Systeme Fahrwerk übergreifend: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Technikwiki R129
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(13 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
====Sicherheit im Automobil - Aktive Sicherheit====
==Sicherheit im Automobil - Schwerpunkt Aktive Sicherheit==
<br>
<br>
von CR31/S98
'''Vortrag von Frank Knothe im RT Heilbronn'''


<br clear=all>
 
[[Main Page]]
Text: Alexander Wenzel | Fotos und Grafiken: Daimler AG (CR31/S98)
<br>
<br>
Zum Auftakt der diesjährigen Vortragsreihe im RT Heilbronn durften wir am 10. März 2018 den ehemaligen Baureihenleiter S-, SL- und SLK-Klasse, Frank Knothe, in unserem „Sacco-Stüble“ begrüßen. Das Mercedes-Benz Urgestein durchlief während seiner vierzigjährigen Laufbahn zahlreiche Stationen und war an der Entwicklung diverser Baureihen beteiligt. Sein Kontakt mit dem SL begann bereits mit der legendären Pagode. Unter seine Verantwortung als Baureihenleiter fallen insbesondere die S-Klassen Baureihen W220 und W221 sowie die SL-Baureihe R230. Selbst im Ruhestand ab 2007 blieb er dem Konzern verbunden und stand den Kollegen von AMG bei der Entwicklung des SLS mit Rat und Tat zur Seite. Ehemalige Kollegen sprechen Frank Knothe die Eigenschaft zu, den besten „Popometer“ beim Daimler zu haben.
<br>
<br>
Vom äußerst umfangreichen Fachwissen konnten wir uns während seines Vortrages zum Thema „Sicherheit im Automobil“ mit dem Schwerpunkt ‚Aktive Sicherheit‘ einen Eindruck verschaffen. Das Oppenweiler Domizil des RT Heilbronn war bis zum letzten Platz besetzt. Neben den anwesenden Clubmitgliedern ließ es sich auch Günter Engelen nicht nehmen, dem umfangreich vorbereiteten Vortrag beizuwohnen. Seit Jahrzehnten spielt Sicherheit eine große Rolle bei Mercedes-Benz-Automobilen und stellt bis heute einen hohen Wert der Marke mit dem Stern dar. Der Stuttgarter Konzern startete früh mit ersten Versuchen und leistete so Pionierarbeit auf einem Gebiet, welches viele andere Hersteller zur damaligen Zeit stiefmütterlich behandelten. Ausdruck dieser Mühe sind zahlreiche Innovationen, auf die im Vortrag eingegangen wurde.
<br>
<br>
Die Sicherheit von Automobilen lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen:
<br>
<br>
* Passive Sicherheit - Verminderung der Unfallfolgen
* Aktive Sicherheit - Verhinderung eines Unfalls
<br>
<br>
Während der Fahrer die aktive Sicherheit ständig „erfährt“, bleibt er hoffentlich vom Erleben der passiven verschont. Frank Knothe beleuchtete schwerpunktmäßig die aktive Sicherheit mit ihren technologischen Highlights, welche die Grenzen der Physik verschieben, aber nicht außer Kraft setzen können.
===== Fahrsicherheit =====
Die Fahrsicherheit wurde über die Jahre nicht zuletzt dank der Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz ständig erhöht. Gesamtkonzept und das Fahrwerk mit seinen Aggregaten und Systemen bilden hierzu die Basis für die Fahrsicherheit.
===== Lenkung =====
Im Bereich der Lenkung konnte durch den Einsatz der Servounterstützung der Zielkonflikt zwischen Handlichkeit und beherrschbaren Lenkkräften gelöst werden. Keine Selbstverständlichkeit in den sechziger und siebziger Jahren.
{| class="wikitable"
|-
| [[Datei:06 kugel-umlauflenkung r129.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=Kugelumlauflenkung|Kugelumlauflenkung]]
||[[Datei:01 daempferbein vorderachse.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=Daempferbein Vorderachse|Daempferbein Vorderachse]]
||[[Datei:02 raumlenker hinterachse.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=Raumlenker Hinterachse|Raumlenker Hinterachse]]
|}
Mercedes-Benz hielt lange an der auch im R129 zum Einsatz kommenden Kugelumlauflenkung fest, die sich durch eine geringe Schwingungsempfindlichkeit auszeichnet. Mit der Einführung des W210 wurde zugunsten von Handlichkeit, Präzision und Gewicht auf die Zahnstangenlenkung umgestellt.
===== Radaufhängung =====
In einem Exkurs durch die Geschichte der verschiedenen Radaufhängungen bei Mercedes-Benz erklärte Knothe die Vorzüge der vorderen Dämpferbeinachse des R129. Die niedrig bauende Feder führt zu einem geringeren Bauraumbedarf, welcher den Einsatz von voluminösen Motoren wie dem V12 erst ermöglicht. Im R129 wurde die Achse mit einem Bremsnickausgleich von 25 Prozent ausgelegt, welcher das Eintauchen des Bugs beim Bremsen deutlich vermindert. Der Lenkrollradius wurde konstruktiv im Laufe der Zeit weiter reduziert, was insbesondere beim Bremsen auf unterschiedlich griffigem Untergrund hilft, das Fahrzeug zu stabilisieren. Einen großen Sprung für die Fahrsicherheit bedeutete die Einführung der Raumlenkerhinterachse im W201. Nach dem W124 kommt sie mit eigener Abstimmung auch in unseren R129 zum Einsatz. Die Erhöhung des Anfahrnickausgleichs auf 97 Prozent führt zu einem reduzierten Eintauchen des Hecks beim Anfahren.


