R129 SL-Club
e.V. fahren ihre Fahrzeuge nicht das ganze Jahr hindurch.
Vielfach werden gleich bei der Anmeldung Saisonkennzeichen
beantragt, so daß eine Überwinterung in der Garage oder
Scheune oder an anderen Unterstellplätzen notwendig wird.


Um eine schadenfreie Aufbewahrung während der Wintermonate
Die meisten Mitglieder des Mercedes-Benz R129 SL-Club e.V. fahren ihre Fahrzeuge nicht das ganze Jahr hindurch. Vielfach werden gleich bei der Anmeldung Saisonkennzeichen beantragt, so dass eine Überwinterung in der Garage oder Scheune oder an anderen Unterstellplätzen notwendig wird.
sicherzustellen, sind einige wichtige Punkte zu beachten. Reparaturen,
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die - durch Standschäden verursacht – nach einer Überwinterung
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erforderlich sind, können sehr teuer werden und somit
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den Geldbeutel erheblich belasten. Nachfolgend sollen die wichtigsten
[[Datei:SL im Winter.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=SL im Winter|SL im Winter]]
Tipps aufgeführt und unterschiedliche Alternativen zur
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sachgerechten Einlagerung des Fahrzeugs angeboten werden:
Um eine schadenfreie Aufbewahrung während der Wintermonate sicherzustellen, sind einige wichtige Punkte zu beachten. Reparaturen, die - durch '''Standschäden''' verursacht – nach einer Überwinterung erforderlich sind, können sehr teuer werden und somit den Geldbeutel erheblich belasten. Nachfolgend sollen die wichtigsten Tipps aufgeführt und unterschiedliche Alternativen zur sachgerechten Einlagerung des Fahrzeugs angeboten werden:  
Die Karosserie: Die Karosserie des R129 wird bereits bei der
Produktion mit Hohlraumkonservierung versehen und durch
eine geschlossene Lackschicht vor Korrosion geschützt. Dennoch
kann bei der Einlagerung durch Feuchtigkeit schnell Rost
entstehen. Deshalb ist besonders wichtig, daß das Fahrzeug
nicht kurz vorher gewaschen oder im Regen bewegt wurde.
Also, lieber schmutzig als feucht einlagern!


==== Die Karosserie ====
Die Karosserie des R129 wird bereits bei der Produktion mit Hohlraumkonservierung versehen und durch eine geschlossene Lackschicht vor Korrosion geschützt. Dennoch kann bei der Einlagerung durch Feuchtigkeit schnell Rost entstehen. Deshalb ist besonders wichtig, dass das Fahrzeug nicht kurz vorher gewaschen oder im Regen bewegt wurde. Also, lieber schmutzig als feucht einlagern!


Die Außenhaut läßt sich sehr leicht durch darübergelegte Bettlaken
==== Die Außenhaut ====
oder eine spezielle Autohülle vor Verschmutzung schützen.
Die Außenhaut lässt sich sehr leicht durch darübergelegte Bettlaken oder eine spezielle Autohülle vor Verschmutzung schützen. Beim Überziehen ist jedoch Vorsicht geboten. Die speziellen KFZ-Schutzhüllen hinterlassen oft Stoffasern auf dem Verdeck, welche nachher sehr schwer zu entfernen sind. Um dies von vornherein zu vermeiden, kann das Verdeck zusätzlich durch eine Halbgarage aus fusselfreiem Material (Vinyl-Abdeckungen enthalten für die Verdeckscheiben schädliche Weichmacher) oder eine Lage Abdeck-Papier geschützt werden. Sofern der Lack bei Einlagerung verschmutzt ist, sollte unbedingt beim Abdecken darauf geachtet werden, dass keine Kratzer im Lack entstehen. Wichtig ist ebenfalls, dass sich das Abdeckmaterial luftdurchlässig verhält, um nicht Gefahr zu laufen, dass kondensierende Feuchtigkeit unter der Abdekkung Korrosion verursacht.
Beim Überziehen ist jedoch Vorsicht geboten. Die speziellen
Allgemein ist darauf zu achten, dass der '''Stellplatz gut belüftet''' ist und keine schnellen Temperaturwechsel auftreten. Hierdurch lässt sich Kondensatbildung wirksam vermeiden. Ungünstig ist ein Schlafplatz neben dem täglich nassen Alltagsgefährt.
KFZ-Schutzhüllen hinterlassen oft Stoffasern auf dem
Verdeck, welche nachher sehr schwer zu entfernen sind. Um
dies von vornherein zu vermeiden, kann das Verdeck zusätzlich
durch eine Halbgarage aus fusselfreiem Material (Vinyl-
Abdeckungen enthalten für die Verdeckscheiben schädliche
Weichmacher) oder eine Lage Abdeck-Papier geschützt werden.
Sofern der Lack bei Einlagerung verschmutzt ist, sollte
unbedingt beim Abdecken darauf geachtet werden, daß keine
Kratzer im Lack entstehen. Wichtig ist ebenfalls, daß sich
das Abdeckmaterial luftdurchlässig verhält um nicht Gefahr
zu laufen, daß kondensierende Feuchtigkeit unter der Abdekkung
Korrosion verursacht.