====Soll ich oder soll ich mich nicht dem Airbag nähern?====
===== Radbremse =====
<br>
 
von kje (G2/S28)
 
Von vorsintflutlichen Bandbremsen über die auch heute noch bei preisgünstigen PKW an der Hinterachse zum Einsatz kommenden Trommelbremsen führte die Entwicklung der Radbremse Ende der fünfziger Jahre zum Einsatz der Scheibenbremse. Mercedes erkannte früh das große Potential und führte sie zügig in seine Modellreihen ein. Bereits Mitte der sechziger Jahre war die Baureihe W108, wie unser R129 über 20 Jahre später, mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern ausgestattet. Ein nicht unerheblicher Sicherheitsvorteil gerade in der damaligen Zeit, in der die Konkurrenz noch gerne auf unterdimensionierte Systeme zurückgriff.
 
 
===== Fahrerassistenzsysteme =====
 
 
Auch in diesem Bereich der aktiven Sicherheit gehören die Stuttgarter zu den Vorreitern. Mit der Einführung des ersten PKW-Antiblockiersystems (ABS) 1978 im W116, der Antriebsschlupfregelung (ASR) 1986 im W126, des Elektronischen Stabilitäts-Programms (ESP) 1995 im W140 und des Bremsassistenten (BAS) 1996 setzten sie Meilensteine. Alle vier Systeme waren je nach Baujahr auch im R129 erhältlich. ABS gehörte von Anfang an zur Serienausstattung. ASR, anfangs noch optional, fand in verschiedenen Ausbaustufen seinen Weg in die Aufpreislosigkeit. ESP war bereits kurz nach der Premiere im W140 auch in den Acht- und Zwölf-Zylinderversionen der Mopf 1 R129 Modelle erhältlich. Mit der Umstellung auf das NAG1 Automatikgetriebe und ME-Motronic fand dieses wichtige System 1996 auch seinen Weg in die Aufpreisliste der Reihensechszylinder. Mit der zweiten Modellpflege war ESP dann für alle R129 Modelle Serie. An dieser Stelle soll noch einmal bemerkt werden, dass die zügige Einführung des ESP bei allen Herstellern ein Resultat des Elchtestdebakels der A-Klasse war. Mercedes-Benz hat damals mit der kompromisslosen Entscheidung des serienmäßigen Verbaus die einzig richtige Schlussfolgerung gezogen und die Verbreitung des ESP deutlich beschleunigt.
 
 
{| class="wikitable"
|-
| [[Datei:05 esp 2.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=ESP-Untersteuern|ESP-Untersteuern]]
||[[Datei:04 esp 1.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=ESP-Übersteuern|ESP-Übersteuern]]
||[[Datei:07 esp-komponenten.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=oben ESP-Erprobung,  unten: ESP-Komponenten|oben ESP-Erprobung, unten: ESP-Komponenten]]
|}
 
 
BAS gehörte ab Dezember 1996 zur Serienausstattung des R129 (US-Varianten ab Juni 1997). Die Erfindung dieses Systems beruht auf der Erkenntnis, dass die meisten Fahrer beim Erkennen einer Notsituation nicht schnell und stark genug bremsen und so wichtige Meter verschenken. Das System kann diese Situation anhand von bestimmten Pedalwegmustern erkennen und gibt dann die volle Bremskraftunterstützung frei.
 
Das Mercedes-Benz auch danach nicht innehielt, verdeutlichte Frank Knothe am Beispiel der Baureihe W222 (aktuelle S-Klasse). Mit Modellpflege bekam sie das sogenannte Fahrerassistenzpaket 4.5, welches sie mit Funktionen, wie dem aktiven Lenk-, Spurwechsel- und Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion, zum Benchmark der aktiven Fahrerassistenzsysteme macht. Gerade in den letzten Jahren zeigen sich auf diesem Gebiet enorme Fortschritte, welche in absehbarer Zukunft im autonomen Fahren gipfeln werden.