==== Das Dach ====
Das Softtop ist ein wunder Punkt bei der Überwinterung des R129. Eine Überwinterung des Softtops im Verdeckkasten ist weder für die Lebensdauer der Verdeckscheiben noch für das Aussehen des Verdeckstoffes förderlich. Das Softtop sollte möglichst aufgespannt sein, um Schäden zu vermeiden.
Allerdings gibt es hierbei Einschränkungen. Ganz besonders wichtig für die nachfolgenden Überlegungen ist, dass das Verdeck auf keinen Fall bei '''Temperaturen unter 10°C''' bewegt werden soll. Die Gefahr, dass dabei Risse in den Verdeckscheiben zurückbleiben, ist enorm groß. Sofern geplant ist, in den Wintermonaten am Fahrzeug zu arbeiten, z. B. Lackbearbeitung, stört ein geschlossenes Softtop. Bevor dieses dann bei tiefen Temperaturen bewegt wird, sollte es lieber von vornherein geöffnet bleiben. Entsprechendes gilt, wenn Fahrten im Winter mit Hardtop vorgesehen sind. Wird das Hardtop montiert, muss das Softtop zwangsweise im Verdeckkasten verstaut sein. Auch hier sollte dies dann vor Wintereinbruch erledigt werden. Sofern tatsächlich eine Überwinterung im Stand erfolgt, ist die bessere Lösung, das Verdeck zu schließen und in gespanntem Zustand über den Winter zu bringen.


==== Das Interieur ====
Auch das Interieur des Wagens sollte nicht außer Acht gelassen werden. Vor dem Abstellen ist außer dem Aussaugen auch eine ordentliche Reinigung Pflicht. Leder setzt sehr schnell unschönen Pilzbefall an, wenn es nicht genügend belüftet wird. Auch der Teppich dankt dem Eigner eine gute Belüftung mit einem weiterhin neutralen Geruch. Deshalb sollte mindestens ein Fallfenster (Seitenfenster) etwas geöffnet und der Kofferraumdeckel nur angelehnt werden. Hierbei darf nicht vergessen werden, die Kofferraumleuchte am dafür vorgesehenen Schalter im Kofferaumschloss auszuschalten. Die zusätzliche Verwendung eines Mittels, welches Feuchtigkeit absorbieren kann, kann auch nicht schaden. Hierfür gibt es Trockenmittelpatronen im Fachhandel, die diese Aufgabe gut, allerdings auch besonders teuer, erledigen. Eine Schale (oder ein Sack) mit trockenem Reis, Salz oder Trockengel (bei Überseespeditionen erhältlich), welche ins Fahrzeuginnere gestellt wird, ist eine preisgünstige Alternative.


Allgemein ist darauf zu achten, daß der Stellplatz gut belüftet ist
==== Die Klimaanlage ====
und keine schnellen Temperaturwechsel auftreten. Hierdurch
Die Klimaanlage bedarf keiner besonderen Berücksichtigung. Lediglich eine ausgiebige Fahrt, ca. 30 km, bei ausgeschalteter Klimaanlage verhindert Kondensat im Wärmetauscher und den Lüftungskanälen.
läßt sich Kondensatbildung wirksam vermeiden. Ungünstig ist
ein Schlafplatz neben dem täglich nassen Alltagsgefährt.
Das Dach: Das Softtop ist ein wunder Punkt bei der Überwinterung
des R129. Eine Überwinterung des Softtops im Verdeckkasten
ist weder für die Lebensdauer der Verdeckscheiben, noch
für das Aussehen des Verdeckstoffes förderlich. Das Softtop
sollte möglichst aufgespannt sein, um Schäden zu vermeiden.
Allerdings gibt es hierbei Einschränkungen. Ganz besonders
wichtig für die nachfolgenden Überlegungen ist, daß das Verdeck
auf keinen Fall bei Temperaturen unter 10°C bewegt werden
soll. Die Gefahr, daß dabei Risse in den Verdeckscheiben
zurückbleiben, ist enorm groß. Sofern geplant ist in den Wintermonaten
am Fahrzeug zu arbeiten, z.B. Lackbearbeitung,
stört ein geschlossenes Softtop. Bevor dieses dann bei tiefen
Temperaturen bewegt wird, sollte es lieber von vornherein geöffnet
bleiben. Entsprechendes gilt, wenn Fahrten im Winter
mit Hardtop vorgesehen sind. Wird das Hardtop montiert, muß
das Softtop zwangsweise im Verdeckkasten verstaut sein. Auch
hier sollte dies dann vor Wintereinbruch erledigt werden. Sofern
tatsächlich eine Überwinterung im Stand erfolgt, ist die
bessere Lösung das Verdeck zu schließen und in gespanntem
Zustand über den Winter zu bringen.