{| class="wikitable"
Ja, die Luftsäcke…, Grund für so manche Mär, die hier entzaubert wird. Zunächst ist es so, dass nur ausgebildete Mitarbeiter an den Dingern fummeln dürfen. Das gilt für Werkstätten. Daheim in der Garage, ist jedermann befugt, aber auch selber verantwortlich!!! Hier mein uralter Beitrag aus der 107 Klassik, der das Thema erhellt…
|-
|
[[Datei:03 bremsassistent.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=Übersicht BAS-Generationen|Übersicht BAS-Generationen]]
|}


=====Um den Airbag rankt sich viel Mär…,=====
die sich immer hinter dem Totschlagargument Sicherheit verbarrikadiert. Es ist nur ein Stück Technik, nicht mal sehr kompliziert. Wichtig ist allein immer (!!!) daran zu denken, daß in den Dingern rabiate Kräfte lauern, die dem naiv unvorsichtigen nach dem Leben trachten*. Frauen sind eindeutig gefährlicher weil unberechenbar, aber (fast) jeder läßt sich bedenkenlos mit denen ein ;-)).


'''Von diesen Erkenntnissen erhellt, nähern wir uns tapfer der faustischen Frage "to airbag or not to airbag???"'''


Die, die einen haben (in EU je nach MJ bis zu ca. 20%, in US ab MJ 86 100%), fragen sogleich nach Wartung und ggf. Ersatz. Genährt von wichtig aussehenden Aufklebern, die den Austausch nach 10 Jahren empfahlen (später ohne viel Federlesen auf 15 Jahre verlängert), nagt der Zweifel an der Funktionsfähigkeit der ollen Säcke. Bei Männern kontinuierlich überprüfbar, bei Airbags nur einmal! ;-))
===== Reifen =====


Der Verfasser hat gewisse Kenntnis über die Philosophie bei der Auslegung, Fertigung und Prüfung der in unseren Autos verbauten (Airbag)-Komponenten. Im vollen Bewusstsein, dass es letztlich eine Glaubensfrage bleibt - niemand lässt sich haftbar machen - kann man (ich) sagen: Damals galt auch beim Zulieferer die Maxime: "das Beste ist gerade gut genug!" Ist das heute immer noch gut? JA!!! Warum?
Alle Baugruppen und Systeme können nur dann funktionieren, wenn der Kontakt zur Straße sichergestellt ist. Hier kommt der Reifen ins Spiel. Er ist immer noch das wichtigste Bauteil des Fahrwerks. Über vier handflächengroße Bereiche werden alle Kräfte auf die Straße übertragen. Auch hier sind über die Jahre große Fortschritte erzielt worden. Von Meilensteinen wie Vollgummi-, Diagonal- bis zu den heute gebräuchlichen Radialreifen sind diese schwarzen Talente heute auf einem Niveau angelangt, welches einen immer wieder staunen lässt. Einher geht ein stetiges Wachsen der Reifendimensionen über die Jahre. Dies zeigt sich auch am Beispiel des R129: Während er zu Anfang noch serienmäßig auf Reifen der Dimension 225/55 und 16 Zoll großen Felgen stand, bekam er zu seiner zweiten Modellpflege ein Upgrade auf 17 Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 245/45. Neben der Fahrsicherheit spielen hier sicherlich auch optische Gesichtspunkte eine Rolle.


Die elektrischen Bauteile wurden nach bewährten '''MIL Spezifikationen''' gewählt, die Kabelei und Steckerei war traditionell sehr gut (versilberte Kontakte usw.), und die ganze Mimik prüft sich mit dem Einschalten der Zündung kontinuierlich selbst. Die, die schon mal die rote Störungslampe sahen, werden bestätigen, dass dies in 99,9% der Fälle der verdreckte Schleifring unterm Lenkrad und nur ganz selten mal im Beifahrerfußraum der Sicherheitsstecker war. Ausfälle der Auslöseelektronik sind mir nur sehr wenige bekannt. Elektronikbedingte Fehlauslösungen sind m.W. nie vorgekommen, in den wenigen bekannten Fällen waren immer Manipulationen oder grober Unfug (schwere Hämmer und dicke Schweißapparte, usw.) die Ursache. Man darf annehmen, dass die Elektronik auch auf längere Sicht stabil ist und sich im Störungsfall selber meldet. Das statistisch unvermeidliche Restrisiko entspricht dem des gebrochenen Fingers in der Nase.


===== Konditionssicherheit =====


Das textile Gewirke für den Sack wurde auf der Basis langjähriger Erfahrung mit technischen Kunstfasern spezifiziert und geprüft, das Ergebnis ist überzeugend: o.B. ! Allein bei der Chemie des Gasgenerators betrat man Neuland, da die Langzeit-Erfahrungen mit „langsamen“ Explosivstoffen nicht direkt übertragbar sind. Versuche beim Hersteller (früher Bayernchemie…, heute TRW) vor ca. 12 Jahren bewiesen, dass auch die allerersten Serienmuster aus 1980 fehlerfrei funktionieren. Die PU-geschäumte Abdeckung im Lenkrad leidet, wenn (offene) Autos sehr lange hohen Temperaturen und UV Strahlung ausgesetzt sind, wobei die Sollbruchstellen manchmal feine und auch gröbere Risse entwickeln. Eindringende Säfte könnten theoretisch das Gewebe des Sacks und bei Flutung den Gasgenerator schädigen, Versagensfälle sind nicht bekannt und kaum zu erwarten.
Trotz der Unterstützung durch eine Vielzahl von Systemen spielt der Fahrer immer noch die größte Rolle für die aktive Sicherheit. Er überzeugt am besten, wenn er ausgeruht und konzentriert hinterm Volant sitzt. Seine Verbindung zum Fahrzeug stellt der Sitz dar. Neben einer Vielzahl von Sicherheitsaspekten ist er so konstruiert, dass der Fahrer lange und ohne körperliche Einschränkungen seinen Job verrichten kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Integralsitz des R129 seine Rolle hervorragend ausfüllt. Neben einer Vielzahl von Verstellmöglichkeiten bietet er eine körpergerechte Unterstützung, welche auch längere Strecken zum Vergnügen werden lassen. Auf Wintertests während der Entwicklung zeigte sich allerdings auch ein Nachteil seiner aufwendigen Konstruktion: Aufgrund seines massiven Magnesiumunterbaus benötigt er bei sehr kalten Temperaturen lange, bis sich trotz Sitzheizung ein wohliges Sitzgefühl einstellt.


{| class="wikitable"
|-
|
[[Datei:08 bi-xenon-scheinwerfer im w221.jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=08 bi-xenon-scheinwerfer im w221|Bi-Xenon-Scheinwerfer im W221]]
|}


Bei so viel Qualität, sollte man denken, dass das Werk dies freudig kundtut, und sich schämt, den besorgten Kunden für satte Beträge neue Airbags zu verkaufen. Diese Annahme ist naiv, denn unsere Welt wird nicht (mehr) vom Verstand der Ingenieure, sondern den Bedenken (und Interessen) der Rechtsgelehrten regiert. Dagegen ist kein Kraut gewachsen, außer der überlegten Entscheidung des kundigen Individuums…! Fazit: Risiken nicht erkennbar, Austausch bei derzeitiger Erkenntnislage unnötig, so einfach ist das. Ich halte dafür, daß dies aus technischer Sicht die nächsten 10 Jahre auch so bleibt. (Inzwischen sind werksseitig alle in den R129 verbauten Airbags für „unendliche“ Nutzungdauer frei gegeben)
===== Wahrnehmungssicherheit =====


Sehen und gesehen werden - auch dies schon immer ein wichtiges Thema bei Fahrzeugen mit dem Stern. Die Entwicklung der Scheinwerfertechnik führte von Karbid-, Glüh- und Halogenlampen über Xenon- zum heute mehr und mehr Verbreitung findenden LED-Scheinwerfer mit dem Highlight in Form der Full LED-Matrix Scheinwerfer. Dass die Entwicklung hier noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigen erste Oberklassefahrzeuge mit dem Einsatz von Laserlicht. Mit Einführung der ersten R129 Modellpflege 1995 konnte optional zum serienmäßigen H4 Fern- und Abblendlicht ein Xenonscheinwerfer geordert werden. Dieser erhöhte die Reichweite des Abblendlichts erheblich und trug so zur Fahrsicherheit bei. Auf der Rückseite des R129 finden sich die mit dem W116 eingeführten verschmutzungsunempfindlichen Rückleuchten. Die zu Anfang noch stark ausgeprägte Riffelung wich zur zweiten Modellpflege aus designtechnischen Gründen einer eher angedeuteten Variante.


Die, die keinen haben, denken gern mal an Nachrüstung. Technisch problemlos machbar, aber aufwendig, u.A. muß das Mantelrohr erneuert werden (vier Schleifringe statt zwei!). Mit etwas Umsicht und gebrauchten Teilen (auch von zeitgenössischen 201/124/126/129) sind die gemopften Autos ab MJ 1986 (Gurtstraffer sind schon verbaut) zu überschaubaren Kosten aufzurüsten, wenn man sich selber helfen kann. Profis werden aus Haftungs- und Kostengründen die Finger davon lassen. Vor etwa 12 Jahren gab es für die damals aktuellen Baureihen und die gemopften R/C 107 werksseitige Nachrüstsätze mit einem (zu kleinen und häßlichen) Einheitslenkrad. Die Teilekosten für den 107 waren <2k DM! Natürlich längst vergriffen, und ich weis nur von zwei tatsächlichen Nachrüstungen, denn die Arbeitskosten lagen in ähnlicher Größenordnung. Anleitung im WHB Gruppe 91.8.
===== Bediensicherheit =====


Ein übersichtliches und leicht bedienbares Fahrzeug dient ebenfalls der aktiven Sicherheit. Der R129 darf hier sicherlich als Paradebeispiel gelten. Neben einem übersichtlichen und leicht ablesbaren Kombiinstrument sind alle Schalter und Bedienelemente sinnvoll und leicht bedienbar angeordnet. Die deutlich erweiterte Anzahl von Systemen in modernen Fahrzeugen führt aufgrund ihrer Fülle zu neuen Herausforderungen für die Entwickler. Die Bedienung über die im R129 üblichen Kippschalter der Mittelkonsole würde hier nicht nur aufgrund des eingeschränkten Platzangebots an ihre Grenzen kommen. Moderne Mensch-Maschine-Interfaces (MMI) mittels Touchscreen, Dreh-/Drücksteller und Sprachbedienung machen den Fortschritt deutlich.