==== Das Fahrwerk ====
Insbesondere die Reifen des R129 werden bei längerer Standzeit extrem belastet. Der Gripp des Autoreifens beruht darauf, dass der Reifen durch das Fahrzeuggewicht an der Berührungsstelle zur Straße gestaucht wird. Dadurch entsteht eine flächige Auflage. Während der Drehbewegung wird das Gummi des Reifens und der darin enthaltene Texitilverbund der Flanken ständig gewalgt. Bei längerer Standzeit auf ein und der selben Stelle kann es vorkommen, dass das Elastomer der Lauffläche und der Textilkörper der Flanken die gestauchte Form beibehält. Man nennt dies eine Standplatte.
Das Risiko wird weiter vergrößert, wenn der Reifen „heiß“ abgestellt wird. Eine '''Standplatte''' führt zu einem unrunden Lauf, so dass in der Folge Schäden an Fahrgestell und Karosserie auftreten können. Außerdem kann der Reifen während der Fahrt nachgeben und zerbersten. Ein geplatzter Reifen, besonders hinten, ist lebensgefährlich! Um Standplatten zu vermeiden, gibt es mehrere Lösungsansätze. Die beste Methode ist, vor dem Abstellen des Wagens über mehrere Monate die Räder durch „Standräder“ zu ersetzen. Hierfür eignet sich praktisch jedes Rad mit passendem Lochkreis und alten Reifen. Eine andere Lösung besteht darin, die Stauchung des Reifens möglichst klein zu halten, indem der Luftdruck erhöht wird – z. B. Aufpumpen auf mind. '''4 bar Luftdruck'''. In Verbindung damit kann durch Unterlegen der Räder mit einer dicken Lage Baustyropor die Auflagefläche des Reifens unter Beibehaltung der runden Form unterstützt werden.
'''Die schlechteste Lösung ist das Aufbocken.''' Hierbei besteht die Gefahr, das Fahrwerk nachhaltig zu beschädigen. Insbesondere Fahrzeuge mit ADS sind besonders anfällig. Wenn dennoch aufgebockt werden soll, empfiehlt sich die Verwendung von kleinen, im Fachhandel erhältlichen Stützen, die möglichst weit außen unter die Achsen zu stellen sind. Die Stoßdämpfer werden dann weiterhin mit dem Fahrzeuggewicht belastet und die Gummielemnte der Radaufhängung werden geschont, während gleichzeitig die Räder in der Luft hängen und keine Standplatten enstehen.


==== Der Auspuff ====
Im Auspuff befindliche Feuchtigkeit kann in Verbindung mit Sauerstoff sehr schnell Korrosionsschäden an der Auspuffanlage verursachen. Zur Vorbeugung sollte das/die Endrohr/Endrohre durch einen mit Öl getränkten Lappen verstopft werden.


Das Interieur: Auch das Interieur des Wagens sollte nicht
==== Die Gummiteile ====
außer Acht gelassen werden. Vor dem Abstellen ist außer
Die Gummiteile werden sorgfältig gereinigt und mit Talkum oder Glyzerin gepflegt. Dabei sollten auch nicht die Wischerblätter vergessen werden, die es zudem gerne mögen, wenn sie entlastet werden.
dem Aussaugen auch eine ordentliche Reinigung Pfl icht.
Leder setzt sehr schnell unschönen Pilzbefall an, wenn es
nicht genügend belüftet wird. Auch der Teppich dankt dem
Eigner eine gute Belüftung mit einem weiterhin neutralen
Geruch. Deshalb sollte mindestens ein Fallfenster (Seitenfenster)
etwas geöffnet und der Kofferraumdeckel nur angelehnt
werden. Hierbei darf nicht vergessen werden, die
Kofferraumleuchte am dafür vorgesehenen Schalter im Kofferaumschloß
auszuschalten. Die zusätzliche Verwendung
eines Mittels, welches Feuchtigkeit absorbieren kann, kann
auch nicht schaden. Hierfür gibt es Trockenmittelpatronen
im Fachhandel, die diese Aufgabe gut, allerdings auch besonders
teuer, erledigen. Eine Schale (oder ein Sack) mit
trockenem Reis, Salz oder Trockengel (bei Überseespeditionen
erhältlich), welche ins Fahrzeuginnere gestellt wird, ist
eine preisgünstige Alternative.


==== Der Motor ====
Wer auch seinem Motor etwas Gutes tun möchte, kann durch die Zündkerzenlöcher ein wenig dünnflüssiges Öl in den Brennraum sprühen. Hierdurch werden die Zylinderwände benetzt und möglicher Korrosion vorgebeugt. Die Zündkerzen sind nach dieser Aktion wieder einzuschrauben. Vorsicht: Zündkerzen immer nur bei kaltem Motor einschrauben!


Die Klimaanlage: Die Klimaanlage bedarf keiner besonderen
==== Das Lebenselexier ====
Berücksichtigung. Lediglich eine ausgiebige Fahrt, ca. 30 km,
Die Einsatzbereitschaft des R129 steht und fällt mit den Flüssigkeiten in seinen Lebensadern. Bei einer Überwinterung stehen auch hierzu einige Überlegungen an.
bei ausgeschalteter Klimaanlage verhindert Kondensat im
Wärmetauscher und den Lüftungskanälen.


==== Der Kraftstoff ====
Der Kraftstoff enthält immer neben den üblichen Additiven auch Wasser. Wasser greift in Verbindung mit Sauerstoff den Tank, die Kraftstoffleitungen, die Kraftstoffpumpe und die Einspritzanlage an. Um einer Bildung von Rost durch kondensierendes Wasser im Tank vorzubeugen, sollte dieser vor dem Abstellen immer randvoll gefüllt werden.