Vor-Mopf Autos haben (wie die W116 und frühe 201, 124, 126) serienmäßig eine aufwendigere Elektrik mit separatem Energiespeicher (Kondensator) und bis ca. 1984 sogar einen "dicken" Airbag. Das "wie in der Serie" nachzurüsten macht noch mehr Mühe. Bastellösungen verbieten sich für ein Auto, das seinen Wert (und Reiz) behalten soll.
===== Schlusswort =====


Bleibt die Frage, ob ein Airbag im zum Spaß genutzten 107 eine objektive Steigerung der Sicherheit bietet und den (jeden) Aufwand rechtfertigt? Wie immer hängt es davon ab, wer fährt! Ist es die Liebste, wird man(n) größten Wert darauf legen, dass sie nach einem Störfall noch so aussieht wie vorher, und da hat der Airbag unstreitig hohes Potential – wenn der crash denn passend geschieht. Dazu gibt es Statistiken, die ich nicht parat habe, aber es ist nur ein Bruchteil der realen Unfallsituationen!!! Bei den wirklich gefährlichen Seitencrashs oder den frontalen mit geringer Überdeckung ist der 107er Airbag nur teilweise wirksam und der Beifahrer knallt eh erst in den Gurt und ggf. auf die damals so fortschrittlich nachgiebige I-Tafel…!!! Der Wirkungsgrad ist also nicht sooo überwältigend, wobei diese Überlegung durch verlorene Schneidezähne oder ondulierte Nasenbeine und gespaltene Lippen sogleich relativiert werden kann! Hölzerne Gesimse am Ruderrad und der I-Tafel sollte man(n) ohne Airbag kritisch überdenken!
Wir möchten uns an dieser Stelle bei Frank Knothe für den hervorragenden Vortrag und seine Verdienste während der Entwicklung des R129 bedanken und würden uns freuen, ihn bald einmal wieder bei uns begrüßen zu dürfen!
Es bleibt allein die ganz persönliche Entscheidung des 107 Freundes, was er tut, und es ist ein feines Beispiel dafür, dass ganz am Ende jeder selbst verantwortlich ist. Das gibt Stärke, und am stärksten ist (wird) man(n), wenn er und seine Gespielin erst mal die im Auto vorhanden Schutzmechanismen richtig anwenden. Das heisst konsequent den Gurt tragen: am Körper eng anliegend, ohne störende Bekleidung (nicht nur die Damen!) und die Sitzposition für die Statur richtig wählen. Direkt danach kommt die bestimmungsgemäße Verwendung der Vorrichtung zwischen den Ohren bei der Kontrolle der Fuhre.
Man wird feststellen, dass dieses einfache oft längst vergesse Verfahren eine Menge Sicherheit schafft und das Erlebnis 107 reizvoll verstärkt. Man(n) sollte sich davon lösen im Spielzeug 107 Verhältnisse wie im zeitgenössischen "Computer mit dem man auch Auto fahren kann" zu erwarten oder einrichten zu wollen. Dazu gehört durchaus auch der Verzicht auf moderne Jubelelektronik und u.U. auch die gewollte Nichtnutzung von GSM und GPS. Lupenrein praktizieren wird so was nicht mal ein Taliban, aber als Philosophie ist es recht leistungsfähig!


* Wer daran arbeiten will, muss nur wenige Regeln verinnerlichen:
{| class="wikitable"
#  Batterie abklemmen, ggf. roten Sicherheitsstecker im Beifahrerfußraum ziehen (bei Autos mit separatem Energiespeicher <MJ 85)
|-
#  Hunde, Katzen, Frauen wegsperren – verständige Knaben dürfen zusehen (jemand muss ggf den Notarzt rufen)
|
#  Nicht all zu viel Statik einfangen (Teppich, Gummisohlen)** und das Ding nicht (viel) höher als 50 cm fallen lassen!
[[Datei:Frank Knothe Karl Kuebler, Günter Engelen (v.l.n.r.).jpg|150px|mini|zentriert|alternativtext=Frank Knothe, Karl Kübler, Günter Engelen (v.l.n.r.)|Frank Knothe, Karl Kübler, Günter Engelen (v.l.n.r.)]]
#  Bei der Arbeit den Airbag auf dem Rücken und zugangsgesichert ablegen (Kofferraum)
|}
#  Wenn alles vorbei ist, die Zwei- und Vierbeiner wieder frei lassen.


Generell gilt, daß man das Ding nicht verziert (schon gar nicht mit einem metallischen Stern oder so was!), sondern so lässt, wie Gott es schuf und scharfe Essenzen von der PU-Abdeckung fern hält.
** Die Zündpille kann theoretisch durch statische Elektrizität losgehen. Dagegen ist konstruktiv eine Kurzschlußbrücke im Stecker vorgesehen, die mit Abziehen des Kabels wirksam wird. Wer sicher gehen will, schlurft vor der Arbeit nicht im Nyltesthemd mit Gummisohlen auf Kunstfaserteppich rum. Ganz sicher wird es, wenn man einen flexiblen Erddraht (Wasserleitung) mit ins Auto nimmt und vor den Manipulationen noch mal innig ans Herz drückt.


<br clear=all>
<br clear=all>
[[Main Page]]
[[Main Page]]
<br>
<br>
<br>
<br>
<br>

Aktuelle Version vom 29. August 2023, 15:30 Uhr

Sicherheit im Automobil - Schwerpunkt Aktive Sicherheit


Vortrag von Frank Knothe im RT Heilbronn


Text: Alexander Wenzel | Fotos und Grafiken: Daimler AG (CR31/S98)

Zum Auftakt der diesjährigen Vortragsreihe im RT Heilbronn durften wir am 10. März 2018 den ehemaligen Baureihenleiter S-, SL- und SLK-Klasse, Frank Knothe, in unserem „Sacco-Stüble“ begrüßen. Das Mercedes-Benz Urgestein durchlief während seiner vierzigjährigen Laufbahn zahlreiche Stationen und war an der Entwicklung diverser Baureihen beteiligt. Sein Kontakt mit dem SL begann bereits mit der legendären Pagode. Unter seine Verantwortung als Baureihenleiter fallen insbesondere die S-Klassen Baureihen W220 und W221 sowie die SL-Baureihe R230. Selbst im Ruhestand ab 2007 blieb er dem Konzern verbunden und stand den Kollegen von AMG bei der Entwicklung des SLS mit Rat und Tat zur Seite. Ehemalige Kollegen sprechen Frank Knothe die Eigenschaft zu, den besten „Popometer“ beim Daimler zu haben.

Vom äußerst umfangreichen Fachwissen konnten wir uns während seines Vortrages zum Thema „Sicherheit im Automobil“ mit dem Schwerpunkt ‚Aktive Sicherheit‘ einen Eindruck verschaffen. Das Oppenweiler Domizil des RT Heilbronn war bis zum letzten Platz besetzt. Neben den anwesenden Clubmitgliedern ließ es sich auch Günter Engelen nicht nehmen, dem umfangreich vorbereiteten Vortrag beizuwohnen. Seit Jahrzehnten spielt Sicherheit eine große Rolle bei Mercedes-Benz-Automobilen und stellt bis heute einen hohen Wert der Marke mit dem Stern dar. Der Stuttgarter Konzern startete früh mit ersten Versuchen und leistete so Pionierarbeit auf einem Gebiet, welches viele andere Hersteller zur damaligen Zeit stiefmütterlich behandelten. Ausdruck dieser Mühe sind zahlreiche Innovationen, auf die im Vortrag eingegangen wurde.

Die Sicherheit von Automobilen lässt sich grundsätzlich in zwei Bereiche unterteilen:

  • Passive Sicherheit - Verminderung der Unfallfolgen
  • Aktive Sicherheit - Verhinderung eines Unfalls


Während der Fahrer die aktive Sicherheit ständig „erfährt“, bleibt er hoffentlich vom Erleben der passiven verschont. Frank Knothe beleuchtete schwerpunktmäßig die aktive Sicherheit mit ihren technologischen Highlights, welche die Grenzen der Physik verschieben, aber nicht außer Kraft setzen können.


Fahrsicherheit

Die Fahrsicherheit wurde über die Jahre nicht zuletzt dank der Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz ständig erhöht. Gesamtkonzept und das Fahrwerk mit seinen Aggregaten und Systemen bilden hierzu die Basis für die Fahrsicherheit.


Lenkung

Im Bereich der Lenkung konnte durch den Einsatz der Servounterstützung der Zielkonflikt zwischen Handlichkeit und beherrschbaren Lenkkräften gelöst werden. Keine Selbstverständlichkeit in den sechziger und siebziger Jahren.


Kugelumlauflenkung
Kugelumlauflenkung
Daempferbein Vorderachse
Daempferbein Vorderachse
Raumlenker Hinterachse
Raumlenker Hinterachse

Mercedes-Benz hielt lange an der auch im R129 zum Einsatz kommenden Kugelumlauflenkung fest, die sich durch eine geringe Schwingungsempfindlichkeit auszeichnet. Mit der Einführung des W210 wurde zugunsten von Handlichkeit, Präzision und Gewicht auf die Zahnstangenlenkung umgestellt.