==== Hydraulikflüssigkeit ====
Hydraulikflüssigkei ist hygroskopisch, d. h. sie nimmt Wasser aus ihrer Umgebung auf. Insbesondere bei der Bremsanlage ist dies mit besonderen Gefahren verbunden. Befindet sich Wasser in der Bremsanlage, so wird es durch den Bremsvorgang und die damit verbundene starke Hitzeentwicklung zum Kochen gebracht. Es entsteht Wasserdampf. Gasblasen im Hydrauliksystem der Bremse sind komprimierbar, so dass die Bremswirkung sehr stark nachlässt oder die Bremse komplett ausfällt.


Das Fahrwerk: Insbesondere die Reifen des R129 werden bei
==== Öle ====
längerer Standzeit extrem belastet. Der Gripp des Autoreifens
Öle bilden durch ihre starke Beanspruchung im Motor Säuren. Nur bei sehr langen Standzeiten empfiehlt sich deshalb ein außerplanmäßiger Motorölwechsel. Scheibenwaschflüssigkeit vom Sommer wird in einer beheizten Garage durch reines Wasser ersetzt, um Ausflockungen zu verhindern. Bei Frost wird das Waschwasser abgelassen oder besser durch eine Wintermischung ersetzt. In einer unbeheizten Garage empfiehlt sich auch eine Überprüfung des Kühlmittels auf seine Frosttauglichkeit.
beruht darauf, daß der Reifen durch das Fahrzeuggewicht an
der Berührungsstelle zur Straße gestaucht wird. Dadurch entsteht
eine fl ächige Aufl age. Während der Drehbewegung wird
das Gummi des Reifens und der darin enthaltene Texitilverbund
der Flanken ständig gewalgt. Bei längerer Standzeit auf
ein und der selben Stelle kann es vorkommen, daß das Elastomer
der Lauffl äche und der Textilkörper der Flanken die
gestauchte Form beibehält. Man nent dies eine Standplatte.


==== Elektrische Anlage ====
Die elektrische Anlage ist vollständig wintertauglich. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Blei-Akkumulator – auch Batterie genannt. Die Batterie leidet bei kalten Temperaturen unter einem erheblichen Leistungsverlust, der sich jedoch bei Nichtnutzung des Fahrzeuges nicht auswirkt. Schlimmer ist, dass durch Selbstentladung und eine Entladung durch die angeschlossene Fahrzeugelektronik die Batterie nachhaltig geschädigt werden kann, wenn dadurch eine Tiefentladung ihrer Zellen entsteht. Um dem vorzubeugen, erscheint es sinnvoll, die Batterie während der Wintermonate vom Bordnetz des Fahrzeuges zu trennen und in einer warmen Umgebung aufzubewahren.


Das Risiko wird weiter vergrößert, wenn der Reifen „heiß“ abgestellt
Sofern eine Hausgarage mit Netzsteckdose vorhanden ist, gibt es eine sinnvolle Alternative. Bei der Wiederinbetriebnahme werden Fehlercodes in den Steuergeräten generiert, die in einigen Fällen auch eine Fehlfunktion derselben bewirken (z. B. Verdecksteuerung). Aus diesem Grund ist es also sinnvoll, die Batterie in angeschlossenem Zustand im Fahrzeug zu belassen. Wie aber dann eine Zerstörung durch Tiefstentladung vermeiden? Ganz einfach, im KFZ Fachhandel gibt es Batterieerhaltungslader, die es gestatten, die Batterie aufzuladen, ohne die angeschlossene Elektronik zu gefährden. Diese werden einfach über Polklemmen oder mittels Bordsteckdose mit der Batterie verbunden und per Netzstecker an das Stromnetz angeschlossen. Vorteilhaft ist zudem, dass die Batterie immer gut geladen ist und alle elektrischen Verbraucher auch im Winter einsatzbereit bleiben (Arbeiten am Fahrzeug). Bei Wiederinbetriebnahme entfallen Arbeiten zur Justierung der Seitenscheiben, Neueingabe Radiocode oder das Anlernen der Radsensoren.
wird. Eine Standplatte führt zu einem unrunden Lauf,
so daß in der Folge Schäden an Fahrgestell und Karosserie auftreten
können. Außerdem kann der Reifen während der Fahrt
nachgeben und zerbersten. Ein geplatzter Reifen, besonders
hinten, ist lebensgefährlich!
Um Standplatten zu vermeiden, gibt es mehrere Lösungsansätze. Die
beste Methode ist, vor dem Abstellen des Wagens über mehrere Monate
die Räder durch „Standräder“ zu ersetzen. Hierfür eignet sich
praktisch jedes Rad mit passendem Lochkreis und alten Reifen.
Eine andere Lösung besteht darin, die Stauchung des Reifens
möglichst klein zu halten, indem der Luftdruck erhöht wird
z.B. Aufpumpen auf mind. 4 bar Luftdruck. In Verbindung
damit kann durch Unterlegen der Räder mit einer dicken Lage
Baustyropor die Aufl agefl äche des Reifens unter Beibehaltung
der runden Form unterstützt werden.
Die schlechteste Lösung ist das Aufbocken. Hierbei besteht die
Gefahr, das Fahrwerk nachhaltig zu beschädigen. Insbesondere
Fahrzeuge mit ADS sind besonders anfällig. Wenn dennoch
aufgebockt werden soll, empfi ehlt sich die Verwendung von
kleinen, im Fachhandel erhältlichen Stützen, die möglichst
weit außen unter die Achsen zu stellen sind. Die Stoßdämpfer
werden dann weiterhin mit dem Fahrzeuggewicht belastet
und die Gummielemnte der Radaufhängung werden geschont,
während gleichzeitig die Räder in der Luft hängen und keine
Standplatten enstehen.
Der Auspuff: Im Auspuff befi ndliche Feuchtigkeit kann in Verbindung
mit Sauerstoff sehr schnell Korrosionsschäden an der Auspuffanlage
verursachen. Zur Vorbeugung sollte das/die Endrohr/Endrohre
durch einen mit Öl getränkten Lappen verstopft werden.
Die Gummiteile: Die Gummiteile werden sorgfältig gereinigt
und mit Talkum oder Glyzerin gepfl egt. Dabei sollten auch
nicht die Wischerblätter vergessen werden, die es zudem gerne
mögen, wenn sie entlastet werden.


==== Schlusswort ====
Alle vorgenannten Ausführungen sind eine Zusammenstellung möglicher Maßnahmen. Einige davon beruhen auf der eigenen Meinung oder Erfahrungen des Autors. Selbstverständlich kann von alledem auch nichts gemacht werden. Auch vor dem Winter einfach abgestellte Fahrzeuge sind im Frühjahr häufig ohne besondere Maßnahmen wieder in Betrieb zu setzen.


Besonderer Dank gilt Karl Kübler, Jürgen Collin und Klaus J. Eßer (Vizepräsident Technikkoordination Mercedes-Benz R107 SL-Club e.V.) für die fachliche Unterstützung bei der Erstellung dieser Dokumentation.


Der Motor: Wer auch seinem Motor etwas Gutes tun möchte,
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kann durch die Zündkerzenlöcher ein wenig dünnfl üssiges Öl
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in den Brennraum sprühen. Hierdurch werden die Zylinderwände
benetzt und möglicher Korrosion vorgebeugt. Die Zündkerzen
sind nach dieser Aktion wieder einzuschrauben. Vorsicht:
Zündkerzen immer nur bei kaltem Motor einschrauben!
 
 
Das Lebenselexier: Die Einsatzbereitschaft des R129 steht und
fällt mit den Flüssigkeiten in seinen Lebensadern. Bei einer
Überwinterung stehen auch hierzu einige Überlegungen an.
 
 
Der Kraftstoff enthält immer neben den üblichen Additiven
auch Wasser. Wasser greift in Verbindung mit Sauerstoff den
Tank, die Kraftstoffl eitungen, die Kraftstoffpumpe und die
Einspritzanlage an. Um einer Bildung von Rost durch kondensierendes
Wasser im Tank vorzubeugen, sollte dieser vor dem
Abstellen immer randvoll gefüllt werden.
 
 
Hydraulikflüssigkeit ist hygroskopisch, d.h. sie nimmt Wasser
aus ihrer Umgebung auf. Insbesondere bei der Bremsanlage ist
dies mit besonderen Gefahren verbunden. Befindet sich Wasser in der Bremsanlage, so wird es durch den Bremsvorgang und
die damit verbundene starke Hitzeentwicklung zum Kochen
gebracht. Es entsteht Wasserdampf. Gasblasen im Hydrauliksystem
der Bremse sind komprimierbar, so daß die Bremswirkung
sehr stark nachläßt oder die Bremse komplett ausfällt.
 
 
 
Öle bilden durch ihre starke Beanspruchung im Motor Säuren.
Nur bei sehr langen Standzeiten empfi ehlt sich deshalb ein außerplanmäßiger
Motorölwechsel. Scheibenwaschfl üssigkeit vom
Sommer wird in einer beheizten Garage durch reines Wasser
ersetzt, um Ausfl ockungen zu verhindern. Bei Frost wird das
Waschwasser abgelassen oder besser durch eine Wintermischung
ersetzt. In einer unbeheizten Garage empfi ehlt sich auch
eine Überprüfung des Kühlmittels auf seine Frosttauglichkeit.
Elektrische Anlage: Die elektrische Anlage ist vollständig
wintertauglich. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Blei-
Akkumulator – auch Batterie genannt. Die Batterie leidet bei
kalten Temperaturen unter einem erheblichen Leistungsverlust,
der sich jedoch bei Nichtnutzung des Fahrzeuges nicht
auswirkt. Schlimmer ist, daß durch Selbstentladung und eine
Entladung durch die angeschlossene Fahrzeugelektronik die
Batterie nachhaltig geschädigt werden kann, wenn dadurch
eine Tiefentladung ihrer Zellen entsteht. Um dem vorzubeugen
erscheint es sinnvoll, die Batterie während der Wintermonate
vom Bordnetz des Fahrzeuges zu trennen und in einer warmen
Umgebung aufzubewahren.
 