Radaufhängung

In einem Exkurs durch die Geschichte der verschiedenen Radaufhängungen bei Mercedes-Benz erklärte Knothe die Vorzüge der vorderen Dämpferbeinachse des R129. Die niedrig bauende Feder führt zu einem geringeren Bauraumbedarf, welcher den Einsatz von voluminösen Motoren wie dem V12 erst ermöglicht. Im R129 wurde die Achse mit einem Bremsnickausgleich von 25 Prozent ausgelegt, welcher das Eintauchen des Bugs beim Bremsen deutlich vermindert. Der Lenkrollradius wurde konstruktiv im Laufe der Zeit weiter reduziert, was insbesondere beim Bremsen auf unterschiedlich griffigem Untergrund hilft, das Fahrzeug zu stabilisieren. Einen großen Sprung für die Fahrsicherheit bedeutete die Einführung der Raumlenkerhinterachse im W201. Nach dem W124 kommt sie mit eigener Abstimmung auch in unseren R129 zum Einsatz. Die Erhöhung des Anfahrnickausgleichs auf 97 Prozent führt zu einem reduzierten Eintauchen des Hecks beim Anfahren.


Radbremse

Von vorsintflutlichen Bandbremsen über die auch heute noch bei preisgünstigen PKW an der Hinterachse zum Einsatz kommenden Trommelbremsen führte die Entwicklung der Radbremse Ende der fünfziger Jahre zum Einsatz der Scheibenbremse. Mercedes erkannte früh das große Potential und führte sie zügig in seine Modellreihen ein. Bereits Mitte der sechziger Jahre war die Baureihe W108, wie unser R129 über 20 Jahre später, mit Scheibenbremsen an allen vier Rädern ausgestattet. Ein nicht unerheblicher Sicherheitsvorteil gerade in der damaligen Zeit, in der die Konkurrenz noch gerne auf unterdimensionierte Systeme zurückgriff.


Fahrerassistenzsysteme

Auch in diesem Bereich der aktiven Sicherheit gehören die Stuttgarter zu den Vorreitern. Mit der Einführung des ersten PKW-Antiblockiersystems (ABS) 1978 im W116, der Antriebsschlupfregelung (ASR) 1986 im W126, des Elektronischen Stabilitäts-Programms (ESP) 1995 im W140 und des Bremsassistenten (BAS) 1996 setzten sie Meilensteine. Alle vier Systeme waren je nach Baujahr auch im R129 erhältlich. ABS gehörte von Anfang an zur Serienausstattung. ASR, anfangs noch optional, fand in verschiedenen Ausbaustufen seinen Weg in die Aufpreislosigkeit. ESP war bereits kurz nach der Premiere im W140 auch in den Acht- und Zwölf-Zylinderversionen der Mopf 1 R129 Modelle erhältlich. Mit der Umstellung auf das NAG1 Automatikgetriebe und ME-Motronic fand dieses wichtige System 1996 auch seinen Weg in die Aufpreisliste der Reihensechszylinder. Mit der zweiten Modellpflege war ESP dann für alle R129 Modelle Serie. An dieser Stelle soll noch einmal bemerkt werden, dass die zügige Einführung des ESP bei allen Herstellern ein Resultat des Elchtestdebakels der A-Klasse war. Mercedes-Benz hat damals mit der kompromisslosen Entscheidung des serienmäßigen Verbaus die einzig richtige Schlussfolgerung gezogen und die Verbreitung des ESP deutlich beschleunigt.


ESP-Untersteuern
ESP-Untersteuern
ESP-Übersteuern
ESP-Übersteuern
oben ESP-Erprobung, unten: ESP-Komponenten
oben ESP-Erprobung, unten: ESP-Komponenten


BAS gehörte ab Dezember 1996 zur Serienausstattung des R129 (US-Varianten ab Juni 1997). Die Erfindung dieses Systems beruht auf der Erkenntnis, dass die meisten Fahrer beim Erkennen einer Notsituation nicht schnell und stark genug bremsen und so wichtige Meter verschenken. Das System kann diese Situation anhand von bestimmten Pedalwegmustern erkennen und gibt dann die volle Bremskraftunterstützung frei.

Das Mercedes-Benz auch danach nicht innehielt, verdeutlichte Frank Knothe am Beispiel der Baureihe W222 (aktuelle S-Klasse). Mit Modellpflege bekam sie das sogenannte Fahrerassistenzpaket 4.5, welches sie mit Funktionen, wie dem aktiven Lenk-, Spurwechsel- und Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion, zum Benchmark der aktiven Fahrerassistenzsysteme macht. Gerade in den letzten Jahren zeigen sich auf diesem Gebiet enorme Fortschritte, welche in absehbarer Zukunft im autonomen Fahren gipfeln werden.