 
 
Sofern eine Hausgarage mit Netzsteckdose vorhanden ist, gibt
es eine sinnvolle Alternative. Bei der Wiederinbetriebnahme
werden Fehlercodes in den Steuergeräten generiert, die in einigen
Fällen auch eine Fehlfunktion derselben bewirken (z.B.
Verdecksteuerung). Aus diesem Grund ist es also sinnvoll die
Batterie in angeschlossenem Zustand im Fahrzeug zu belassen.
Wie aber dann eine Zerstörung durch Tiefstentladung vermeiden?
Ganz einfach, im KFZ Fachhandel gibt es Batterieerhaltungslader,
die es gestatten die Batterie aufzuladen, ohne die
angeschlossene Elektronik zu gefährden. Diese werden einfach
über Polklemmen oder mittels Bordsteckdose mit der Batterie
verbunden und per Netzstecker an das Stromnetz angeschlossen.
Vorteilhaft ist zudem, daß die Batterie immer gut geladen
ist und alle elektrischen Verbraucher auch im Winter einsatzbereit
bleiben (Arbeiten am Fahrzeug). Bei Wiederinbetriebnahme
entfallen Arbeiten zur Justierung der Seitenscheiben,
Neueingabe Radiocode oder das Anlernen der Radsensoren.
 
 
Schlußwort: Alle vor genannten Ausführungen sind eine Zusammenstellung
möglicher Maßnahmen. Einige davon beruhen
auf der eigenen Meinung oder Erfahrungen des Autors.
Selbstverständlich kann von alle dem auch nichts gemacht
werden. Auch vor dem Winter einfach abgestellte Fahrzeuge
sind im Frühjahr häufi g ohne besondere Maßnahmen wieder
in Betrieb zu setzen.
 
Besonderer Dank gilt Karl Kübler, Jürgen Collin und Klaus J.
Eßer (Vizepräsident Technikkoordination Mercedes-Benz R107
SL-Club e.V.) für die fachliche Unterstützung bei der Erstellung
dieser Dokumentation.

Aktuelle Version vom 27. Dezember 2023, 21:06 Uhr

Text und Foto: Bernd Börsch (CR06/S18)

Die meisten Mitglieder des Mercedes-Benz R129 SL-Club e.V. fahren ihre Fahrzeuge nicht das ganze Jahr hindurch. Vielfach werden gleich bei der Anmeldung Saisonkennzeichen beantragt, so dass eine Überwinterung in der Garage oder Scheune oder an anderen Unterstellplätzen notwendig wird.

SL im Winter
SL im Winter

Um eine schadenfreie Aufbewahrung während der Wintermonate sicherzustellen, sind einige wichtige Punkte zu beachten. Reparaturen, die - durch Standschäden verursacht – nach einer Überwinterung erforderlich sind, können sehr teuer werden und somit den Geldbeutel erheblich belasten. Nachfolgend sollen die wichtigsten Tipps aufgeführt und unterschiedliche Alternativen zur sachgerechten Einlagerung des Fahrzeugs angeboten werden:

Die Karosserie

Die Karosserie des R129 wird bereits bei der Produktion mit Hohlraumkonservierung versehen und durch eine geschlossene Lackschicht vor Korrosion geschützt. Dennoch kann bei der Einlagerung durch Feuchtigkeit schnell Rost entstehen. Deshalb ist besonders wichtig, dass das Fahrzeug nicht kurz vorher gewaschen oder im Regen bewegt wurde. Also, lieber schmutzig als feucht einlagern!

Die Außenhaut

Die Außenhaut lässt sich sehr leicht durch darübergelegte Bettlaken oder eine spezielle Autohülle vor Verschmutzung schützen. Beim Überziehen ist jedoch Vorsicht geboten. Die speziellen KFZ-Schutzhüllen hinterlassen oft Stoffasern auf dem Verdeck, welche nachher sehr schwer zu entfernen sind. Um dies von vornherein zu vermeiden, kann das Verdeck zusätzlich durch eine Halbgarage aus fusselfreiem Material (Vinyl-Abdeckungen enthalten für die Verdeckscheiben schädliche Weichmacher) oder eine Lage Abdeck-Papier geschützt werden. Sofern der Lack bei Einlagerung verschmutzt ist, sollte unbedingt beim Abdecken darauf geachtet werden, dass keine Kratzer im Lack entstehen. Wichtig ist ebenfalls, dass sich das Abdeckmaterial luftdurchlässig verhält, um nicht Gefahr zu laufen, dass kondensierende Feuchtigkeit unter der Abdekkung Korrosion verursacht. Allgemein ist darauf zu achten, dass der Stellplatz gut belüftet ist und keine schnellen Temperaturwechsel auftreten. Hierdurch lässt sich Kondensatbildung wirksam vermeiden. Ungünstig ist ein Schlafplatz neben dem täglich nassen Alltagsgefährt.

Das Dach

Das Softtop ist ein wunder Punkt bei der Überwinterung des R129. Eine Überwinterung des Softtops im Verdeckkasten ist weder für die Lebensdauer der Verdeckscheiben noch für das Aussehen des Verdeckstoffes förderlich. Das Softtop sollte möglichst aufgespannt sein, um Schäden zu vermeiden. Allerdings gibt es hierbei Einschränkungen. Ganz besonders wichtig für die nachfolgenden Überlegungen ist, dass das Verdeck auf keinen Fall bei Temperaturen unter 10°C bewegt werden soll. Die Gefahr, dass dabei Risse in den Verdeckscheiben zurückbleiben, ist enorm groß. Sofern geplant ist, in den Wintermonaten am Fahrzeug zu arbeiten, z. B. Lackbearbeitung, stört ein geschlossenes Softtop. Bevor dieses dann bei tiefen Temperaturen bewegt wird, sollte es lieber von vornherein geöffnet bleiben. Entsprechendes gilt, wenn Fahrten im Winter mit Hardtop vorgesehen sind. Wird das Hardtop montiert, muss das Softtop zwangsweise im Verdeckkasten verstaut sein. Auch hier sollte dies dann vor Wintereinbruch erledigt werden. Sofern tatsächlich eine Überwinterung im Stand erfolgt, ist die bessere Lösung, das Verdeck zu schließen und in gespanntem Zustand über den Winter zu bringen.

Das Interieur

Auch das Interieur des Wagens sollte nicht außer Acht gelassen werden. Vor dem Abstellen ist außer dem Aussaugen auch eine ordentliche Reinigung Pflicht. Leder setzt sehr schnell unschönen Pilzbefall an, wenn es nicht genügend belüftet wird. Auch der Teppich dankt dem Eigner eine gute Belüftung mit einem weiterhin neutralen Geruch. Deshalb sollte mindestens ein Fallfenster (Seitenfenster) etwas geöffnet und der Kofferraumdeckel nur angelehnt werden. Hierbei darf nicht vergessen werden, die Kofferraumleuchte am dafür vorgesehenen Schalter im Kofferaumschloss auszuschalten. Die zusätzliche Verwendung eines Mittels, welches Feuchtigkeit absorbieren kann, kann auch nicht schaden. Hierfür gibt es Trockenmittelpatronen im Fachhandel, die diese Aufgabe gut, allerdings auch besonders teuer, erledigen. Eine Schale (oder ein Sack) mit trockenem Reis, Salz oder Trockengel (bei Überseespeditionen erhältlich), welche ins Fahrzeuginnere gestellt wird, ist eine preisgünstige Alternative.

Die Klimaanlage

Die Klimaanlage bedarf keiner besonderen Berücksichtigung. Lediglich eine ausgiebige Fahrt, ca. 30 km, bei ausgeschalteter Klimaanlage verhindert Kondensat im Wärmetauscher und den Lüftungskanälen.

Das Fahrwerk

Insbesondere die Reifen des R129 werden bei längerer Standzeit extrem belastet. Der Gripp des Autoreifens beruht darauf, dass der Reifen durch das Fahrzeuggewicht an der Berührungsstelle zur Straße gestaucht wird. Dadurch entsteht eine flächige Auflage. Während der Drehbewegung wird das Gummi des Reifens und der darin enthaltene Texitilverbund der Flanken ständig gewalgt. Bei längerer Standzeit auf ein und der selben Stelle kann es vorkommen, dass das Elastomer der Lauffläche und der Textilkörper der Flanken die gestauchte Form beibehält. Man nennt dies eine Standplatte. Das Risiko wird weiter vergrößert, wenn der Reifen „heiß“ abgestellt wird. Eine Standplatte führt zu einem unrunden Lauf, so dass in der Folge Schäden an Fahrgestell und Karosserie auftreten können. Außerdem kann der Reifen während der Fahrt nachgeben und zerbersten. Ein geplatzter Reifen, besonders hinten, ist lebensgefährlich! Um Standplatten zu vermeiden, gibt es mehrere Lösungsansätze. Die beste Methode ist, vor dem Abstellen des Wagens über mehrere Monate die Räder durch „Standräder“ zu ersetzen. Hierfür eignet sich praktisch jedes Rad mit passendem Lochkreis und alten Reifen. Eine andere Lösung besteht darin, die Stauchung des Reifens möglichst klein zu halten, indem der Luftdruck erhöht wird – z. B. Aufpumpen auf mind. 4 bar Luftdruck. In Verbindung damit kann durch Unterlegen der Räder mit einer dicken Lage Baustyropor die Auflagefläche des Reifens unter Beibehaltung der runden Form unterstützt werden. Die schlechteste Lösung ist das Aufbocken. Hierbei besteht die Gefahr, das Fahrwerk nachhaltig zu beschädigen. Insbesondere Fahrzeuge mit ADS sind besonders anfällig. Wenn dennoch aufgebockt werden soll, empfiehlt sich die Verwendung von kleinen, im Fachhandel erhältlichen Stützen, die möglichst weit außen unter die Achsen zu stellen sind. Die Stoßdämpfer werden dann weiterhin mit dem Fahrzeuggewicht belastet und die Gummielemnte der Radaufhängung werden geschont, während gleichzeitig die Räder in der Luft hängen und keine Standplatten enstehen.

Der Auspuff

Im Auspuff befindliche Feuchtigkeit kann in Verbindung mit Sauerstoff sehr schnell Korrosionsschäden an der Auspuffanlage verursachen. Zur Vorbeugung sollte das/die Endrohr/Endrohre durch einen mit Öl getränkten Lappen verstopft werden.