Übersicht BAS-Generationen
Übersicht BAS-Generationen


Reifen

Alle Baugruppen und Systeme können nur dann funktionieren, wenn der Kontakt zur Straße sichergestellt ist. Hier kommt der Reifen ins Spiel. Er ist immer noch das wichtigste Bauteil des Fahrwerks. Über vier handflächengroße Bereiche werden alle Kräfte auf die Straße übertragen. Auch hier sind über die Jahre große Fortschritte erzielt worden. Von Meilensteinen wie Vollgummi-, Diagonal- bis zu den heute gebräuchlichen Radialreifen sind diese schwarzen Talente heute auf einem Niveau angelangt, welches einen immer wieder staunen lässt. Einher geht ein stetiges Wachsen der Reifendimensionen über die Jahre. Dies zeigt sich auch am Beispiel des R129: Während er zu Anfang noch serienmäßig auf Reifen der Dimension 225/55 und 16 Zoll großen Felgen stand, bekam er zu seiner zweiten Modellpflege ein Upgrade auf 17 Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 245/45. Neben der Fahrsicherheit spielen hier sicherlich auch optische Gesichtspunkte eine Rolle.


Konditionssicherheit

Trotz der Unterstützung durch eine Vielzahl von Systemen spielt der Fahrer immer noch die größte Rolle für die aktive Sicherheit. Er überzeugt am besten, wenn er ausgeruht und konzentriert hinterm Volant sitzt. Seine Verbindung zum Fahrzeug stellt der Sitz dar. Neben einer Vielzahl von Sicherheitsaspekten ist er so konstruiert, dass der Fahrer lange und ohne körperliche Einschränkungen seinen Job verrichten kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Integralsitz des R129 seine Rolle hervorragend ausfüllt. Neben einer Vielzahl von Verstellmöglichkeiten bietet er eine körpergerechte Unterstützung, welche auch längere Strecken zum Vergnügen werden lassen. Auf Wintertests während der Entwicklung zeigte sich allerdings auch ein Nachteil seiner aufwendigen Konstruktion: Aufgrund seines massiven Magnesiumunterbaus benötigt er bei sehr kalten Temperaturen lange, bis sich trotz Sitzheizung ein wohliges Sitzgefühl einstellt.

08 bi-xenon-scheinwerfer im w221
Bi-Xenon-Scheinwerfer im W221
Wahrnehmungssicherheit

Sehen und gesehen werden - auch dies schon immer ein wichtiges Thema bei Fahrzeugen mit dem Stern. Die Entwicklung der Scheinwerfertechnik führte von Karbid-, Glüh- und Halogenlampen über Xenon- zum heute mehr und mehr Verbreitung findenden LED-Scheinwerfer mit dem Highlight in Form der Full LED-Matrix Scheinwerfer. Dass die Entwicklung hier noch lange nicht abgeschlossen ist, zeigen erste Oberklassefahrzeuge mit dem Einsatz von Laserlicht. Mit Einführung der ersten R129 Modellpflege 1995 konnte optional zum serienmäßigen H4 Fern- und Abblendlicht ein Xenonscheinwerfer geordert werden. Dieser erhöhte die Reichweite des Abblendlichts erheblich und trug so zur Fahrsicherheit bei. Auf der Rückseite des R129 finden sich die mit dem W116 eingeführten verschmutzungsunempfindlichen Rückleuchten. Die zu Anfang noch stark ausgeprägte Riffelung wich zur zweiten Modellpflege aus designtechnischen Gründen einer eher angedeuteten Variante.

Bediensicherheit

Ein übersichtliches und leicht bedienbares Fahrzeug dient ebenfalls der aktiven Sicherheit. Der R129 darf hier sicherlich als Paradebeispiel gelten. Neben einem übersichtlichen und leicht ablesbaren Kombiinstrument sind alle Schalter und Bedienelemente sinnvoll und leicht bedienbar angeordnet. Die deutlich erweiterte Anzahl von Systemen in modernen Fahrzeugen führt aufgrund ihrer Fülle zu neuen Herausforderungen für die Entwickler. Die Bedienung über die im R129 üblichen Kippschalter der Mittelkonsole würde hier nicht nur aufgrund des eingeschränkten Platzangebots an ihre Grenzen kommen. Moderne Mensch-Maschine-Interfaces (MMI) mittels Touchscreen, Dreh-/Drücksteller und Sprachbedienung machen den Fortschritt deutlich.

Schlusswort

Wir möchten uns an dieser Stelle bei Frank Knothe für den hervorragenden Vortrag und seine Verdienste während der Entwicklung des R129 bedanken und würden uns freuen, ihn bald einmal wieder bei uns begrüßen zu dürfen!

Frank Knothe, Karl Kübler, Günter Engelen (v.l.n.r.)
Frank Knothe, Karl Kübler, Günter Engelen (v.l.n.r.)



Main Page