Die Gummiteile

Die Gummiteile werden sorgfältig gereinigt und mit Talkum oder Glyzerin gepflegt. Dabei sollten auch nicht die Wischerblätter vergessen werden, die es zudem gerne mögen, wenn sie entlastet werden.

Der Motor

Wer auch seinem Motor etwas Gutes tun möchte, kann durch die Zündkerzenlöcher ein wenig dünnflüssiges Öl in den Brennraum sprühen. Hierdurch werden die Zylinderwände benetzt und möglicher Korrosion vorgebeugt. Die Zündkerzen sind nach dieser Aktion wieder einzuschrauben. Vorsicht: Zündkerzen immer nur bei kaltem Motor einschrauben!

Das Lebenselexier

Die Einsatzbereitschaft des R129 steht und fällt mit den Flüssigkeiten in seinen Lebensadern. Bei einer Überwinterung stehen auch hierzu einige Überlegungen an.

Der Kraftstoff

Der Kraftstoff enthält immer neben den üblichen Additiven auch Wasser. Wasser greift in Verbindung mit Sauerstoff den Tank, die Kraftstoffleitungen, die Kraftstoffpumpe und die Einspritzanlage an. Um einer Bildung von Rost durch kondensierendes Wasser im Tank vorzubeugen, sollte dieser vor dem Abstellen immer randvoll gefüllt werden.

Hydraulikflüssigkeit

Hydraulikflüssigkei ist hygroskopisch, d. h. sie nimmt Wasser aus ihrer Umgebung auf. Insbesondere bei der Bremsanlage ist dies mit besonderen Gefahren verbunden. Befindet sich Wasser in der Bremsanlage, so wird es durch den Bremsvorgang und die damit verbundene starke Hitzeentwicklung zum Kochen gebracht. Es entsteht Wasserdampf. Gasblasen im Hydrauliksystem der Bremse sind komprimierbar, so dass die Bremswirkung sehr stark nachlässt oder die Bremse komplett ausfällt.

Öle

Öle bilden durch ihre starke Beanspruchung im Motor Säuren. Nur bei sehr langen Standzeiten empfiehlt sich deshalb ein außerplanmäßiger Motorölwechsel. Scheibenwaschflüssigkeit vom Sommer wird in einer beheizten Garage durch reines Wasser ersetzt, um Ausflockungen zu verhindern. Bei Frost wird das Waschwasser abgelassen oder besser durch eine Wintermischung ersetzt. In einer unbeheizten Garage empfiehlt sich auch eine Überprüfung des Kühlmittels auf seine Frosttauglichkeit.

Elektrische Anlage

Die elektrische Anlage ist vollständig wintertauglich. Eine Ausnahme bildet hier lediglich der Blei-Akkumulator – auch Batterie genannt. Die Batterie leidet bei kalten Temperaturen unter einem erheblichen Leistungsverlust, der sich jedoch bei Nichtnutzung des Fahrzeuges nicht auswirkt. Schlimmer ist, dass durch Selbstentladung und eine Entladung durch die angeschlossene Fahrzeugelektronik die Batterie nachhaltig geschädigt werden kann, wenn dadurch eine Tiefentladung ihrer Zellen entsteht. Um dem vorzubeugen, erscheint es sinnvoll, die Batterie während der Wintermonate vom Bordnetz des Fahrzeuges zu trennen und in einer warmen Umgebung aufzubewahren.

Sofern eine Hausgarage mit Netzsteckdose vorhanden ist, gibt es eine sinnvolle Alternative. Bei der Wiederinbetriebnahme werden Fehlercodes in den Steuergeräten generiert, die in einigen Fällen auch eine Fehlfunktion derselben bewirken (z. B. Verdecksteuerung). Aus diesem Grund ist es also sinnvoll, die Batterie in angeschlossenem Zustand im Fahrzeug zu belassen. Wie aber dann eine Zerstörung durch Tiefstentladung vermeiden? Ganz einfach, im KFZ Fachhandel gibt es Batterieerhaltungslader, die es gestatten, die Batterie aufzuladen, ohne die angeschlossene Elektronik zu gefährden. Diese werden einfach über Polklemmen oder mittels Bordsteckdose mit der Batterie verbunden und per Netzstecker an das Stromnetz angeschlossen. Vorteilhaft ist zudem, dass die Batterie immer gut geladen ist und alle elektrischen Verbraucher auch im Winter einsatzbereit bleiben (Arbeiten am Fahrzeug). Bei Wiederinbetriebnahme entfallen Arbeiten zur Justierung der Seitenscheiben, Neueingabe Radiocode oder das Anlernen der Radsensoren.

Schlusswort

Alle vorgenannten Ausführungen sind eine Zusammenstellung möglicher Maßnahmen. Einige davon beruhen auf der eigenen Meinung oder Erfahrungen des Autors. Selbstverständlich kann von alledem auch nichts gemacht werden. Auch vor dem Winter einfach abgestellte Fahrzeuge sind im Frühjahr häufig ohne besondere Maßnahmen wieder in Betrieb zu setzen.

Besonderer Dank gilt Karl Kübler, Jürgen Collin und Klaus J. Eßer (Vizepräsident Technikkoordination Mercedes-Benz R107 SL-Club e.V.) für die fachliche Unterstützung bei der Erstellung dieser Dokumentation.


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